Chaos rund um ChatGPT

KI-Detektoren erkennen KI, wo keine ist

Die Nutzung von KI an Schulen, Hochschulen und im Internet sorgt für immer mehr Chaos. Inhalte, die KI-generiert sind, werden als Fakes nicht erkannt. Originale Inhalte fälschlicher Weise als KI-generiert etikettiert.

Die »Künstiliche Intelligenz« (KI, engl. AI) breitet sich immer weiter aus. Schüler, Studenten, Auszubildende, Angestellt, Beamte, Forscher, Ingenieure nutzen sie in immer stärkerem Maße.

In vielen Bereichen bereiten sie zunehmend Probleme. An den Schulen und Hochschulen nutzen Schüler und Studenten die KI für die Erstellung ihrer Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten. Lehrer und Dozenten kontern mit sogenannten KI-Detektoren, also anderen KI-Formen, die KI-generierte Text identifizieren sollen.

Das Ganze dreht sich wie eine Ereignisspirale. Schüler und Studenten nutzen spezielle KI, um KI-Texte zu überarbeiten, damit diese nicht wie KI-generiert aussehen. Ein Wettrüsten der Technik hat begonnen.

Dabei sind absurde Zustände entstanden. In den Sozialen Medien des Internets beschweren sich immer mehr junge Menschen, dass die KI-Detektoren auch dort KI zu erkennen glauben, wo keine ist.

So berichten Studenten, die in klassischer Methode ihre Hausarbeiten geschrieben haben, dass beim KI-Test trotzdem 50, 60 oder mehr Prozent KI-generierte Inhalte detektiert werden, was gar nicht sein kann. Auch Schüler, die ihre Hausarbeit, oder Bewerber, die ihr Motivationsschreiben noch einmal durchtesten lassen, stellen fest, dass KI-generierte Inhalte angezeigt werden, die es gar nicht gibt.

Selbst in alten Texten, die lange Zeit vor der Einführung der Künstlichen Intelligenz geschrieben wurden, entdecken KI-Detektoren angebliche KI-Inhalte.

Das Ganze scheint Methode zu haben. Denn die Anbieter der KI-Detektoren bieten auch gleich KI-Programme an, die angeblich helfen sollen, die Texte zu überarbeiten, damit sie »menschlicher« klingen.

Viele Schüler, Studenten, Bewerber, Praktikanten usw. sind entsprechend frustiert: Sie schreiben EIGENE Texte, die dann als KI-Inhalt etikettiert werden, damit sie KI benutzen, um sie wieder »menschlicher« wirken zu lassen.

Aufrüstung im KI-Krieg geht in die nächste Stufe

Die KI-Detekt-Porgramme, die anhand von Sprach-, Satz- und Inhaltsmustern KI erkennen wollen, taugen also wenig und sorgen nur für mehr Chaos. So manch ein Student muss sich nun ungerechtfertigter Weise die angebliche Nutzung von KI vorwerfen lassen.

Doch sowohl die großen Konzerne und Universitäten als auch die KI-Projekte selbst (wie ChatGPT) gehen längst ein Schritt weiter. Sie »codieren« KI-Inhalte mit digitalen »Wassermarken«, die sich kaum herauslöschen lassen, auch nicht, wenn man die Text komplett deformatiert. Denn sie setzen bei den Unicode-Zeichen an. Manche Buchstaben sind so verändert, dass man es mit bloßem Auge nicht erkennt, die Software schon.

So wollen die Tech-Konzerne, Medien-Häuser und Universitäten KI-Texte verfolgen und mit Internetnutzern in Verbindung bringen.

Am Ende ist es der normale Nutzer, der in die Röhre guckt. Schreibt er die Texte selber, wird ihm fälschlicher Weise vorgeworfen, KI-genutzt zu haben, weil die KI-Detektoren meinen, Muster erkannt zu haben. Nutz er KI, um die KI zu verwischen, werden ihm »Wassermarken« zum Verhängnis.

Und selbt derjenige, der alle technischen Raffinessen durchschaut und umgeht, wird nicht wissen, welche Formen von Software und KI in der Zukunft seine Texte scannen. In 10 Jahren agiert alles auf einem anderen Level.

Noam Chomsky hatte recht, als er sinngemäß meinte, die KI basiere auf Plagiate, weil sie nichts selbst kreiert, sondern nur Inhalte des Internets neu zusammenfügt und die meisten Quellen verborgen bleiben. Im Grunde wird am Ende das ganze Internet eine einzige Plagiatssuppe sein.

Invidiuelle Originalität wird früher oder später tot sein. Die am Internet hängende Menschenheit wird wie ein kollektives Supergehirn agieren, an dem die einzelnen Menschen wie neuronale Vernetzungen im Gehirn nur eine winzige Schaltstelle sind.

Klar ist: Bei dieser Entwicklung verlieren immer mehr Autoren die Lust am Schreiben. Der Buchmarkt schrumpft sowieso. Zeitungen kommen gegen das Internet nicht an. In Zukunft lassen sich Menschen ihre Bücher nach Wunschthema »on Demand« schreiben und als Hörbuch vorlesen.

Sven von Storch

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