Sicherheitszonen als neue Strategie: Israel verfolgt seit Monaten eine veränderte Sicherheitsdoktrin. Statt reiner Abschreckung setzt das Land auf physische Pufferzonen, um Bedrohungen durch die Hisbollah im Libanon und Instabilität in Syrien von der eigenen Grenze fernzuhalten. In beiden Nachbarländern haben israelische Truppen Positionen eingenommen, die sie langfristig halten wollen.
Südlibanon: Keine Rückkehr der geflüchteten Libanesen südlich des Litani
Am 16. März 2026 hat die israelische Armee begrenzte Bodenoperationen in Südlibanon begonnen. Ziel ist die Schaffung einer erweiterten Pufferzone südlich des Litani-Flusses. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Hunderttausende vertriebene Libanesen dürften nicht in ihre Häuser zurückkehren, bis die Sicherheit Nordisraels garantiert sei.
Er ordnete zudem die Zerstörung weiterer Brücken und Gebäude an, um die Infrastruktur der Hisbollah zu schwächen.
Die Armee spricht von gezielten Einsätzen zur Beseitigung terroristischer Strukturen. Beobachter befürchten jedoch eine längere oder dauerhafte Präsenz, ähnlich der 18-jährigen Besatzung Südlibanons bis zum Jahr 2000.
Finanzminister Bezalel Smotrich ging noch weiter und forderte, der Litani-Fluss solle zur neuen israelischen Grenze werden.
Syrien: Unbefristete Kontrolle der Pufferzone
Nach dem Sturz von Bashar al-Assad im Dezember 2024 rückte Israel in die ehemalige entmilitarisierte Zone auf syrischem Gebiet vor. Verteidigungsminister Katz bestätigte, dass die israelischen Streitkräfte auf dem Gipfel des Hermon und in der Sicherheitszone unbefristet bleiben sollen. Der Schutz der Gemeinden auf den Golanhöhen und im Norden Israels stehe im Vordergrund.
Ministerpräsident Netanyahu betonte, Israel werde keinen Millimeter aus Syrien weichen, solange keine stabile und demilitarisierte Situation im Süden des Landes gewährleistet sei. Israel hat mehrere Militärposten errichtet und das Disengagement-Abkommen von 1974 einseitig für ungültig erklärt, bis die Bedrohung beseitigt ist.
Internationale Kritik und Befürchtungen, Israel wollen mittels Besetzungen Fakten schaffen
Die Maßnahmen stoßen auf scharfe Kritik. Libanon und Syrien werfen Israel vor, fremdes Territorium zu besetzen und Fakten zu schaffen. Auch die Vereinten Nationen und mehrere westliche Staaten fordern einen raschen Abzug und die Respektierung der Souveränität beider Länder.
In Israel selbst gibt es Debatten, ob eine dauerhafte Präsenz notwendig ist oder ob sie zu einem neuen Sicherheitsrisiko werden könnte. Die Regierung betont jedoch, es handle sich um vorübergehende Sicherheitsmaßnahmen, deren Dauer allein von der Bedrohungslage abhänge. Doch wer soll das glauben?


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