Claus Kleber (ZDF) wollte bei einem Interview mit Alice Weidel wieder auf die AfD und ihre Islamkritik eindreschen. Das ging wieder einmal mächtig daneben. So verglich er die islamische Scharia mit dem katholischen Katechismus. Er behauptete, die Muslime könnten sich ebenso wenig von der Scharia lösen wie die Katholiken sich vom Katechismus lösen könnten, ergänzte danach aber, beide nicht miteinander vergleichen zu wollen, was er aber im Satz zuvor schon getan hatte.
Das Problem, Herr Kleber, ist: Wenn Sie als Muslim sich vom Islam und der Scharia lösen, droht Ihnen in vielen islamischen Ländern die Todesstrafe. Selbst in moderaten islamischen Staaten müssen Abtrünnige mit harten Sanktionen oder Strafen rechnen. Dort, wo der Staat nicht eingreift, erledigen das die Gesellschaft oder Familien. Muslimen, die zum Christentum gewechselt sind, bleibt oft nur die Flucht. Sie fürchten um Leib und Leben!
Wenn jedoch ein Katholik sich von der Kirche lossagt, aus dieser austritt und sich einer anderen Religion anschließt oder Atheist wird, passiert gar nichts. Außer, dass er dann weniger Steuern zahlt.
Henryk M. Broder konterte auf achgut.com folgendermaßen: »Ich finde, von einem, der 600.000 Euro im Jahr einsackt, könnte man etwas mehr Bildung erwarten, als für die Lösung des Kreuzworträtsels in der "Freizeit Revue" vonnöten ist. Da reicht es schon zu wissen, an welchem Fluß Köln am Rhein liegt oder wie lange der Dreißgjährige Krieg gedauert hat. Und wenn einer die Scharia in einem Atemzug mit dem Katechismus nennt und zugleich versichert, es liege ihm fern, die eine mit dem anderen zu vergleichen, dann hat er vermutlich von beiden keine Ahnung.«


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