Trump schließt eine US-Bodeninvasion im Iran nicht aus

Die Risiken einer US-Bodeninvasion im Iran: Ein geographischer und strategischer Albtraum

Während der laufende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran eskaliert, warnen Experten vor den katastrophalen Folgen einer Bodeninvasion. Die immense Größe des Landes, seine unwegsame Geographie und militärische Herausforderungen machen einen solchen Schritt zu einem potenziellen Desaster, das an vergangene Kriege in Irak und Afghanistan erinnern könnte.

Trump vor einer Karte des Iran


US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass er eine US-Bodeninvasion nicht ausschließt. Fest steht, dass die USA die Kurden im Nordwesten des Iran zur Destabilisierung ermuntern und die irakischen Kurden bereits iranisches Gebiet beschossen haben.

Aber eine echte US-Invastion des Iran wie vormals in Afghanistan könnte in einem Desaster enden.

Geographische Barrieren als natürliche Festung: Der Iran ist eine natürliche Festung

Der Iran erstreckt sich über etwa 1,6 Millionen Quadratkilometer, was ihn mehr als dreimal so groß wie Frankreich macht und größer als die kombinierten Territorien mehrerer westeuropäischer Länder. Diese enorme Ausdehnung allein stellt eine logistische Herausforderung dar, da eine Besetzung mehr Truppen erfordern würde, als jede moderne Armee mobilisieren könnte.

Hinzu kommt die Topographie: Die Zagros-Berge bilden eine 1600 Kilometer lange Mauer entlang der Westgrenze mit Gipfeln über 4000 Metern, die großangelegte Panzervorstöße unmöglich machen. Im Norden schützen die Alborz-Berge die Hauptstadt Teheran, während zentrale Salzwüsten wie Dasht-e Kavir und Dasht-e Lut als unbewohnbare Fallen wirken, die Versorgungslinien unterbrechen und Ausrüstung durch Sand und Salz beschädigen. 

Historische Invasionen, von den Mongolen bis zu Saddam Husseins Angriff 1980, scheiterten an diesen natürlichen Barrieren, die Bewegungen auf enge Pässe beschränken und Angreifer anfällig für Hinterhalte machen. 

Experten betonen, dass der Iran eine natürliche Festung ist, deren Gelände konventionelle Kriegsführung behindert und asymmetrische Taktiken begünstigt.

Militärische Herausforderungen und Ressourcenmangel

Eine Bodeninvasion würde Hunderttausende von Truppen erfordern, um das Land mit über 90 Millionen Einwohnern zu kontrollieren – eine Zahl, die die Bevölkerung des Irak vor der Invasion 2003 um das Dreifache übersteigt.

Der Iran verfügt über eine Armee von etwa 450.000 Bodentruppen, ergänzt durch paramilitärische Einheiten wie die Revolutionsgarden, die auf Infanterie und Drohnen setzen. 

Seine Raketenfähigkeiten ermöglichen Angriffe auf US-Basen im Golf, während regionale Proxys in Irak, Syrien, Libanon und Jemen simultane Fronten eröffnen könnten, was den Konflikt zu einem Mehrfrontenkrieg eskaliert. Logistische Vorbereitungen für eine großangelegte Operation, inklusive gesicherter Nachschublinien, wären enorm zeitaufwendig und kostspielig, mit Schätzungen von Billionen Dollar über Jahre hinweg. 

Die US-Streitkräfte, bereits durch andere globale Verpflichtungen belastet, könnten Präzisionswaffen schnell erschöpfen, und das raue Klima – mit extremen Temperaturen und Staubstürmen – würde Ausrüstung und Truppen zusätzlich belasten. 

Im Vergleich zum Irakkrieg 2003, der in ein Jahrzehnt Chaos mündete, würde der Iran aufgrund seiner Größe und Verteidigungsfähigkeiten eine noch intensivere Aufstandsbewegung auslösen.

Potenzielle Konsequenzen und politische Fallstricke

Die Folgen einer Invasion wären verheerend: Ein Machtvakuum könnte zu gewalttätigem Chaos führen, mit Fraktionen, die um die Kontrolle kämpfen, und einer möglichen Militärherrschaft unter den Revolutionsgarden. Experten warnen vor einer Insurrektion, die den Irak nach 2003 als handhabbar erscheinen ließe, mit potenziell Millionen Opfern und einer Eskalation zu einem regionalen Krieg. 

Wirtschaftlich drohen globale Energiemarktschocks durch Störungen der Straße von Hormus, wo der Iran den Ölverkehr kontrollieren könnte, was Preise in die Höhe treibt. Politisch fehlt es an Appetit in den USA, insbesondere unter Trumps Basis, für einen weiteren ewigen Krieg, und es gibt keinen klaren Plan für eine Nachkriegsordnung oder internationale Partner jenseits Israels. Die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Invasion wird als niedrig eingestuft, da Luftangriffe und Spezialoperationen als sicherere Alternativen bevorzugt werden, um Eskalation zu vermeiden. 

