Laut Medienberichten hat der nigerianische Staatpräsident Buhari die von der Bundesregierung restituierten Benin-Bronzen in den Privatbesitz des amtierenden Oba (König von Benin) übergeben. Die Pläne für ein Museum in Benin City, in dem diese Bronzen ausgestellt werden sollten, sind damit obsolet geworden. Hierzu äußert sich der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Marc Jongen, wie folgt:
»Nun ist eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben: die Benin-Bronzen sind in Privatbesitz gelandet. Man hat damit nicht einmal bis zum Eintreffen sämtlicher Bronzen in Nigeria gewartet, sondern demütigt die deutsche Regierung noch im laufenden Restitutionsprozess. Es rächt sich bitter, dass keine Bedingungen an die Rückgabe geknüpft wurden. Die hypermoralische und naive Restitutionspolitik der Ministerinnen Roth und Baerbock hat auf ganzer Linie Schiffbruch erlitten.
Angesichts dieser Entwicklung ist es unverantwortlich, auch nur eine weitere Benin-Bronze aus deutschen Museumssammlungen an Nigeria zu übergeben. Kulturstaatsministerin Roth, die dieses Fiasko zusammen mit Außenministerin Baerbock zu verantworten hat, ist aufgefordert, die Rückgabe umgehend zu stoppen. Einmal mehr hat Frau Roth bewiesen, dass sie in ihrem Amt eine Fehlbesetzung darstellt.
Wie sich jetzt zeigt, war auch das Versprechen, die zurückgegebenen Bronzen in dem geplanten Edo Museum of West African Art (EMOWAA) in Benin City auszustellen, von Anfang an Schall und Rauch. Alle deutschen Fördermaßnahmen für den Bau des Museums in Benin City müssen sofort eingestellt werden; es darf kein weiteres Geld des deutschen Steuerzahlers dafür verbrannt werden.
Der PR-Termin, bei dem die Ministerinnen Roth und Baerbock die Rückgabe gefeiert hatten, offenbart sich im Rückblick in seiner ganzen, kaum noch zu überbietenden Peinlichkeit. Gefangen in einem ideologisch bedingten Wiedergutmachungsrausch sind die woken Ministerinnen unfähig, Gegenwart und Geschichte Afrikas mit nüchternem Blick zu betrachten und Realpolitik im deutschen Interesse zu betreiben.«
Die AfD-Fraktion forderte 2022 den Stopp der Übertragung der Eigentumsrechte an Nigeria und den Verbleib in Hamburg (Drucksache 22/9313). Der Antrag wurde abgelehnt.
Die 179 Benin-Bronzen, die sich im Vermögen von Hamburg befanden, verzeichneten einen Gesamtwert von 58,7 Millionen Euro. Die Kulturbehörde hatte bereits in ihrem Haushalt eine Rückstellung in gleicher Höhe gebildet, um eine Rückgabe auch finanziell zu ermöglichen.
Dazu der Hamburger AfD-Fraktionsvizechef und kulturpolitische Sprecher Dr. Alexander Wolf:
»Die vollständige und bedingungslose Eigentumsübertragung der Benin-Bronzen an Nigeria war falsch. Vor einem solchen Fiasko haben wir eindringlich gewarnt. Nigeria hat überhaupt keine Kapazitäten, die Bronzen angemessen auszustellen. Der Vielvölkerstaat wird von Bürgerkriegen geschüttelt, das Auswärtige Amt rät von Reisen dorthin ab. Deutschland hat zu Lasten der Museen sowie der Steuerzahler wertvolles Kulturgut verschleudert. Um es mit Habeck zu sagen: Die Bronzen sind nicht weg, man sieht sie nur nicht mehr in öffentlichen Museen.«


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