Die wachsende Abhängigkeit von Chinas Industrieproduktion bedroht die Sicherheit Europas

Europa hängt am Tropf Chinas: Fast alles wird dort produziert

Die wachsende Abhängigkeit von Chinas Industrieproduktion bedroht die Sicherheit Europas. Die Komplexität der Produktions- und Lieferketten macht unabhängige Industrieproduktion fast unmöglich. Das System wird immer volatiler. Die Globalisierung ist längst an ihre Grenzen geraten.

Schiff in Shanghai


Mit einem Rekordhandelsdefizit von 359,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 importiert die EU mehr als doppelt so viel aus China, wie sie dorthin exportiert. Seltene Erden, Batterien und Solartechnik stammen zu großen Teilen aus der Volksrepublik. Globale Lieferketten erweisen sich in Krisen als hochverletzlich. Die Frage drängt sich auf: Können wir uns die alte Form der Globalisierung angesichts von Kriegen, Pandemien und geopolitischen Spannungen noch leisten? 

Die tiefe Abhängigkeit Europas von chinesischer Produktion  

Im Jahr 2025 erreichten die EU-Importe aus China 559,4 Milliarden Euro, während die Exporte nur 199,6 Milliarden Euro betrugen.

Das Defizit wuchs um fast ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Elektrische Maschinen und Ausrüstung allein machten 164,9 Milliarden Euro aus. Insgesamt entfielen fast zwei Drittel der Einfuhren auf fünf zentrale Kategorien der chinesischen Industrieproduktion.  

Noch kritischer ist die Lage bei strategischen Gütern. China liefert etwa 95 Prozent der in der EU importierten Seltenen Erden und rund 65 Prozent der kritischen Rohstoffe. Für Magnesium beträgt der Anteil 97 Prozent, bei Gallium und Wolfram liegen die Werte ebenfalls extrem hoch. Die Batterie- und Solarindustrie, die für den grünen Wandel unverzichtbar sind, hängen zu über 75 Prozent von chinesischen Zellen und Komponenten ab. Ohne diese Lieferungen geraten die europäischen Klimaziele und die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen in Gefahr.  

Verwundbare globale Lieferketten in einer unsicheren Welt  

Die Just-in-time-Produktion, die jahrzehntelang Effizienz und niedrige Preise sicherte, hat sich als Achillesferse erwiesen. Die Corona-Pandemie legte ganze Wertschöpfungsketten lahm. Der Krieg in der Ukraine trieb Energie- und Getreidepreise in die Höhe. Angriffe im Roten Meer verteuerten den Schiffsverkehr um bis zu 40 Prozent. Geopolitische Spannungen, darunter der US-chinesische Handelskonflikt und die Taiwan-Frage, erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Störungen um 47 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2020.  Cyberangriffe und Naturkatastrophen vervollständigen das Bild. Viele Unternehmen halten immer noch zu wenig Lagerbestände und verlassen sich auf wenige Lieferanten. Die Folge sind Produktionsstopps, Preissprünge und Engpässe bei Medikamenten, Elektronik und Autoteilen. Globale Ketten sind heute nicht mehr nur effizient, sondern auch extrem anfällig gegenüber Schocks an einem einzigen Punkt.  

Der Preis der Globalisierung: Effizienz gegen Sicherheit  

Jahrzehntelang galt Globalisierung als Motor von Wohlstand und Wachstum. Günstige Importe aus China senkten Verbraucherpreise und halfen Unternehmen, Kosten zu sparen. Doch die Kehrseite wird immer sichtbarer. Abhängigkeiten werden zu geopolitischen Waffen. China nutzt Exportkontrollen bei Seltenen Erden und Graphit gezielt als Druckmittel. Gleichzeitig drücken chinesische Überkapazitäten in der Elektroauto- und Solarbranche europäische Hersteller aus dem Markt.  

Eine vollständige Rückverlagerung der Produktion wäre teuer. Studien zeigen, dass eine starke Renationalisierung das globale Bruttoinlandsprodukt um mehr als fünf Prozent senken könnte. Dennoch wächst der Druck. Viele Firmen diversifizieren bereits Lieferquellen, lagern Teile der Fertigung in befreundete Länder aus oder bauen Lagerbestände auf. Die Kosten für diese Resilienz sind spürbar, doch die Kosten einer weiteren Krise wären höher.  

