USA wollen Kurden im Iran bewaffen, Israel wolle Chaos in der Region zur eigenen Machterweiterung nutzen

Col. Wilkerson: Die USA verstricken sich in einen Krieg, dessen Ausmaß sie nicht einschätzen können

Col. Lawrence Wilkerson warnt vor einer gravierenden Fehleinschätzung des Krieges gegen Iran durch die USA und ihre Verbündeten. Der Konflikt ist tief in historischen, kulturellen und geopolitischen Komplexitäten verwurzelt, die von der amerikanischen Führung und Öffentlichkeit kaum verstanden werden. Militärisch und strategisch ist eine schnelle Lösung unrealistisch, vielmehr droht eine langwierige, blutige Auseinandersetzung mit erheblichen regionalen und globalen Folgen.

Lawrence Wilkerson


Colonel Lawrence Wilkerson, ehemaliger Stabschef des US-Außenministers und erfahrener Militärplaner, gibt in einem Interview-Gespräch mit Glenn Diesel seine Einschätzungen zum aktuellen Kriegsgeschehen im Nahen Osten, insbesondere in Bezug auf Iran. Wilkerson betont, dass der Verlauf des Konflikts von zahlreichen Variablen abhängt, darunter das Verhalten Russlands, Chinas, die Verfügbarkeit von Munition, die Reaktion der iranischen Bevölkerung sowie die Kontrolle kritischer Seewege wie Bab al-Mandab und die Straße von Hormus. Ebenfalls entscheidend sei die Haltung der US-amerikanischen Öffentlichkeit.

Komplexität und Unverständnis des Konflikts

Wilkerson kritisiert die US-Politik und das mangelnde Verständnis für die historische, kulturelle und geopolitische Natur des Konflikts mit dem Iran. Der Iran werde als ein 3000 Jahre alte Kulturregion beschrieben, die trotz innerer Probleme entschlossen sei, sich gegen die USA zu verteidigen – bis zum Äußersten. Die US-Regierung, inklusive prominenter Politiker und Sprecher, verstehe nicht, dass dieser Konflikt nicht kurzfristig zu einem Sieg über Iran führen werde.

Historische Perspektive

Wilkerson war bereits bei früheren Konflikten in der Region, insbesondere im Iran-Irak-Krieg, involviert. Er weist auf frühere US-Unterstützung für den Irak hin und auf Ereignisse wie den Abschuss eines iranischen Flugzeugs durch die US-Marine. Die iranische Widerstandsfähigkeit resultiere aus langjähriger historischer Erfahrung, darunter der Einsatz chemischer Waffen gegen sie.

Militärische Einschätzungen und Risiken

Wilkerson rät dringend vom Einsatz militärischer Gewalt in der Region ab, da dies katastrophale Folgen hätte. Die US-Munition ist knapp, während Iran über ausreichende Raketen- und Drohnenkapazitäten verfüge. Eine Bodeninvasion Irans wäre militärisch kaum durchführbar; selbst eine große Truppenstärke würde binnen weniger Jahre vernichtet oder gefangen genommen. Israel verfüge über Nuklearwaffen und könnte diese im Konflikt einsetzen, während Iran offiziell keine besitzt.

Regionale und globale Dimensionen

Der Konflikt habe das Potenzial, sich regional auszuweiten und sogar global mit anderen Konflikten (Ukraine, Georgien) zu verknüpfen.

Israel strebe nicht nach einem stabilen Staat im Nahen Osten, sondern nach Chaos zur Machterweiterung im gesamten Levanten und darüber hinaus.

Die Türkei sei bereits involviert, wenn auch öffentlich distanziert, da sie ihre eigenen nationalen Interessen verfolge und die kurdischen Milizen in der Region genau beobachte.

Die Rolle der Kurden sei kritisch, da sie in mehreren Ländern (Irak, Syrien, Iran, Türkei) aktiv sind und vom Westen teilweise bewaffnet werden, was die Beziehungen zu Ankara weiter belastet.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Der Krieg wirkt sich massiv auf den Energiemarkt aus: Ölpreise steigen, Länder wie Indien stehen vor großen Herausforderungen wegen Ölimporten. Die strategischen Ölreserven der USA sind nicht ausreichend aufgefüllt, was die Versorgungslage verschärft. China und Russland profitieren langfristig von der Destabilisierung des Westens und könnten militärisch in den Konflikt eingreifen.

Narrative und politische Kommunikation

US-Politiker und Regierungssprecher liefern widersprüchliche und inkonsistente Erklärungen zum Krieg. Es gibt keinen kohärenten Narrativ, der die amerikanische Öffentlichkeit überzeugend hinter dem Krieg vereint. Einige einflussreiche US-Religionsführer betrachten den Konflikt als "Heiligen Krieg" mit apokalyptischen Zielen, was die Militarisierung und Radikalisierung innerhalb der USA fördert.

Geopolitische Rivalitäten

Der Konflikt wird auch als Teil eines größeren Machtkampfes gegen China und Russland gesehen. China plant, den Renminbi als internationale Reservewährung zu etablieren, was die Vormachtstellung des US-Dollars herausfordert. Russland und China besitzen eine starke Marinepräsenz, die den US-Streitkräften in der Region militärisch überlegen sein könnte, besonders im Bereich der U-Boot-Kriegsführung.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

05.03.2026 | 13:13

... „China plant, den Renminbi als internationale Reservewährung zu etablieren, was die Vormachtstellung des US-Dollars herausfordert. Russland und China besitzen eine starke Marinepräsenz, die den US-Streitkräften in der Region militärisch überlegen sein könnte, besonders im Bereich der U-Boot-Kriegsführung.“ ...

Ja Himmel, Sakradi und heilig`s islamisches Blechle: 

Ist das nicht eine himmelschreiend – göttlich(?) ätzende - Ungrechtigkeit?

Und dann denke auch ich an den „Iran-Krieg - sowie die möglichen Folgen für den Ukraine-Konflikt“! https://rtde.team/podcast/272100-iran-krieg-und-folgen-ukraine-krieg/

Macht US-Mordlust etwa auch deshalb Schule - was Merz scheinbar auch noch begeistert??? https://rtde.team/meinung/272033-us-mordlust-macht-schule-merz-merz-begeistert/

Wen wundert da noch die Kulturförderung à la Weimer? „Streichliste bestimmt der Verfassungsschutz“!!! https://rtde.team/inland/272050-weimer-kulturfoerderung-bestimmt-verfassungsschutz/

"Die USA verstricken sich in einen Krieg, dessen Ausmaß sie nicht einschätzen können*

So ist und kommt es, wenn "man" von Größenwahn, Allmacht und dem Glauben, unbesiegbar zu sein und alles sowie jeden beherrschen zu können, befallen ist. Dann kann "man" nicht mehr klar, realistisch und logisch denken, einschätzen und handeln, "übersieht" die Folgen und sorgt ggf. selbst dafür, seine eigene Macht zu verlieren - ganz davon abgesehen, was diese Verblendung für die gesamte Welt bedeutet, nämlich absolut nichts Gutes.

Die USA lässt sich alleine von den israelischen Interessen leiten. Es wird ganz übel enden. Siehe Afghanistan, Irak, Syrien....

Und Deutschland muss dann, á la Merkel, die Flüchtlingswellen am Ende versorgen. 

Der größenwahnsinnige Kriegsverbrecher Trump gehört sofort seines Amtes enthoben, um Weiterungen zu vermeiden!!!

Trump und Netanjahu nach Den Haag!!!

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