Schon letztes Jahr sorgte ein Kindergarten in Hamburg für Aufsehen mit der Entscheidung, dass Kinder bestimmte Kostüme (wie Indianer- und Cowboy-Kostüme) meiden sollen [siehe Bericht »Freie Welt«].
Dieses Jahr schießt eine Erfurter Kindergarten den Vogel ab. Damit Kinder den »kultursensiblen Umgang« lernen, sollen sie auf Faschingskostüme dieses Jahr verzichten. Denn mit diesen Kostümen würden Stereotype gefördert werden [siehe Berichte »Bild«, »Frankfurter Rundschau«, »Merkur«]. In einem Schreiben an die Eltern der rund 80 Kinder des Kindergarten ließ der Kita-Chef mitteilen, dass mitgebrachte Faschingskostüme sowohl am Rosenmontag als auch am Faschingsdienstag im Fach des Kindes bleiben würden.
Man darf sich fragen: Wie viele »American Natives« werden sich in ihren Gefühlen verletzt sehen, weil Kinder in Deutschland sich als Indianer verkleiden? Und wie viele Menschen werden in ihren Gefühlen verletzt, wenn die Kinder als Pirat, Ritter, Prinzessin oder Cowboy verkleidet in die Kita kommen? Und verletzt man die Gefühle von Tieren, wenn die Kinder sich als Hauskatze oder Tiger verkleiden?
In Schweden ist man noch einen Schritt weiter: Dort werden in vielen Kindergärten Jungs nicht mehr als Jungs und Mädchen nicht mehr als Mädchen, sondern beide jeweils mit geschlechtsneutralen Pronomen angesprochen, um gegen sogenannte Gender-Stereotype vorzugehen.


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