Gestern am 4. März 2014 berichtete FreieWelt über eine Demonstration in Stuttgart für sexuelle Vielfalt und für den baden-württembergischen Bildungsplan. Veranstalter war die Interessengemeinschaft Christopher Street Day Stuttgart (IG CSD). Aufgerufen zu der Demonstration hatten auch Grüne und Gewerkschaften. Und eine Pädophilenorganisation, die »Krumme 13«. Nachdem Pädophile und sonstige Bildungsplanbefürworter sodann Seite an Seite demonstriert hatten, dankte die IG CSD als Veranstalter via facebook »allen, die für die Kundgebung und den Marsch aktiv die Werbetrommel gerührt haben«.
Trotz Info über Krumme13: keine Distanzierung bei CSD
FreieWelt fragte bei der IG CSD nach, ob der Dank auch den Pädophilen galt. Die eindeutige Antwort auf diese klare Frage lautete: »Unser Dank war bewusst offen und ohne konkrete ein- oder ausschließende Gedanken beziehungsweise Absichten gehalten. Der Dank galt der Allgemeinheit und war/ist eben an diese gerichtet.« In positiver Kenntnis der Tatsache also, daß auch Pädophile »die Werbetrommel gerührt« hatten, distanzierte sich die IG CSD mit keiner Silbe von den Pädophilen und betonte, daß der Dank »ohne ausschließende Gedanken« gehalten war.
FreieWelt hatte aber auch noch ein zweite Frage gestellt: Welche Rolle spielt die Pädophilenplattform in der Gemeinschaft der Homosexuellen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender, Intersexuellen und Queeren, der sog. LSBTTIQ-Community. Auch hier antwortete die IG CSD unmißverständlich und zwar sinngemäß dieses: Ja, es könnte schon sein, daß auch Pädophile in unserer Community dabei sind. Es sind einfach sehr viele Gruppen da unterwegs. Wörtlich formuliert haben sie es so: »Zur Rolle der Plattform krumme13.org innerhalb der LSBTTIQ-Community können wir als IG CSD Stuttgart e.V. keine Aussagen treffen, da uns diese nicht bekannt sind. Zum Hintergrund: Allein in Baden-Württemberg sind weit über 100 Vereine, Initiativen, Gruppen und Organisationen im Umfeld von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen tätig.«
CSD distanziert sich erst nach öffentlichem Druck
Diese klaren Positionen oder Nicht-Positionen haben eine erhebliche mediale Welle gemacht. Offenbar ist der Druck auf die IG CSD als Kämpfer für den grün-roten Bildungsplan zur Pflicht auf Akzeptanz sexueller Vielfalt nun zu groß geworden. Man rudert zurück. Einen Tag nach Erscheinen des Berichtes auf FreieWelt folgte heute am 5. März 2014 nun eine »Konkretisierung« der gestrigen Aussagen. Im Wortlaut: »Die IG CSD Stuttgart e.V. distanziert sich mit Nachdruck und in aller Deutlichkeit von dem dortigen Aufruf.« Und weiter: »Ferner weisen wir darauf hin, dass die Pläne zur Verankerung der Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und der Vielfalt von Geschlecht in den neuen Bildungsplänen keinerlei Bezug zu pädophilen Thematiken beinhalten. Dies ist unbestrittener Konsens innerhalb der LSBTTIQ-Community, welche die Interessen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen vertritt.«
»Kein Platz für Pädophile«
Daß man Kinder via Schulpflicht zwingen will, fächerübergreifend die »Vielfalt von Geschlecht« zu akzeptieren (= gutzuheißen), soll an dieser Stelle nicht wieder thematisiert werden. Die Aussage, daß man innerhalb der LSBTTIQ-Community einhellig der Meinung sei, daß die grün-roten-Bildungspläne keine pädophilen Thematiken beinhalten, ist schlicht irrelevant. Interessant bleibt die Frage, warum man am 4. März 2014 zu der Rolle der Pädophilen innerhalb der bunten sexuellen-Vielfalts-Community »keine Aussage treffen« kann, weil „nicht bekannt“ und man sich erst am Folgetag durchringt zu einem: »Kein Platz für Pädophile«. Das ist doch eigentlich eine sehr einfache Aussage.


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