Peking drängt auf Waffenruhe und Öffnung der Straße von Hormus

China will beim Iran-Krieg vermitteln

Während der iranische Außenminister Abbas Araghchi in Peking mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi zusammentrifft, positioniert sich China aktiv als Vermittler im Golfkonflikt.

Die Außenminister des Iran und Chinas


Die Volksrepublik China fordert ein sofortiges Ende der Kämpfe und die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Meerenge.

Erstes chinesisch-iranisches Treffen seit Kriegsbeginn

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi ist am Mittwoch zu Gesprächen in Peking eingetroffen. Es handelt sich um seinen ersten Besuch in China seit dem Ausbruch des Krieges zwischen dem Iran, den USA und Israel Ende Februar [siehe Bericht "Al-Jazeera"].

Bei dem Treffen mit Wang Yi betonte China seine Bereitschaft, eine größere Rolle bei der Beilegung des Konflikts zu übernehmen. Wang Yi sprach sich für ein "sofortiges und vollständiges Ende der Kämpfe" aus und rief beide Seiten auf, Friedensgespräche voranzutreiben.

Fokus auf die Straße von Hormus

Ein zentrales Anliegen Pekings ist die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Meerenge war zu Kriegsbeginn von iranischer Seite weitgehend gesperrt worden, was zu einem massiven Schock auf den globalen Ölmärkten führte. China als größter Rohölimporteur der Welt ist von stabilen Lieferungen aus der Golfregion stark abhängig.

Wang Yi forderte die USA und den Iran auf, schnellstmöglich für eine sichere Passage des Seeverkehrs zu sorgen. Eine dauerhafte Blockade würde die Energieversorgung Chinas erheblich gefährden.

Treffen im Schatten des Trump-Besuchs

Die Gespräche finden nur eine Woche vor dem geplanten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping statt. Beobachter sehen in dem Timing ein klares Signal: Peking will seine diplomatische Hebelwirkung nutzen, um Deeskalation zu erreichen und eigene wirtschaftliche Interessen zu schützen

.Araghchi bezeichnete China als "engen Freund" Irans und dankte für die Unterstützung Pekings. China begrüßt zudem die iranische Zusage, keine Atomwaffen entwickeln zu wollen, und betont das Recht Teherans auf friedliche Nutzung der Kernenergie.

Chinas konstruktive Rolle

Mit dem Engagement in der Golfkrise unterstreicht China seinen Anspruch als globale Vermittlungsmacht. Bereits im Hintergrund soll Peking bei früheren Verhandlungen zur Waffenruhe mitgewirkt haben. Die aktuelle Offensive der chinesischen Diplomatie zielt offiziell darauf ab, Spannungen abzubauen und Stabilität in einer für die Weltwirtschaft entscheidenden Region wiederherzustellen. Denn auch China ist auf ungebrochene Energielieferungen und globale Lieferketten ohne Engpässe angewiesen.

Sven von Storch

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Angesichts des Wettkampfes zwischen den USA und China um die Nummer 1 in der Welt wäre China als die erste Weltmacht ein Gewinn: Setzt der Amerikaner auf den Revolver als das Lösungsmittel aller Probleme, so ist der Chinese der geborene Diplomat. China hat im 20. und 21.Jahrhundert keinen Angriffskrieg geführt. Und kulturell paßt Konfuzius auch besser zu unserem Kant als wir zu der amerikanischen Cowboykultur. 

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