Während beispielsweise die Ausübung des Golfsports in Gottes freier Natur nur Harmonie erzeugt, körperlich ertüchtigt und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Spieler fördert, hat golfsportliche Betätigung keine unmittelbaren Folgen auf an den Zuwachs an Mitgliedern des Golfklubs.
Ganz anders hingegen verhält es sich beim Spiel der Liebe, das richtigerweise als »Spiel« und nicht als »Arbeit« beschrieben wird. Der Grad des Amüsements, das kommt erschwerend hinzu, ist zuweilen bei den Beteiligten nicht zu gleichen Teilen gleich gerecht verteilt. Die Motivation, sich in diesen Ringkampf zu begeben, hat höchst unterschiedliche Beweggründe, was in der Literatur bereits ausreichend beschrieben wurde und wird.
#Gegen die Evolution?
Gehen wir von der Annahme aus, dass die Erhaltung der Art oberstes Ziel der Evolution war und noch immer ist. Wären die Bestrebungen, die Art des Homo sapiens zu erhalten, mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden, sei es durch die Pflicht, erst die Zugspitze erklimmen zu müssen, so ergäben sich daraus größere Hinderungsgründe und wir stürben aus.
Die »Spielfelder«, die von der Evolution toleriert werden und reichen vom warmen Moos im Walde bei Sonnenuntergang, vom Strand mit Blick auf die Wellen, vom Heuboden, Strohmatratzen, Federbetten, Luftmatratzen, Gymnastikmatten, Küchen- und Bürotischen bis zu, wie geschichtlich bekannt, auch zu Besenkammern.
Der erleichterte Einstieg in diese Sportart wird nicht zuletzt hormonell massiv gefördert, sodass weitere Kriterien, die ansonsten zur Klassifizierung eines Mitspielers herangezogen werden, oft außer Acht bleiben. Der Testosteron- und Östrogen-Level bestimmt weitestgehend die Aufstellung auf dem Spielfeld.
#Spielgenuss
Während bei normalen Sportarten anschließend Tore, Punkte oder Ringe gezählt werden, übernehmen beim Liebesspiel die Teilnehmer abschließend auch selbst die Rolle der Punktrichter, wobei die Beurteilungen keinen wissenschaftlichen Regeln zu folgen brauchen. Noten wie »sehr gut« und »gut« werden zur Wahrung des häuslichen Friedens gerne vergeben.
Bingo heißt es, wenn der Torschützenkönig durch die Kraft seiner Lenden die Vorgaben der Evolution, die menschliche Art des Homo sapiens weiter zu erhalten, erfüllt, was zu dem freudigen Ereignis führt, wonach in neun Monaten ein weiterer Teilnehmer auf dem Spielfeld des Lebens erscheint.
Ein brachialer Eingriff in die Evolution findet nun dann statt, wenn der in Ausbildung zum Menschen befindliche Embryo, bevor er das Spielfeld des Lebens und das der Liebe entdeckt, mit Messer und Schere zu Kleinholz verarbeitet wird.
Abtreibung sogar bis zum letzten Schwangerschaftsmonat ist wider die Natur, wider allen Humanismus und wird zu den größten Menschheitsverbrechen gezählt werden. Mitschuldig sind auch alle, die wir am Stadionrand stehen, dies schweigend mit ansehen und die Krankenkassenbeiträge für dieses Schlachten mitfinanzieren. Nicht Gladiatoren kämpfen gegeneinander, sondern Ärzte gegen kleine Menschen, die am Liebesspiel völlig unbeteiligt waren.
Liebesspiel ist mitnichten nur Sport und Vergnügen und birgt in sich die Gefahr wie sonst keine andere Leibesertüchtigung, dadurch zum Mörder zu werden. Wir werden gesetzlich gedeckt zu potenziellen Cäsaren. Cäsars Daumen, nach oben oder nach unten gerichtet, entschied über das Weiterleben oder nicht. Diese Position steht uns nicht zu.


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