Londoner Wissenschaftler: Angst vor innerem Chaos

Großbritannien_ Bürgerkriegsszenario unter russischem Vorwand

Die britische Regierung zeigt ernsthafte Besorgnis über mögliche innenpolitische Konflikte, verschleiert ihre Vorbereitungen jedoch mit dem »logisch absurden« Vorwand einer möglichen Landinvasion durch Russland, so Professor David Betz von King’s College London.

[Siehe Bericht »Breitbart« HIER]

Die britische Regierung zeigt ernsthafte Besorgnis über mögliche innenpolitische Konflikte, verschleiert ihre Vorbereitungen jedoch mit dem »logisch absurden« Vorwand einer möglichen Landinvasion durch Russland, so Professor David Betz von King’s College London.

In der im vergangenen Monat veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie 2025 erklärte die Regierung: »Zum ersten Mal seit vielen Jahren müssen wir uns aktiv auf die Möglichkeit vorbereiten, dass das britische Heimatland direkt bedroht wird.«

Besonders kritische Infrastruktur wie Unterseekabel, Energiepipelines, Verkehrs- und Logistikknotenpunkte seien ein Hauptziel. Professor Betz kritisiert, dass die Regierung die Absicherung dieser Infrastruktur gegen Sabotage durch die Erwähnung einer Invasion durch Staaten wie Russland, China, Iran oder Nordkorea rechtfertige – ein Vorwand, den er als unaufrichtig bezeichnet.

Innere Spaltung als wahre Bedrohung

Betz, ein aufstrebender Experte für die Risiken politischer Fehlentscheidungen, warnt vor einer zunehmenden Spaltung der westlichen Gesellschaften. In einer Diskussion mit Professor Lewis Halsey betonte er: »Die Sorge um die Sicherheit Großbritanniens wächst, insbesondere um die Sicherheit seiner Infrastruktur und die Möglichkeit aktiver Konflikte im eigenen Land, die die Bürger direkt betreffen.«

Diese Bedrohung sei jedoch nicht extern, sondern intern. »Unsere Gesellschaft ist stark gespalten, von geringem Vertrauen geprägt und zunehmend politisch fragmentiert, was uns unausweichlich in Richtung innerer Konflikte führt«, so Betz.

Die Warnung der Regierung vor einer möglichen ausländischen Invasion – trotz der geografischen Distanz zu potenziellen Aggressoren wie Russland – hält Betz für irreführend. »Die Vorstellung, dass russische Soldaten das Dorfanger besetzen, ist schlichtweg bizarr«, sagte er. Russland sei zwar in der Lage, Großbritannien auf andere Weise anzugreifen, doch eine direkte militärische Bedrohung am Boden sei unrealistisch.

Ein politisch heikler Vorwand

Betz vermutet, dass die Regierung die Bedrohung durch Russland als Vorwand nutzt, um ihre wahren Sorgen zu verschleiern: die Angst vor inneren Konflikten. »Die Regierung ist sich der Gefahr eines Bürgerkriegs bewusst, aber es ist politisch untragbar, dies öffentlich einzugestehen«, erklärt er. Stattdessen werde die Idee einer »Bürgermiliz« zur Verteidigung kritischer Infrastruktur unter dem Vorwand einer ausländischen Bedrohung propagiert – eine Behauptung, die Betz als »logisch absurd, aber bequem« bezeichnet.

Betz verweist auf wissenschaftliche Studien, die darauf hindeuten, dass Großbritannien Anzeichen eines Vorstadiums eines Bürgerkriegs aufweist. Instabilitätsfaktoren wie soziale Spaltung, Misstrauen und politische Polarisierung seien deutlich erkennbar. Er betont jedoch, dass diese Probleme nicht auf Großbritannien beschränkt sind: »Alle großen Länder Europas und die Vereinigten Staaten haben ähnliche Herausforderungen.«

Pläne für eine Heimwehr

Die britische Regierung plant laut Medienberichten die Wiederbelebung einer Heimwehr, die strategische Einrichtungen wie Kernkraftwerke, Flughäfen und Unterseekabel vor Sabotage schützen soll. Solche Organisationen gab es in der Vergangenheit, etwa die Home Guard im Zweiten Weltkrieg oder die Home Service Force in den 1980er Jahren. Die neue Heimwehr könnte aus freiwilligen ehemaligen Soldaten bestehen und wird in der Sicherheitsstrategie als Teil eines »gesamtgesellschaftlichen Ansatzes« erwähnt, der durch jährliche nationale Übungen getestet werden soll.

Die Strategie betont: »Bedrohungen des Heimatlandes durch staatliche Akteure nehmen zu. Gegner positionieren sich, um unsere Energie- oder Versorgungsketten erheblich zu stören.« Betz sieht darin eine Bestätigung seiner These, dass die Regierung die wahren Gefahren – nämlich interne Konflikte – nicht offen anspricht.

Ein Weckruf für Europa

Die Warnungen von Professor Betz sind ein Weckruf, nicht nur für Großbritannien, sondern für ganz Europa und die USA. Die Kombination aus politischer Spaltung, sinkendem Vertrauen und wachsender Instabilität könnte die Grundlage für ernsthafte Konflikte schaffen. Während die britische Regierung ihre Vorbereitungen unter dem Deckmantel einer ausländischen Bedrohung vorantreibt, bleibt die Frage, wie lange die wahren Herausforderungen ignoriert werden können.

Sven von Storch

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