Es gibt eine zweite Meerenge, die für die Ölwege zu Wasser bedeutsam ist: die Meerenge Bab-el-Madeb am südlichen Eingang zum Roten Meer. Hier im Jemen sind die mit dem Iran verbünteten schiitischen Houhti-Rebellen aktiv. Auch sie drohen mit Raketen und Drohnen.
Die Eskalation am Golf
Seit Ende Februar 2026 hat der Iran als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Militärschläge die Straße von Hormus faktisch unpassierbar gemacht. Angriffe auf Schiffe, Drohnen- und Raketeneinsätze sowie Berichte über Minenlegung haben den Verkehr auf einen Bruchteil des Normalen reduziert. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt normalerweise durch diese Engstelle. Viele Tanker meiden die Route inzwischen, was zu Produktionskürzungen in den Golfstaaten und steigenden Ölpreisen führt.
Saudi-Arabien sucht Ausweichroute
Um den Export aufrechtzuerhalten, leitet Riad einen wachsenden Teil seines Öls über Pipelines zum Roten Meer um – vor allem über den Hafen Yanbu. Dort sollen im März 2026 Rekordmengen verladen werden. Diese Alternative führt jedoch zwangsläufig durch die Bab-el-Mandeb-Straße am Südeingang des Roten Meeres, die den Zugang zum Suezkanal und damit zu Asien kontrolliert. So könnte Saudi-Arabien über den Suez-kanal nach Europa liefern, aber nicht nach Süden durch die Meerenge von Bab-el-Madeb nach Ostasien. Und weiterhin dass sonstige Öl und Gas aus dem Golf nicht nach Europa, es sei denn um Afrika herumgeschifft.
Houthi-Drohungen werden konkreter
Die schiitischen Houthi-Rebellen, die große Teile des Nordjemens kontrollieren, gehören zur iranischen "Achse des Widerstands". Sie erhalten seit Jahren Waffen, Ausbildung und Finanzierung aus Teheran.
Nach einer vorübergehenden Pause im Herbst 2025 haben hochrangige Houthi-Vertreter Ende Februar 2026 angekündigt, Raketen- und Drohnenoperationen gegen Schiffe im Roten Meer und der Bab-el-Mandeb-Straße unverzüglich wiederaufzunehmen.
Houthi-Führer Abdul Malik al-Houthi erklärte, die Gruppe stehe "mit dem Finger am Abzu"“. Ein Militärsprecher drohte sogar mit einer offiziellen Seeblockade gegen US- und israelische Schiffe.
Erprobte Taktiken der Rebellen
In den Jahren 2023 bis 2025 hatten die Houthi mit Hunderten Angriffen den Schiffsverkehr durch die Bab-el-Mandeb-Straße massiv behindert. Sie setzten ballistische Raketen, Marschflugkörper, Drohnen, unbemannte Boote und Minen ein.
Damals sank der Verkehr zeitweise um bis zu 50 Prozent. Reedereien wie Maersk leiteten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung um, Versicherungsprämien explodierten. Dieselben Mittel stehen den Rebellen auch heute zur Verfügung.
Experten rechnen mit gezielten Schlägen gegen Schiffe mit westlichen, saudischen oder israelischen Verbindungen.
Koordination mit dem Iran
Iranische Medien und offizielle Stellen haben die Houthi ausdrücklich als Teil der regionalen Vergeltung genannt. Teheran nutzt seine Proxys gezielt, um Druck auszuüben, ohne selbst überall direkt einzugreifen. Eine gleichzeitige Störung von Hormus und Bab-el-Mandeb würde die letzten Ausweichrouten für Golf-Öl kappen und den Welthandel schwer belasten. Rund 12 Prozent des globalen Seeverkehrs mit Öl passieren die Bab-el-Mandeb-Straße.
