Die Sperrung der Straße von Hormus als Warnung

Die Straße von Taiwan: Ein unterschätztes Risiko für die globale Wirtschaft

Die Sperrung der Straße von Hormus hat der ganzen Welt gezeigt, wie akut die Wirtschaft auf Versorgungsausfälle reagieren kann. Die Krise in der Straße von Taiwan könnte dazu führen, dass etwa 90 Prozent der weltweit führenden Halbleiter nicht mehr geliefert werden.

Xi Jinping


Chinas Haltung gegenüber Taiwan

China betrachtet die Insel mit 23 Millionen Einwohnern als sein Territorium, und Präsident Xi Jinping hat die Vereinigung — friedlich oder mit Gewalt — zu einem Teil seiner Politik gemacht.

Die wirtschaftlichen Folgen einer Blockade ohne Schuss

2 Billionen Dollar – Schätzung der Verluste der Weltwirtschaft aufgrund der Blockade der Straße von Taiwan, die China ohne einen einzigen Schuss anordnen kann.

Die Kosten eines offenen Konflikts

Ein ausgewachsener Konflikt zwischen den USA und China wegen Taiwan wird die Weltwirtschaft allein im ersten Jahr 10,6 Billionen Dollar oder 9,6 % des weltweiten BIP kosten. Dies wird den Schaden der Covid-19-Pandemie und der weltweiten Finanzkrise 2007-2009 übersteigen.

Der Halbleiter-Engpass als globaler Schock

Die Sperrung der Straße von Hormuz hat bereits gezeigt, wie empfindlich globale Märkte auf Unterbrechungen in strategischen Seerouten reagieren. In der Straße von Taiwan droht nun ein noch gravierenderer Engpass. Hier geht es nicht um Rohstoffe wie Öl, sondern um das Herzstück der modernen Technologie: hochentwickelte Halbleiter. Etwa 90 Prozent der weltweit führenden Chips werden in einer Region produziert, deren Lieferwege direkt durch diese Meerenge laufen. Eine Krise dort würde bedeuten, dass diese unverzichtbaren Bauteile plötzlich nicht mehr verfügbar sind. Fabriken in der Automobilindustrie, der Elektronik, der Medizintechnik und der Informationstechnologie müssten ihre Produktion drosseln oder einstellen. Die Abhängigkeit von Just-in-Time-Lieferungen macht das System besonders anfällig. Preise würden steigen, Lieferzeiten sich dramatisch verlängern und ganze Wertschöpfungsketten ins Stocken geraten.

Die geopolitische Dimension

China betrachtet die Insel Taiwan mit ihren 23 Millionen Einwohnern als Teil seines eigenen Territoriums. Präsident Xi Jinping hat die Vereinigung mit dem Festland – friedlich oder, falls nötig, mit anderen Mitteln – zu einem festen Bestandteil seiner politischen Agenda erklärt. Diese Position wird durch anhaltende militärische Aktivitäten rund um die Insel untermauert. Für Peking handelt es sich um eine Frage der nationalen Einheit, die nicht verhandelbar erscheint. Gleichzeitig sind die Vereinigten Staaten durch strategische und gesetzliche Bindungen eng mit Taiwan verbunden. Jede Eskalation würde daher nicht nur die unmittelbar Beteiligten, sondern das gesamte internationale Gefüge berühren.

Die Blockade als wirtschaftliche Waffe

Besonders bemerkenswert ist die Möglichkeit einer Blockade ohne direkte Kampfhandlungen. China könnte die Straße von Taiwan durch die bloße Präsenz seiner Seestreitkräfte kontrollieren und den zivilen Schiffsverkehr faktisch unterbinden. Eine solche Maßnahme wäre militärisch vergleichsweise einfach umzusetzen und dennoch extrem wirksam. Die wirtschaftlichen Folgen wären dennoch enorm. Schätzungen sprechen von Verlusten in Höhe von zwei Billionen Dollar allein durch eine derartige Blockade. Das wäre ein wirtschaftlicher Schock, der sich rasch über die gesamte Welt ausbreiten würde – ohne dass ein einziger Schuss gefallen ist.

