Der prominente französische Intellektuelle Alain Finkielkraut war von einigen Protestlern der Gelbwesten antisemitisch beleidigt worden. Immer wieder erlebt er Antisemitismus.
Doch dieser kommt anders daher, als die meisten Mainstream-Medien und viele (insbesondere Linke) Politiker es darzustellen versuchen.
In einem langen und lesenswerten Interview, das Finkielkraut der »Welt« gab, erklärt er seine Sicht auf ein Besorgnis erregendes Bündnis zwischen der radikalen Linken und radikalen Muslimen. Hier würden sich beide Gruppen mit einer neuen Form des Antisemitismus gegen die Juden in Frankreich (und Europa) vereinen.
Dazu Alain Finkielkraut im Wortlaut:
»Man will uns jetzt einreden, dass es sich um ein Wiederaufkeimen alter nationalistischer und antisemitischer Kampfrufe handelt wie »Frankreich gehört uns«, »Frankreich den Franzosen«. Aber derjenige, der das gerufen hat, der Aggressivste von allen, ist ein Salafist. Er hat auf sein Palästinensertuch gezeigt. Wenn so jemand sagt: Frankreich gehört uns, dann heißt das: Frankreich ist dazu bestimmt, islamischer Boden zu werden. Es handelte sich ganz offensichtlich um einen ganz besonders fanatischen Anhänger von der These des Bevölkerungsaustausches.« [ Siehe Interview in der »Welt«]
Finkielkraut betont ausdrücklich, dass er nicht allen Muslimen Antisemitismus vorwerfen möchte und dass die meisten Muslime friedlich seien und nichts gegen Juden haben. Aber es sei seiner Meinung nach deutlich feststellbar, dass sich seit der Massenmigration nach Europa etwas radikal geändert habe. Der Tonfall gegenüber Juden sei deutlich schärfer geworden.
Finkielkraut kritisiert Merkels Migrationspolitik
Alain Finkielkraut kritisiert die Migrationspolitik Angela Merkels und die Aufrufe deutscher Intellektueller, die Merkel untersützten. Gegenüber der »Welt« sagte er in Richtung Deutschland:
»Aber ›Wir schaffen das!‹ war einfach Unsinn. Sie sehen es ja selbst: Ihr schafft es nicht. Dieser Mix aus extremem Moralismus und wirtschaftlichen Interessen war abstoßend. Die Deutschen wollten sich damit freikaufen und endlich ein moralisch tadelloses Volk werden. Aber das passiert auf Kosten der Juden, die die ersten Opfer sind, wenn immer mehr Einwanderer hineingelassen werden. Herr Habermas sollte mal etwas darüber nachdenken. Die Deutschen mögen ein schlechtes Gewissen, aber nicht auf Kosten der Juden. Ich sage nur: Merci, Monsieur Habermas.« [Siehe Interview in der »Welt«]
Die Bewegung der Gelbwesten kritisiert er nicht als soche. Er steht ihnen ambivalent gegenüber. Aber sie seien Ausdruck einer gesellschaftlichen Stimmung, die sich gegen die Arroganz der Politik richte. Sie machen sichtbar, dass Teile der Bevölkerung Frankreichs abgehängt sind und sich von der Politik im Stich gelassen fühlen.
Alain Finkielkraut sieht in der Massenzuwanderung und in der jetzigen Form der EU ein Problem. Europa dürfe nicht nur ein Standort mit Regeln sein. Europa könne keine multikulturelle Gesellschaft werden. Einwanderung müsse es zwar noch geben, aber wesentlich restriktiver gehandhabt werden.


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