Der in Oxford ausgebildete englische Historiker Sire wurde bereits im März 2018 suspendiert, als der Orden eine Disziplinar-Kommission einberufen hatte, um sich mit seinem Fall auseinanderzusetzen.
Das Buch löste unterschiedliche Reaktionen aus: Einige Kritiker preisten das Buch als akkurate Darstellung der Tatsachen an, andere sagten es sei unzureichend geforscht worden und es mache sich der fälschlichen Anklage gegen Franziskus schuldig.
Fra‘ Giacomo Della Torre hat nun den Schlussstrich gezogen: Sire wurde ausgeschlossen.
Trotzdem wehrte sich Sire gegen die Anklagen: Sein Buch sei notwendige Warnung für die Kirche, damit die Kardinäle im nächsten Konklave „nicht denselben Fehler noch einmal begehen“. Sire erklärte, er habe das Buch geschrieben „für das Wohl der Kirche, für die Verteidigung des Glaubens und in Gehorsamspflicht eines Christens, Zeuge der Wahrheit zu sein“, wie der Catholic Herald berichtet.
Sire verteidigt sich gegen den Ausschluss und seine angeblichen Versagen. „Mein Anwalt und ich sind ausgiebig auf die Anschuldigungen durch die Disziplinar-Kommission eingegangen und zwar immer zu den vorgegebenen Fristen. Es ist eine vollkommen falsche Anschuldigung, dass wir die Verpflichtungen, die durch die Anklage gegen mich gerichtet wurden, nicht vollständig eingehalten haben.“
Sire wird vorgeworfen, nicht zu einer persönlichen Stellungnahme nach Rom gereist zu sein. Sire sei auf diese Vorladung nicht eingegangen.
„Es war zu keiner Zeit Rede von einer rechtlichen Anhörung vor einem Gericht des Ordens, bei dem ich dabei sein sollte,“ verteidigt sich Sire.
Sire und sein Anwalt sind dazu entschlossen, die Entscheidung anzufechten, „in den Gerichten des Ordens und wenn nötig des Heiligen Stuhls“.
Sire hat in der Vergangenheit über die Geschichte des Malteserordens geforscht und publiziert – sein Werk gilt im Allgemeinen als das beste Werk über die Geschichte des Ordens. Sein Buch über den Verfall der Katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist Bestseller geworden.
Im „Diktator Papst“ rekonstruiert Sire die Wahl von Papst Franziskus und belegt, wie die „St. Gallen Mafia“ – eine Gruppe von eingeschworenen Kardinälen mit liberaler Agenda – im Hintergrund geplant und gewirkt hatte. Auch wird vom „Kreml Sankt Marta“ gesprochen, der Wohnung des Papstes, von der ein Klima der Angst und der autokratischen Regierung der Kirche ausgehe. Konkrete Beispiele der zerstörenden Politik des Papstes werden in verschiedenen Kapiteln dargestellt und belegt.
(jb)


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