In den 1960er und 1970er Jahren hatten weltweit besonders linke Studenten in Amerika und Europa für mehr Meinungsfreiheit und Redefreiheit gekämpft. Sie wehrten sich gegen Zensur und strikte Auflagen. Ein Hauch von Anarchismus wehte durch die Universitäten.
Heute ist es umgekehrt. Die linken Anarchisten von einst sind die totalitären Zensoren von heute. Immer mehr Akademiker fühlen sich in ihrer Rede- und Meinungsfreiheit eingeschränkt. Sie beklagen zu viel Zensur und Einschüchterung, nicht nur seitens der Universitäten, sondern auch durch linke Studentengruppen, die abweichenden Meinungen keine Plattformen bieten wollen (»cancel culture«) Es herrsche eine Atmosphäre der Zensur und Denunziation. Der Zwang zur Selbstzensur und überzogenen politischen Korrektheit lässt jede offene Debatte verstummen.
Nun erklärte der britische Bildungsminister Gavin Williamson seine Pläne, mittels Verordnungen und Gesetzen die Meinungs- und Redefreiheit an den britischen Universitäten sicherzustellen [siehe Bericht »FAZ«]. Es seiner Ansicht nach nicht hinnehmbar, dass abweichenden Meinungen diskriminiert würden.
Die (oftmals links eingestellten) Universitätsleitungen reagierten mit Skepsis, weil sie das Problem nicht sehen wollen. Und linke Studentengruppen laufen gegen das vorhaben Sturm. Denn sie wollen bestimmten Meinungen keine Plattform geben und von den Unis verbannen.
Gerade die angelsächsischen Universitäten waren weltweit für ihre offene und lebendige Debattenkultur bekannt. Doch seit mindestens zwei Jahrzehnten wird die Luft für offene Diskussionen immer dünner. Selbst renommierte Wissenschaftler werden wegen angeblich politisch unkorrekter Aussagen mit Sanktionen belegt.


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