Italiens, Belgien, Malta und Bulgarien sehen in EU-Vorschlag eine "verkleidete Konfiszierung"

Italien und Belgien gegen dauerhaftes Einfrieren russischer Vermögenswerte in der EU

Italien, Belgien, Bulgarien und Malte sind gegen die EU-Pläne, russisches Auslangsvermögen im der Höhe von 210 Milliarden Euro einzufrieren, um damit den Wiederaufbau der Ukraine zu finanzieren. Sie befürchten massive Rückschlage und Rückzahlungen, wenn Russland sich vor internationalen Gerichten wehren sollte.

Giogia Meloni, Ursula von der Leyen, Wladimir Putin


Die Europäische Union steht vor einer tiefen Spaltung, weil Italien und Belgien sich gegen die Pläne der EU-Kommission stellen, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte in Höhe von rund 210 Milliarden Euro für die Finanzierung der Ukraine zu nutzen. Am 12. Dezember 2025 fand eine schriftliche Abstimmung statt, die diese Assets unbefristet einfriert und das traditionelle Einstimmigkeitsprinzip umgeht [siehe Bericht "politico.eu"].

Diese Entscheidung, die nur eine qualifizierte Mehrheit erfordert, stößt auf scharfe Kritik, da sie als Umgehung demokratischer Kontrollen gilt. Italien, das drittgrößte EU-Land nach Bevölkerung und Einfluss, hat gemeinsam mit Belgien, Malta und Bulgarien ein Dokument verfasst, das Alternativen fordert und vor erheblichen Risiken warnt [siehe Bericht "Kyivpost"].

Nur eine Woche vor dem entscheidenden EU-Gipfel am 18. und 19. Dezember in Brüssel droht diese Opposition, die Pläne der EU-Kommission zu stoppen.

Der Hintergrund der Kontroverse: 210 Mrd. Euro russischen Staatsvermögens werden von der EU festgehalten

Seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges 2022 hat die EU rund 210 Milliarden Euro an russischen Staatsvermögen eingefroren, darunter Reserven der russischen Zentralbank. Der Großteil dieser Mittel, etwa 193 Milliarden Euro, lagert bei der belgischen Clearingstelle Euroclear [siehe Bericht "ca.finance.yahoo.com"].

Bisher wurde die Einfrierung alle sechs Monate einstimmig verlängert, was pro-russische Regierungen wie in Ungarn und der Slowakei ein Vetorecht einräumte. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen drängt nun darauf, diese Assets als Sicherheit für eine Kreditlinie an die Ukraine zu verwenden, die bis zu 165 Milliarden Euro umfassen könnte [siehe Bericht "Reuters"]. Dies würde die Ukraine bei der Finanzierung ihres Kriegs- und Zivilbudgets unterstützen, birgt jedoch das Risiko russischer Vergeltungsmaßnahmen.

Die Kommission argumentiert, dass der Krieg in der Ukraine eine schwere wirtschaftliche Krise für die EU darstelle, die eine besondere Vorgehensweise rechtfertige. 

Dennoch sehen Kritiker in diesem Ansatz eine Verletzung des internationalen Rechts und der EU-Verträge. Russland hat bereits gedroht, europäische Assets in seinem Land zu konfiszieren und Euroclear verklagen zu lassen.

Die Positionen Italiens, Belgiens, Maltas und Bulgariens: EU-Vorschlag stelle eine "verkleidete Konfiszierung" dar

Belgien, als Sitz der meisten Assets, lehnt den Plan kategorisch ab, da es eine volle Haftung für etwaige Rückzahlungen fürchten muss, falls Russland Erfolg vor Gericht hat [siehe Bericht "The Guardian"].

Premierminister Bart De Wever hat in Briefen an EU-Führer betont, dass der Vorschlag eine "verkleidete Konfiszierung" darstelle und die finanzielle Stabilität Belgiens gefährde. Italien hat diese Haltung nun verstärkt, indem es ein internes Dokument mit Belgien, Malta und Bulgarien vorbereitet hat. Darin fordern die vier Länder die Kommission auf, Alternativen wie eine reine EU-Kreditlinie oder Brückenlösungen zu prüfen, die weniger Risiken bergen und im Einklang mit EU- und Völkerrecht stehen [siehe Bericht "Euractiv"].

Italiens Engagement ist besonders bedeutsam, da das Land unter der Regierung von Giorgia Meloni eine gespaltene Haltung zu Russland zeigt. Während Meloni Sanktionen unterstützt, plädiert Vizepräsident Matteo Salvini für eine Annäherung und bekennt sich zu Donald Trumps Friedensplänen. Die Intervention Italiens stört das diplomatische Gleichgewicht und signalisiert, dass selbst einflussreiche Mitgliedstaaten Bedenken haben [siehe Bericht "Politico"]

Die vier Länder betonen, dass die jüngste Abstimmung keine Vorentscheidung über die Nutzung der Assets darstelle und dass dies allein den EU-Staatschefs obliege.

