In Baden-Württemberg geraten immer mehr Obdachlose mit den Ordnungsämtern und Behörden in Konflikt. Der Grund: Wohnungslose würden sich nicht an die Corona-Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen halten [siehe Bericht »Welt«].
Also werden sie von den Behörden mit zum Teil horrenden Bußgeldern belangt, die sie niemals zurückzahlen können. Woher soll ein Obdachlose hundert oder tausend Euro nehmen, um die Bußgelder zu bezahlen?
Julia Schlembach vom Referat Wohnungslosenhilfe der Diakonie Baden erzählt: »Das sind zum Teil horrende Beträge, die von den Ordnungsbehörden besonders vehement eingetrieben werden.«
Ein Sozialarbeiter aus Karlsruhe berichtet von Bußgeldsummen in Höhen von mehreren tausend Euro, die manche Obdachlose zahlen sollen. Die Behörden haben kein Einsehen, auf diese Summen zu verzichten.
Obdachlose sind in mehrfacher Hinsicht in besonders prekären Situationen. Sie müssen sich oft gegenseitig helfen und bei Kälte näher zusammenrücken. Sie sammeln sich in Obdachlosenunterkünften. Außerdem sind viele auf das Betteln und Flaschensammeln angewiesen, das beides in Lockdown-Zeiten schwierig ist.


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