Anfangs hatten viele malerische Orte in der Schweiz und in Österreich hauptsächlich Gäste aus Deutschland, die im Sommer wandern und im Winter Ski fahren. Später kamen Amerikaner und Japaner hinzu und brachten internationales Flair.
Doch nun droht vielen Gemeinden in Österreich und der Schweiz der Kollaps. Denn zum Massentourismus haben sich mittlerweile auch die Chinesen, Taiwaner, Koreaner und Araber aus den reichen Golfstaaten gesellt. Pittoreske Orte wie das weltberühmte Hallstatt in Österreich müssen die Notbremse ziehen [siehe Bericht »Focus-Online«]. Dort sind die Besucherzahlen in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Besonders die Chinesen wollen Fotos von der malerischen Kulisse des Dorfes am See vor den hohen Bergen schießen. Doch die Einnahmen der Ortsbewohner bleiben bescheiden, weil die meisten asiatischen Touristen nur kurz für ein paar Fotos bleiben und dann wieder mit ihren Bussen weiterfahren. Es sind Urlaubserinnerungen für Facebook und Instagram, die die Touristen suchen. Ein Foto im Account ist denen wichtiger als ein erlebnisreicher Aufenthalt.
Auch viele Städte in Italien sind betroffen. Venedig leidet schon seit langem unter dem Massentourismus. Besonders die riesigen Kreuzfahrtschiffe machen der Stadt zu schaffen. Daher wird dort nun diskutiert, die Riesenschiffe aus der Stadt zu verbannen [siehe Bericht »RTL-Online«, »Berliner Morgenpost«]. Rund 12 Millionen Touristen kommen jährlich nach Venedig, rund 1,5 Millionen per Kreuzfahrtschiff.
Auch in Spanien wird es vielen Einheimischen zu viel mit dem Massentourismus. Die Bewohner vieler Städte empfinden, dass ihren Heimatorten die Identität verloren geht [siehe Bericht »Mittelhessen«]. Besonders Barcelona kann sich vor Touristen kaum noch retten. Die Billigflüge aus aller Welt leisten ihren Anteil an der Entwicklung.
Mittlerweile gibt es schon einen Fachbegriff für dieses Phänomen: Man spricht von »Overtourism«, vom »Übertourismus«. In vielen Städten und an vielen Orten ist darüber eine heiße Diskussion entbrannt. Egal ob in Amsterdam, Venedig oder Tirol, überall platzt den Bewohnern der Kragen [siehe Bericht »Tagesschau«].


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