Folgen für Wirtschaft und Energie
Sollten die Drohungen in Taten umgesetzt werden, drohen weitere Preissprünge beim Rohöl, längere Lieferzeiten und Engpässe bei Treibstoff und Gütern. Reedereien haben bereits begonnen, die Umrundung Afrikas zu bevorzugen. Internationale Seestreitkräfte sind im Roten Meer präsent, können eine vollständige Schließung aber nur schwer verhindern. Die Lage bleibt hochdynamisch und hängt von der weiteren Eskalation im Iran-Konflikt ab.
Die Houthi-Rebellen haben die Mittel und die Motivation, die Bab-el-Mandeb-Straße als Druckmittel einzusetzen. Gemeinsam mit der iranischen Blockade der Straße von Hormus könnte dies zu einer der schwersten Störungen des globalen Energiehandels seit Jahrzehnten führen. Die Welt blickt mit Sorge auf das "Tor der Tränen".


Kommentare
... „Während der Iran die…
... „Während der Iran die Straße von Hormus weitgehend lahmgelegt hat, kündigen die mit Teheran verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen die Wiederaufnahme von Raketen- und Drohnenangriffen im Roten Meer an. Eine doppelte Blockade könnte den globalen Ölhandel schwer treffen und Preise in die Höhe treiben.“ ...
Was nicht ohne Vorschichte ist, denn der Westen ließ sich von den Huthis scheinbar längst in die Falle ziehen!!!
https://ga.de/news/politik/ausland/kommentar-der-westen-geht-den-huthis-in-die-falle_aid-104986529
Trump und seine…
Trump und seine Regierungsmitglieder haben dafür gesorgt, dass wir kein Gas, kein Öl und bald keine Waren mehr bekommen. Mit anderen Worten er hat sich zu unserem Feind gemacht. Wir müssen uns mir Russland, China, Indien, Nordkorea zusammenschließen und unsere Rechte zurück holen.
Soll der Nahe Osten doch untergehen!
Dann werden unsere Waren eben nicht mehr durch den Suez-Kanal befördert, sondern um das Kap der Guten Hoffnung. Die Umstellung sollten die Reedereien in ein oder zwei Monaten schaffen.
Und sein Öl soll doch der Nahe Osten (der noch nie was anderes als Unruhe in den Welthandel gebracht hat) sich in die Haare schmieren. Die westlichen Industriestaaten plus Japan werden Lösungen finden.
Nur China wird weiterhin Geschäfte mit Verbrechern, islamischen Regimes und Judenmördern machen. Wenn China weiterhin Handel mit genau den Ländern betreibt, die den Westen wirtschaftlich schädigen, muss es sanktioniert werden: Der Handel mit China müsste in diesem Fall eingestellt werden.
Unrealistisch? Nein, die Flexibilität der freien Wirtschaft wird kolossal unterschätzt (solange man diese Flexibilität nicht unterbindet).
Auch die jetzige Preissteigerung bei Ölprodukten: Die stört nur kurzfristig. Und in Deutschland, wo den Leuten eh die Hälfte ihres Geldes vom Staat abgenommen wird, macht das den Kohl auch nicht mehr fett.
Vielleicht könnte man den dummen, aggressiven Terroristen und dem Mullah-Regime auf die Sprünge helfen, indem man ihnen einen öffentlichen Brief zukommen lässt: "Leute, wenn sich der Welthandel und die Weltwirtschaft umgestellt hat, braucht ihr die beiden Meerengen nicht mehr blockieren. Das übernehmen wir dann für euch."
Huthi
Wo ist die Hessen?
Öl und Gas vom Persischen Golf . . .
. . . wird immer mehr über Pipelines abtransportiert, um die feindseligen Korridore zu umgehen.
Öl und Gas vom Persischen Golf können auch über die Häfen Yanbu am Roten Meer, Fudschaira am Golf von Oman und Ceyhan am Mittelmmer abtransportiert werden. Anbindungen dazu haben Saudi-Arabien und Bahrain, die VAE und Katar, sowie der Irak.
https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/globaler-pipeline-atlas-das-unsichtbare-netz-der-weltweiten-energieversorgungs/
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