Deutschland leidet unter Lehrermangel, Unterrichtsausfall und mangelnder Disziplin an den Schulen. Immer mehr Schüler haben keine ausreichenden Deutschkenntnisse. Es gibt immer mehr Schulabbrecher. Viele junge Menschen sind nicht ausbildungsfähig. Bildungsstreben findet man nur noch bei Minderheiten mit bildungsbürgerlichem Hintergrund oder bei besonders begabten Schülern.
In vielen Ländern Asiens, von Japan über Singapur und Korea bis nach China, sieht das anders aus. In China studieren derzeit rund 40 Millionen junge Menschen mit großen Lerneifer und Engagement. Es herrscht das Prinzip der Meritokratie vor. Leistung wird wertgeschätzt und belohnt. Natürlich gibt es auch mehr Leistungsdruck. Doch viele junge Chinesen halten das aus, weil sie die intrinsische Motivationen mitbringen, sich in ihr Fach zu vertiefen.
Experten warnen immer wieder davor, dass Deutschland international bald abgehängt werden könnte [siehe hierzu auch Bericht »Welt«]. Der rasante Aufstieg Chinas in den letzten Jahrzehnten sei nicht nur durch westliche Investitionen hervorgebracht worden, sondern vor allem durch den Lerneifer und Fleiß der Chinesen. Darin stehen die Chinesen den Japanern und Koreanern in nichts nach. Shanghai sieht heute mindestens ebenso futuristisch aus wie Singapur, Seoul oder Tokio.
In diesen Ländern hat Bildung einen extrem hohen Stellenwert. Es ist dort eine Prestigefrage. Die Menschen haben dort ein anderes Verhältnis zur Schule und Hochschule als in Deutschland, wenn man einmal vom Bildungsbürger-Milieu absieht.
In China, Japan, Singapur und Korea weiß man, dass Studenten sehr hart arbeiten, wenn täglich bis tief in die Nacht lernen und pauken. In Deutschland gelten Studenten als faul, wenn sie nebenbei keiner »richtigen« Arbeit nachgehen.
Wenn Deutschland beim Thema Bildung keine Kurve kriegt, wird unser Land abgehängt. Denn anders als die Saudis oder Russen können wir uns nicht auf Bodenschätze verlassen.


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