Die Dimension eines offenen Konflikts

Sollte es hingegen zu einem offenen Konflikt zwischen den USA und China kommen, würden die Schäden eine neue Dimension erreichen. Berechnungen gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft allein im ersten Jahr Einbußen von 10,6 Billionen Dollar erleiden würde. Das entspricht rund 9,6 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahl übertrifft die kombinierten Auswirkungen der Finanzkrise 2007 bis 2009 und der Corona-Pandemie deutlich. Der Grund liegt in der extremen Vernetzung der heutigen Wirtschaft: Eine Unterbrechung der Halbleiterströme würde nicht nur Asien, sondern praktisch alle Kontinente gleichzeitig treffen und lange nachwirkende Effekte erzeugen.

Die globale Verwundbarkeit der vernetzten Wirtschaft

Die moderne Weltwirtschaft ist so eng verflochten, dass ein regionaler Konflikt in der Taiwan-Straße globale Konsequenzen hätte. Die Abhängigkeit von hochentwickelten Halbleitern reicht von alltäglichen Konsumgütern bis hin zu kritischen Infrastrukturen. Eine längere Unterbrechung würde nicht nur Wachstum bremsen, sondern auch Beschäftigung, Preisniveau und Versorgungssicherheit in vielen Ländern beeinträchtigen. Die Straße von Taiwan ist damit zu einem der sensibelsten Punkte des globalen Systems geworden – ein Nadelöhr, dessen Stabilität über weit mehr entscheidet als nur über regionale Machtfragen.

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

16.04.2026 | 12:54

... „China betrachtet die Insel Taiwan mit ihren 23 Millionen Einwohnern als Teil seines eigenen Territoriums. Präsident Xi Jinping hat die Vereinigung mit dem Festland – friedlich oder, falls nötig, mit anderen Mitteln – zu einem festen Bestandteil seiner politischen Agenda erklärt.“ ...

Ja Himmel, Allmächtige(?) mit polnischem Hintergrund, Zeus und führend Huangdi https://de.wikipedia.org/wiki/Huangdi:

Gilt für China etwa nicht das Gleiche wie angeblich auch für Deutschland???https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-deutsche-einheit-2400210

 

Johannes Friedrich

16.04.2026 | 13:33

Hier sieht man, welch ein Fehler die Globalisierung ist. Wenn 90% einer Ware nur in einem Staat hergestellt werden, sind Engpässe irgendwann vorprogrammiert, wie die derzeitige Krise deutlich zeigt und auch schon zu "Corona"-Zeiten gezeigt hat. Es ist praktisch unerläßlich, daß jedes Land seine benötigten Güter selbst produziert, soweit ihm dies möglich ist. Wirtschaftliche Interessen dürfen dabei keine Rolle spielen.

Das war ja auch einmal so und hat sich über Jahrhunderte bewährt. Jedes Land hat fast alle seine Waren selbst hergestellt und damit florierenden Handel - sozusagen im Austausch - betrieben, was allen diesen Ländern Wohlstand beschert hat - insbesondere Deutschland! - Bis "kluge" Leute auf die Idee kamen, das eine oder andere und dann immer mehr Produkte selbst nicht mehr herzustellen - weil ihnen die Herstellung zu teuer war oder wurde, um bezahlte Arbeitskräfte, aber auch Rohstoffe einsparen zu können - und statt dessen - natürlich billig - (nur noch) von anderen Ländern zu kaufen. 

Dass sich diese Länder, die nicht mehr selbst produzieren und alles außerhalb kaufen, sich damit von anderen abhängig machen, von dem oder den Verkäufer-Ländern und dass das ggf. negative Konsequenzen haben kann, vielleicht sogar verheerende Folgen im Falle von Kriegen, DAS haben diese "klugen" Leute offenbar nicht bedacht. 

Doch da diese Welt noch nie eine friedliche war, und Kriege somit Lieferungen unmöglich machen können, was wiederum eine Katastrophe für die abhängigen Länder sein kann, die auf Lieferungen von bestimmten Waren und Produkten angewiesen sind, war und ist es allerdings gar keine so gute Idee, selbst möglichst nichts mehr zu produzieren und fast ausschließlich nur noch irgendwo im Ausland zu kaufen oder auch DORT produzieren zu lassen. Länder, die das so handhaben, machen sich logischerweise automatisch von anderen abhängig. Und seit langem insbesondere von einem einzigen Land, das selbst jedoch davon unendlich profitiert und sich dadurch zu einer enormen Wirtschaftsmacht und daher auch zu einer großen politische Macht entwickeln konnte! Oder wen wundert dieser steile Aufstieg Chinas noch?? Aber die Globalisten haben es so gewollt!! 

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