Die Täter des brutalen Angriffes auf die »Crocus City Hall« bei Moskau, bei der mindestens 139 Menschen starben und mehr als 150 verletzt wurden, waren Islamisten aus Tadschikistan, die wohl dem »Islamischen Staat« (IS) und dessen Untergruppe »Khorasan« (IS-K) angehören.
Doch gab es noch Verbündete? Wurden sie animiert? Unterstützt? Logistisch versorgt? Aufgestachelt? Gab es eine Kooperation mit Geheimdiensten?
Aus Russland kam der Verdacht, die Ukraine, der britische Geheimdienst MI6 und die US-amerikanische CIA seien involviert.
Diesen Verdacht hat nun der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Wassiljewitsch Bortnikow, bestärkt. Er behauptet, dass die USA, Großbritannien und Ukraine die Attentäter der »Crocus City Hall« unterstützt haben [siehe Berichte »Reuters«, »Al-Arabiya«, »Euronews«].
Die ukrainische Regierung und die westlichen Geheimdienste weisen diesen Verdacht zurück. Ihnen zufolge habe der IS-K-Ableger unabhängig gehandelt.
Die spannende Frage im Raum lautet, wer Interesse an einem solchen Anschlag haben könnte.
Fakt ist, dass während des Afghanistankrieges in den 1980er Jahren die USA und Großbritannien islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida unterstützt haben, um die Mudjaheddin gegen die Sowjets zu stärken, indem arabische Islamisten Seite an Seite mit den afghanischen Kriegern einen Heiligen Krieg (Dschihad) gegen die ungläubigen russischen Kommunisten kämpften.
Ebenso wurden auf diese Art und Weise Islamisten im Bosnienkrieg gegen Serben unterstützt. Jedesmal ging es darum, die Verluste für den russischen Einfluss so groß wie möglich zu gestalten.
Sowohl beim Afghanistankrieg als auch im Jugoslawienkrieg war der US-Berater Zbigniew Brzeziński einer der Drahtzieher hinter der Stärkung islamistischer Dschihaddisten. Sein Ziel war es, die Sowjetunion und später Russland im Ausland ausbluten zu lassen.
Gibt es also eine Motivation, Russland in einen Kampf mit Islamisten zu verwickeln, um das Land zu destabilisieren und dazu zu zwingen, Ressourcen vom Urkainekrieg abzuziehen und dem Kampf gegen den islamistischen Dschihad zuzuführen? Vorstellbar ist es jedenfalls. Doch Genaueres wird sich vermutlich erst später wieder herausstellen.


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