Rechtliche und demokratische Kritik an den Plänen der EU-Kommission

Die EU-Kommission beruft sich auf Artikel 122 des AEUV, der eigentlich für wirtschaftliche Notstände wie Naturkatastrophen gedacht ist. Diese Klausel erlaubt eine qualifizierte Mehrheit und umgeht die Europäische Parlament sowie das Einstimmigkeitsprinzip in der Außenpolitik. Kritiker wie der ungarische Premier Viktor Orbán bezeichnen dies als "Brüsseler Diktatur" und kündigen Klagen an, um den "rechtmäßigen Zustand" wiederherzustellen. Letzte Nutzung dieses Artikels erfolgte während der Corona-Pandemie, wo er ebenfalls parlamentarische Kontrollen umging.

Diese Vorgehensweise hebe die Mehrheitsabstimmung aus dem Kontext und schließe Länder wie Ungarn und die Slowakei aus, was den Rechtsstaat untergräbe. Wenn Ausnahmen zur Norm würden, litten Demokratie, Eigentumsrechte und Meinungsfreiheit. Die Kommission verletze damit systematisch das EU-Recht, um den scheinbar nicht zu gewinnenden Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Statt Verträge zu schützen, ersetze die Bürokratie in Brüssel die Herrschaft des Rechts durch eine bürokratische Diktatur.

Rechtsexperten warnen zudem vor internationalen Folgen, da die Assets unter Souveränimmunität stehen und eine Konfiszierung Präzedenzfälle für zukünftige Konflikte schaffen könnte [siehe Bericht "Quincyinst.org"].

Ausblick auf den EU-Gipfel

Der Gipfel am 18. und 19. Dezember in Brüssel wird entscheidend sein, inwieweit die EU-Kommission eine Einigung über die "Reparationskredite" erreichen wird oder nicht. Garantien für Belgien, wie eine kollektive Haftung aller Mitgliedstaaten, sollen die Bedenken mildern. Doch der Widerstand und die Bedenken mehrer EU-Staaten bleiben erheblich.

Sven von Storch

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Comments

Welche wiederkehrenden, dummen Entscheidungen von der EU-Kommission, 210 Milliarden russisches Staatsvermögen einzufrieren und für die Ukraine zu nutzen. Das bringt überhaupt nichts und ist nur Öl ins Feuer für diesen Konflikt, in diesem Bruderkrieg und wird nie eine Ende nehmen.

Kindergarten!

Wenigstens unser(?) Kanzler steht fest an der Seite der Ukraine und tut auftragsgemäß alles, um Putin zu verärgern und einen Frieden zu sabotieren ...

Wann wird dieser Landesverräter endlich abgesetzt?

Von wegen "Wiederaufbau der Ukraine finanzieren"!?

Den Krieg wollen sie mit diesem Geld verlängern - und Putin verärgern, damit er bloß keinen Frieden schließt ...

Im übrigen kontrolliert Putin angeblich ein Mehrfaches an Westvermögen das er zum Ausgleich konfiszieren kann. Großteils wohl zum Schaden deutscher Firmen und Anleger (u.a. Gazprom-Aktien!) und bestimmt nicht zum Schaden der Kriegstreiber.

... EU-Mitglied, noch NATO-Mitglied , oder ? ....

Ich meine, ich wollt's nur noch mal gesagt haben.

Und im Lichte des "Verteidigungskrieges" der USA
gegen die, von Herrn Powell herbeigelogenen, nie
vorhandenen "Weapons of Mass Destruction" im Irak,
sollte man so manches "Wording" bzgl. einer gewissen
"Special Operation" evtl. nochmal überdenken...

Else Schrammen

15.12.2025 | 16:08

Und Deutschland gehört nicht zu den Staaten, die gegen die EU-Pläne sind? Komisch, ich dachte immer, die deutschen Politikernden seien sooo vernünftig!

Wolfgang Lammert

15.12.2025 | 19:16

Der CDU-Politiker Roetgen musste bei Miosga zugeben, dass bei einer russischen Klage gegen die Enteignung von 200 Milliarden russischen Vermögen, gegebenenfalls der deutsche Steuerzahler haftet. Der deutsche Steuerzahler soll in den Schuldenturm eingesperrt werden.

Doch nicht nur Merz, der Putin mit Hitler verglichen hat, ist auf dem absteigenden Ast. Auch der CSU -Chef Söder wird immer unbeliebter, selbst bei den CSU-Mitgliedern. Wahrscheinlich wird die AfD mit 20-25 % bei den Kommunalwahlen die zweitstärkste Partei werden. Die SPD wird kaum noch eine Rolle spielen.

Jörges & Patzelt rechnen mit Söder ab, während die AFD profitiert❗️

Merz will Ukraine 140 Milliarden geben – Deutsche Steuerzahler soll haften!

Wie sie weich werden...erst hieß es aus Belgien "Grundsätzlich nicht" - nun heißt es "nicht dauerhaft" - Frage, welche Verbrecher agieren im Hintergrund, die jederzeit irgendeine Regierung erpressen, bedrohen oder zum Gehorsam zwingen? Italien und Belgien... scheiß drauf... 

Meiner Ansicht nach ist es ein Unding, fremdes Geld einfach zu beschlagnahmen. Dieses Geld gehört nicht der EU und hätte von Anfang an in Ruhe gelassen werden müssen.

Diese Handlung allein könnte man schon als feindliche Handlung auslegen.

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