Gastbeitrag der Initiative Christenschutz

Bibelverse am Berliner Schloss rufen Gesinnungswächter auf den Plan

Die Dachterrasse des wieder errichteten Berliner Stadtschlosses ist eröffnet. Jeder Besucher kann jetzt die goldene Bibelinschrift an der Kuppel aus der Nähe lesen und betrachten. Ein Gau für die linken Tugend- und Gesinnungswächter.

Die chronische, ja geradezu zwanghafte Distanzeritis von historischen Zeugnissen, die weite Teile der linksdrehenden Kulturkamarilla beherrscht, hat wieder ein neues Betätigungsfeld gefunden. Dieses Mal: Das wieder erbaute Berliner Stadtschloss und dessen mit goldenen Bibelversen gravierte prächtige Kuppel, dessen Spitze – mon dieu! – auch noch ein weithin sichtbares Kreuz ziert.

War schon die Debatte um den Neubau des Berliner Stadtschlosses von hysterischen Invektiven des linksliberalen Juste Milieu geprägt, das jedem öffentlich ausgestelltem Zeugnis unserer Vergangenheit – vom Reiterdenkmal bis Soldatenfriedhof – mit dem Verdacht des rechtslastigen Geschichtsrevisonismus belegt, markiert die ehemalige Residenz preußischer Kurfürsten eine weitere Eskalationsstufe des Bildersturms der »woken« Kulturelite.

Nachdem diese im Streit um die Rekonstruktion des Schlosses einen Misserfolg nach dem anderen eingefahren hatte, entzünden sich die politisch korrekten Gemüter nun erneut an der Kuppelinschrift. Denn die kürzlich eröffnete Dachterrasse macht es möglich, dass jeder Besucher aus der Nähe und im Detail die in Gold eingravierten Bibelverse lesen und studieren kann: »Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters / Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind«.

1844 hatte die Verse der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ausgesucht. Dass diese wieder an ihre ursprüngliche Stelle – am Kuppelrund, unter dem sich einst die Kapelle des gottesfürchtigen Königs befand – zieren dürfen, ist ein überraschender und wahrscheinlich einer der letzten Kulturerfolge des bürgerlichen Milieus. Mit soviel christlich geprägter Geschichte darf der normale Bürger nach Ansicht des Humboldt-Forums nicht alleine gelassen werden. Um die richtige Gesinnung beim Betrachten zu unterstützen, sollen jetzt zwei Bronzetafeln installiert werden, auf denen das im Schloss residierende Humboldt-Forum bekannt geben will: » Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.«

Beispielhaft für die Verachtung des Eigenen steht die Uneinigkeit der Kirche im Streit um die Kuppelinschrift. Werden die öffentlich sichtbaren Bibelverse immerhin noch vom katholischen Bischof Heiner Koch begrüßt, hat sich die evangelischer Kirche von der linken Distanzeritis anstecken lassen. »Intolerante Exklusivitätsansprüche sind – auch als historische Zitate – gefährlich und brauchen Gegenbilder.« betont die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg erneut ihren Willen zur Selbstabschaffung.

Ein Gastbeitrag der Initiative Christenschutz

Sven von Storch

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