Islamistische Milizen im Schutz der türkischen Besatzer

Syrien_ Das Morden an Christen geht weiter

Während die Truppen Erdogans und Assads um strategische Positionierungen in Nordsyrien ringen, verbreiten türkische Freischärler und arabische Islamisten Angst und Schrecken unter den Christen-Gemeinden.

Im Norden Syriens gibt es viele christliche Konfessionen. Assyrische und syrisch-aramäische Gemeinden haben sich während des Syrienkrieges — zum eigenen Schutz — mit den kurdischen Milizen und den Jesiden verbündet, um sich gegen den Terror des sogenannten »Islamischen Staates« (ISIS/IS/DAESH) und anderer radikal-islamistischer Gruppen zu wehren. Oft ging es den Christen wie den Jesiden ums nackte Überleben.

Recep Tayyip Erdogan hat auf der Pressekonferenz in Washington versprochen, dass die Christen unter den türkischen Truppen an der syrisch-türkischen Grenze geschützt seien. Doch das ist nicht der Fall. Immer wieder greifen islamistische Milizen im Schatten der türkischen Armee Christen an, töten diese und zerstören Kirchen. Es wird schon vor Genozid und Auslöschung lokaler Gemeinden gewarnt [siehe Berichte »CBN News«]. Arabisch-muslimische Fundamentalisten und türkische Freischärler versetzen die Christen in Angst und Schrecken. Immer wieder werden Kirchen verwüstet [siehe Bericht »Welt«]. Die Christen werden zusammen mit den Kurden und Jesiden im Kampf um nordsyrisches Territorium regelrecht aufgerieben, während die türkischen Truppen, die Assad-Armee und die russischen Einheiten damit beschäftigt sind, ihre strategischen Positionen zu verbessern [siehe Bericht »Zeit-Online«].

Deutschland findet hierzu keine außenpolitische Position. Heiko Maas hat hierzu keine Stellung bezogen. Überhaupt ist die Bundesregierung bei der Verteidigung der Christen schon seit Jahren auffällig zurückhaltend, während sie sonst mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Welt stolziert und andere Länder belehrt, wenn es um Menschenrechte geht. Auch der Vatikan unter Papst Franziskus ist auffällig zurückhaltend, wenn es um die Überlebensfrage der Christen im Nahen Osten geht.

Wie sehr die Christen in Syrien vertreten sind, demonstriert die Vielfalt der dortigen Konfessionen: Vertreten in Syrien sind die griechisch-orthodoxe Kirche, die melkitische Kirche, die syrisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-katholische Kirche, die alte maronitische Kirche, die sich bereits im 7. Jahrhundert abgespalten hatte, die armenisch-orthodoxe und armenisch-katholische Kirche, die assyrische Kirche, die chaldäische Kirche und schließlich das katholische Christentum.

 

 

Sven von Storch

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