Joe Kent: USA wurden über Falschinformationen in den Krieg getrieben

18 verschiedene US-Geheimdienste erklärten: Vom Iran geht keine Atom-Gefahr aus

Joe Kent, der ehemalige Direktor des National Counterterrorism Centers, verurteilt den Iran-Krieg und wirft vor, dass die USA aufgrund falscher Informationen und außenpolitischer Einflussnahmen insbesondere durch Israel in den Krieg getrieben wurden.

Joe Kent und Megyn Kelly


Siehe Interview von Megyn Kelly mit Joe Kent auf ihrem YouTube-Kanal HIER

Screenshot YouTube / Behind-the-Scenes of Trump Admin Ahead of Iran War and Potential FBI Leak Investigation, w/ Joe Kent / Megyn Kelly

Joe Kent, ehemaliger Direktor des National Counterterrorism Centers (NCTC) und 20-jähriger Special Forces-Veteran der US-Armee mit 11 Kampfeinsätzen und sechs Bronze-Sternen, erklärte im Interview mit Megan Kelly seine kürzliche Rücktrittserklärung. 

Er kritisiert den Krieg gegen Iran scharf. Er prangert an, dass die USA aufgrund falscher Informationen und außenpolitischer Einflussnahmen insbesondere durch Israel in den Krieg getrieben wurden. 

18 unterschiedliche US-Geheimdienste haben der Atom-Gefahr aus dem Iran widersprochen

Kent betont, dass es keinen unmittelbaren Bedrohungsgrund gab und dass Präsident Trump von einer "Echo-Kammer" beeinflusst wurde, die vor allem durch israelische Interessen und Medienkampagnen geprägt war.

Es bestand keine Gefahr für einen unmittelbarer Angriff, insbesondere nicht mit Atomwaffen. Die Behauptung, der Iran habe unmittelbar oder innerhalb von Wochen Nuklearwaffen herstellen können, wird von den unterschiedlichen Zweigen des US-Geheimdienstes (18 Agenturen) widerlegt.

Joe Kent meint: Israelischer Einfluss hat Amerika in den Krieg getrieben

Israel und dessen Lobby hätten die US-Politik manipuliert, erklärt Joe Kent, um eine härtere Linie ohne Verhandlungsspielraum durchzusetzen. Insbesondere wurde die US-Position von "keine Nuklearwaffen" auf "keine nukleare Anreicherung" verschärft, was Verhandlungen unmöglich machte.

Begleitet wurde der israelische Einfluss von Medien-Kampagnen. Pro-israelische Medien und "Think Tanks" wie die "Foundation for Defense of Democracies" hätten eine Desinformations-Kampagne betrieben, die Trump und seine Berater beeinflusste.

Es ist ein Krieg ohne klare Ziele 

Die US-Regierung habe keine klar definierten Kriegsziele, meint Joe Kent, sondern verfolge lediglich taktische Ziele (Zerstörung von Raketen, Militäranlagen), was das Risiko eines langwierigen Krieges erhöht.

Dabei haben die USA und Israel in vielen Dingen unterschiedliche Interessen. Die strategischen Ziele der USA unterscheiden sich von denen Israels, die primär auf Regimewechsel und Destabilisierung Irans abzielen, was negative Folgen für die Region und die US-Interessen hat.

Restriktionen, sobald Kents Opposition zum Iran-Krieg klar wurde

Als klar war, dass Joe Kent gegen einen Krieg gegen die Iran eingestellt ist, gab es sofort Einschränkungen seiner Befugnisse.    

So kritisiert Kent die fehlende Einbindung in Entscheidungsprozesse. Er wurde plötzlich vom täglichen Briefing des Präsidenten (PDB) ausgeschlossen, was seiner Meinung nach Teil eines gezielten Ausschlusses von abweichenden Meinungen war.

Und dann sei plötzlich der Vorwurf der Antisemitismus aufgekommen: Kent weist die Vorwürfe zurück, die sich aus seiner Kritik an Israels Einfluss ergeben. Er betont, dass seine Kritik sich auf die Regierung und deren Lobby bezieht, nicht auf die jüdische Religion oder das Volk.

Persönliche Hintergründe von Joe Kent: Er hatte seine Frau im Krieg gegen den IS verloren

Der Verlust seiner Ehefrau im Krieg gegen den Islamischen Staat (IS/ISIS) hat seine Ablehnung weiterer Kriege und sein Engagement gegen die Eskalation im Nahen Osten geprägt. Er wurde Trump-Unterstützer, weil dieser erstmals öffentlich die Fehler im Irak-Krieg ansprach und sich gegen endlose Kriege aussprach.

Daher Kent fühlt sich moralisch verpflichtet, öffentlich gegen den Iran-Krieg Stellung zu beziehen, auch unter Risiko persönlicher und rechtlicher Konsequenzen. 