Letztlich könnte ein solcher Schritt die USA in einen kostspieligen Sumpf ziehen, ohne strategische Gewinne, und die Region weiter destabilisieren.

 

Sven von Storch

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Kommentare

Graf von Henneberg

06.03.2026 | 13:51

Am 6. März 1965 war der Beginn des amerikanischen Einmarsches in Vietnam. Die ersten 10’000 amerikanischen Soldaten landen in Südvietnam. - Hoffentlich wissen die Amis noch, wie das damals ausgegangen ist.

Prof. LÖWENHERZ

06.03.2026 | 14:42

Warum alles NEGATIV sehen? Gehen wir doch von einem POSITIVEM Ergebnis aus. Trump zerschlägt das Mullah-Regime mit weit überlegener Waffentechnik. Nach dem Sieg bringt er noch Kronprinz Reza Pahlavi an die Macht und der Iran wird GREAT AGAIN in neuem Glanze erstrahlen. Somit keine Gefahr mehr für die Welt. SO muss man das sehen.

Und hier noch Julian Reichelt in BESTFORM.
"Unbequeme Wahrheit: Terroristen töten ist gut für Deutschland."
https://www.youtube.com/watch?v=cjj9ITrpMA0

In jedem Punkt stimme ich zu. Das beste Video überhaupt.
Julian Reichelt is GREAT AGAIN too.

 

Kerschensteiner Walter

06.03.2026 | 18:06

Ich kenne eine diesbezügliche merkwürdige Prophetie in den 60iger Jahren über den Ausbruch des 3.  Weltdkrieges , den ein verunklückter Landwirt nach 1 Stunde erfolgreicher Reanimierung und Genesung, bei  nachdenklichen Blick aus einem Fenster seines Anwesens erlebte. So redeten die  Leute: "Was die Amerikaner gemacht haben, war nicht in Ordnung. Dass  Terroristen eine ganze Stadt in den USA zerstörten, geht wahrlich zu weit. Auch flinke kleine Chinesenpanzer konnte er sehen. Der Ami zöge sich in die USA zurück, und der Russe marschiere weiter. Ein interessierter Jurist konnte den Landwirt in Österreich mit Hilfe des Verlages feststellen und dessen Erlebnis aus erster Hand erfahren. Nach Auflösung des Warschauer Paktes waren kath. Geistliche in Rußland mit der Einrichtung katholische Gebetszentren für kath. Christen befasst und erlebten diese unschöne Entwicklung. Mir ist noch zu den unschönen Entwicklungen der besorgte Satz im Ohr: Der Russe nimmt u.U. einen Vertragsbruch hin, aber niemals einen Vertrauensbruch. Sein Angriff ist wohl  ein Kriegsverbrechen. Was aber war der Grund hierfür? Die ganze Wahrheit /Archive öffnen  muß auf den Tisch, um Frieden zu ermöglichen!      

hat America nichts vom Afghanistan Disaster gelernt? Denke schon, aber das amerikanische Militär ist darauf ausgerichtet -- endlos Kriege zu führen -- aber keine zu gewinnen -- Korea -- Vietnam -- Irak -- Syrien -- Afghanistan etc etc 

Ekkehardt Fritz Beyer

07.03.2026 | 11:58

... „Während der laufende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran eskaliert, warnen Experten vor den katastrophalen Folgen einer Bodeninvasion. Die immense Größe des Landes, seine unwegsame Geographie und militärische Herausforderungen machen einen solchen Schritt zu einem potenziellen Desaster, das an vergangene Kriege in Irak und Afghanistan erinnern könnte.“ ...

Ist es nicht schon extrem merkelwürdig, dass sich ein US-Flugzeugträger bereits schlich und Israel - scheinbar völlig konfus - schon UN-Friedenstruppen angreift??? https://www.youtube.com/watch?v=JtY9DBQPRGk

Ekkehardt Fritz Beyer

07.03.2026 | 12:45

... „Aber eine echte US-Invasion des Iran wie vormals in Afghanistan könnte in einem Desaster enden.“ ...

Wird er sich deshalb nun aus dem Iran zurückziehen und dafür alternativ Kuba angreifen? https://www.stern.de/politik/ausland/us-praesident-donald-trump--kuba-wird--ziemlich-bald-fallen--37199500.html

Um damit zu dokumentieren, dass er sehr viel durchsetzungsfähiger ist, als einst Kennedy??? https://amerika21.de/blog/2023/05/263729/kuba-usa-kennedy-schweinebucht

 

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