De-Risking als Ausweg: Europa sucht neue Wege  

Die EU hat seit 2023 auf De-Risking gesetzt: weniger Abhängigkeit, ohne vollständige Abkopplung. Der Critical Raw Materials Act, neue Handelsverteidigungsinstrumente und Pläne zur Lagerhaltung kritischer Güter sollen strategische Autonomie schaffen. Einige Unternehmen verlagern Teile der Produktion zurück nach Europa oder in Nachbarländer. Andere investieren in Recycling und heimische Rohstoffförderung. Doch die Fortschritte sind jedoch schleppend. Viele Branchen bleiben auf chinesische Vorprodukte angewiesen. Gleichzeitig investieren europäische Firmen weiter in chinesische Fabriken, um Kosten zu senken und den lokalen Markt zu bedienen. Die Herausforderung liegt darin, ein Gleichgewicht zu finden: Globalisierung soll nicht enden, sondern smarter werden. Regionale Wertschöpfungsketten, digitale Transparenz und enge Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Ländern könnten die Balance zwischen Effizienz und Sicherheit herstellen.  

Ist eine neue Form der Globalisierung möglich?  

Europa kann sich die alte, ungebremste Globalisierung nicht mehr leisten. Die Abhängigkeit von chinesischer Industrieproduktion und die Fragilität der Lieferketten sind in Zeiten von Kriegen und Pandemien zu groß. Dennoch wäre ein Rückzug für ein Land wie Deutschland wirtschaftlich schädlich. Die Lösung liegt wohl in einer resilienteren Form des globalen Handels: diversifiziert, transparent und geopolitisch klug gesteuert. Nur so bleibt Europa wettbewerbsfähig und sicher. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Brüssel und die Mitgliedstaaten diese Wende entschlossen genug angehen.

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

17.04.2026 | 08:20

... „Die wachsende Abhängigkeit von Chinas Industrieproduktion bedroht die Sicherheit Europas. Die Komplexität der Produktions- und Lieferketten macht unabhängige Industrieproduktion fast unmöglich. Das System wird immer volatiler. Die Globalisierung ist längst an ihre Grenzen geraten.“ ...

Wäre es für dieses https://schurken.fandom.com/de/wiki/B%C3%B6ser_Friederich und seine(?) Deutschen - incl. der durch sie finanzierten EU - nicht auch deshalb von großem Vorteil, nun von Russland geführt zu werden??? 

https://www.reddit.com/r/TerraInvicta/comments/1s1r4ls/why_does_russia_immediately_take_over_the_eu_when/?tl=de

Wenn man bei Ebay schaut, gibt es fast ausschließlich nur noch chinesische Produkte. Ich zahle lieber ein paar Euro mehr und kaufe die wenigen deutschen Produkte die es noch gibt.

Warum das Geschrei über Abhängigkeiten? Das Problem war lange schon  vorhersehbar. Gier und Dummheit sind die Urasachen. Schon Lenin sagte: "Die Kapitalisten verkaufen uns auch den Strick an dem wir sie aufhängen." Und nun ist es soweit. Fehlende Schulbildung und Faulheit durch alle Kreise sind die Triebkraft des Niederganges. Demokratie hat sich als nicht zukunftsfähig herausgestellt. Zwei gescheiterte Diktaturen in Deutschland lassen auch nichts anderes erkennen, auch wenn man die jetzige Diktatur demokratisch bemäntelt. Die Deutschen waren und sind demokratieunfähig und totalitärafin und deshalb wird es auch diesmal in einem Zusammenbruch enden. Daran ändern auch die neuen Maßnahmen zur Unterdrückung der Bevölkerung nichts

2/3 produziert man fürs eigene Land, Rest geht in Export. USA liegt beim outsourcing bei 10%, BRD bei 60%. 2/3 also für die Welt. Kann Gleichung so nicht stimmen. Man sagt Fond - gut durchgemischt, fällt DAX nicht. Doch im Handel kauften sie nur aus China. Nun will China alles. Jede Firma hier gekauft, abgewickelt. Mit fertig E-Autos, müssen wir Aussenhandelsbilanz nun ausgleichen, mit was. Alles ist doch in Peking, bleibt EURO übrig. Der ist nichts wert, daher schnell die Zahl - sagt EZB. Irrtum, der Chinamann will unser Gold, damit ist Deutschland AG weg. War das so gewollt. Warum machte deutsche Wirtschaft mit Merkel gemeinsame Sache - werden Historiker klären müssen....

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