Kent hat zwei Söhne (10 und 8 Jahre), die er nach dem Tod seiner ersten Frau mit seiner neuen Ehefrau großzieht. Sie erinnern ihn daran, dass man mit dem Fragen von Krieg und Frieden nicht leichtsinnig umgehen kann.

Einschätzung zu den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen: Der Iran-Krieg scheint schon jetzt gescheitert zu sein

Kent sieht den Krieg schon jetzt als gescheitert an. Denn die Idee, mit schnellen Erfolgen die Lage im Iran zu kippen, konnte nicht umgesetzt werden. Er befürchtet weitere Eskalationen, etwa durch US-Bodentruppen im Persischen Golf, die zu hohen amerikanischen Verlusten führen würden.

Aber auch in den USA steigt die Gefahr: Die militärische Intervention und Unterstützung Israels verursachen eine Zunahme von Terroranschlägen und Radikalisierung in den USA, auch unter legalen Bewohnern.

Innerhalb der Republikanischen Partei gibt es eine Spaltung zwischen neokonservativen Kriegstreibern und isolationistischen, kriegskritischen MAGA-Anhängern. Kent ruft dazu auf, offen und ehrlich über Kriegspolitik zu debattieren und Druck auf Trump auszuüben, den Kurs zu ändern.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Kommentare

Solche "Medien-Kampagnen" gibt es offenbar auch in Europa - und ganz besonders in Deutschland!

Nur durch jahrelange Gehirnmanipulation durch unsere(?) Medien ist es zu erklären, daß es keine Volksaufstände gegen den Mißbrauch europäischer Steuergelder zugunsten des Stellvertreterkrieges der US-Globalisten gegen Russland in der Ukraine gibt.

Wann wird auch bei uns endlich "offen und ehrlich über Kriegspolitik debattiert"?

 

Wolfgang Lammert

24.03.2026 | 10:32

Im Skatspiel würde man sagen, dass TRUMP EINEN GRAND SPIELT OHNE 4 BUBEN

Joe Kent ist nun auf der Abschussliste von TRUMP. TRUMP wird wohl bei den Midterms die Mehrheit im Kongress und Senat verlieren. Dies wird allerdings nur die Machtgelüste von TRUMP einschränken, aber nicht den NIEDERGANG der USA aufhalten. Piraterie ist eben kein erfolgreiches Wirtschaftsmodell. Wer glaubt noch TRUMP und seiner Administration, die meist nur mit ERPRESSUNG arbeiten. Die USA hat sich selbst erledigt !

Chas Freeman: Trump lenkt ein – Weltuntergang vertagt?

 

Zitat: "Die US-Regierung habe keine klar definierten Kriegsziele, meint Joe Kent, ..." (Zitatende)

Dann hat Kent die Kriegsziele von Trump und seinem engeren Kreis (Rubio, Hegseth) nicht verstanden und es ist richtig, dass er aus dem erweiterten Kreis der Trump-Administration ausgeschieden ist.

Trumps Kriegsziele sind: 1. Die Verhinderung der atomaren Bewaffnung eines üblen Terrorregimes. 2. Die Zerschlagung der militärischen Macht dieses Regimes. Beides ist in dem erforderlichen Maße gelungen (ein 100% gibt es nicht). 3. Vergeltung für die weltweit finanzierten bestialischen Terrorangriffe durch dieses Regime.

Interessant ist auch die überwiegend von linken Ideologen vorgetragene Kritik an Trumps Vorgehensweise. Voriges Jahr hieß es, dass Trump gänzlich verfehlt hat, den Iran auf dessem Weg zur Atombombe auch nur nennenswert  aufzuhalten; der Iran könne die Zerstörungen leicht kompensieren. Jetzt heißt es auf einmal, es gäbe überhaupt keine atomare Bedrohung, die vom Iran ausgehn könnte. Offensichtlich gehen hier Dummheit und ideologische Borniertheit Hand in Hand.

Schlimm und traurig, dass es immer noch so einige Leute nicht verstanden haben, dass es den USA/Trump NIE um die Verhinderung eines Atombombenbaus des Iran ging und geht - genauso wenig den Israelis! 

Aber die US-Staatsmedienfalle reicht eben bis nach Deutschland, um hineinzufallen.

Wie?! Schon wieder keine "weapons of mass destruction"?! Teufel aber auch...(sarc off) Ob's wirklich nur an der echo chamber gelegen hat, lasse ich mal dahingestellt. Die USA haben schließlich immer Interessen. Insbesondere an Bodenschätzen und dem Knock Out von Mitwettbewerbern. China ist ziemlich abhängig von Öl aus Venezuela und dem Iran...Zufälle gibt's...

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.