Deutschland leidet unter Fachkräftemangel. Das ist wahr.
Es gibt aber auch viele Arbeitslose und Sozialleistungsempfänger. Das ist auch wahr.
Das passt nicht zusammen.
Mit dem Hinweis auf den Fachkräftemangel werden von der Regierung unzählige Initiativen gestartet, um Migranten aus dem Ausland zu holen. So hatte Olaf Scholz im Frühjahr beispielsweise dem Präsidenten von Kenia zugesagt, 250.000 Afrikaner aus Kenia in den deutschen Arbeitsmarkt zu holen.
Derzeit verhandelt die Bundesregierung mit mindestens sechs Staaten über Migrationsabkommen, mit denen der Fachkräftemangel bekämpft werden soll. Diese Staaten seien aktuell Georgien, Moldau, Usbekistan, Kirgisistan sowie Kenia und Marokko [siehe Bericht »n-tv«].
Es liegt der Verdacht nahe, dass es bei den Initiativen zur Einwanderung nicht wirklich um Fachkräfte geht. Denn wenn genügend Geld vorhanden ist, Afrikaner oder dem Mittleren Osten auszubilden, warum ist dann nicht genügend Geld vorhanden, um zum deutsche Bewerber auszubilden oder umzuschulen?
Der große Lackmustest für die Motivation, Fachkräfte ins Land zu holen, ist Deutschlands Verhältnis zu Ostasien.
In China gibt es viele Millionen sehr gut ausgebildete, studierte, anpassungsfähige und leistungswillige junge Menschen, die keine Arbeit finden [siehe Bericht ZDF]. Sie suchen händeringend nach adäquaten Stellenangeboten, schreiben hunderte Bewerbungen, bekommen aber keine Einstellung und müssen sich mit Jobs weit unterhalb ihrer Qualifikation begnügen oder bei ihren Eltern wohnen.
Warum also nicht qualifizierte fleißige Chinesen anlocken? Davon ist keine Spur zu sehen. Stattdessen konzentriert sich die deutsche Politik auf Afrika und die islamische Welt.
Also dürfte klar sein: Hier spielen noch andere Interessen mit, als bloß der Fachkräftemangel.
Wenn also jemand in der Presse oder öffentlichen Debatte sagt, Deutschland brauche Einwanderung wegen der Demographie und wegen des Fachkräftemangels, dann sollte man entgegnen, dass man ja auch in China werben könnte, weil es dort viele Hochqualifizierte gibt.
Außerdem wäre es sinnvoll, heimische Familien zu stärken. Doch Kinder zu bekommen ist in Deutschland ein Weg in die Armutsfalle. Also bleiben viele Deutsche kinderlos.
Besonders verräterisch ist die Stimmungsmache, auf Kinder zu verzichten, weil dies der CO2-Bilanz des Landes schaden könne. Kinder würden schlecht fürs Klima sein.
Die Widersprüche verraten, dass die Politik den Fachkräftemangel als Grund für andere Politikinteressen vorschiebt. Sonst würde man familienfreundliche Politik betreiben und in Regionen wie Asien nach hochquailifizierten Fachkräften suchen statt in Afrika anzuklopfen.


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