Hunderttausende männliche Ukrainer sind seit Beginn des Krieges in den Westen geflohen. Viele weigern sich, zurück in die Ukraine zu gehen, weil sie nicht zum Kriegsdienst eingezogen und an die Front geschickt werden wollen. Damit widersprechen sie dem Bild des patriotischen Widerstandes, das die Medien zu zeichnen versuchen.
Auch in der Schweiz leben rund 12.000 ukrainische Männer. In der Schweizer Zeitung »Blick« erzählen einige von ihnen ihre Beweggründe. Viele sagen, dass sie sich weder für die eine Seite, noch für die andere opfern wollen.
Die Methoden der Rekrutierungen in der Heimat machen ihnen Angst. Gegenüber »Blick« fasste es ein Ukrainer so zusammen: »Das sind Methoden, die noch aus der Sowjet-Ära stammen. Es wird reihenweise rekrutiert, ohne Rücksicht auf die körperlichen Fähigkeiten oder den Motivationsgrad der Männer. Was nützt es, wenn man unmotivierte Leute rekrutiert, die sich dann ergeben oder von der Frontlinie desertieren? Das ist total dumm.«
Der Ukrainer ist aus dem Osten des Landes. Er fasst seine Lage so zusammen: »Warum sollte ich Schuldgefühle haben? Ich bin genauso aus Kiew wie aus Lugansk. Wenn ich eingezogen und in den Donbass geschickt werden würde, müsste ich Soldaten erschiessen, die mit mir zur Schule gegangen sind. All das für egoistische, korrupte und ungebildete russische und ukrainische Eliten, die nicht in der Lage sind, miteinander auszukommen und die nicht aus der Vergangenheit lernen können.«


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