[Siehe Vortrag am Hillsdale College auf YouTube HIER]
Erik Prince ist ehemaliger United States Navy SEAL und Gründer und Ex-Geschäftsführer des Söldnerunternehmens Blackwater. In einem Vortrag am Hillsdale College beschreibt er die Zukunft der Kriegsführung.
Am Beispiel des Ukrainekrieges könne man besonders deutlich die Tendenz erkennen, in welche Richtung die Kriegsführung in der Zukunft geht.
Um zu überleben, nutzen die Soldaten immer mehr Drohnen, teilweise selbst gebastelte und umgebaute chinesische Drohnen, die sie von ihren Laptops in Garagen, Kellen oder Bunkern aus fernsteuern. Da Drohnen heute in Massen günstig aus China zu beschaffen sind, können sie auch in Massen an der Front eingesetzt werden.
Anstatt explosive Sprengsätze mit teuren Raketen ins Ziel zu tragen, werden sie auf billige Drohnen montiert und dann zielgenau zum Feind transportiert, manchmal auch in feindliche Bunker hinein.
Ein ähnliches Vorgehen hat man auch in Syrien gesehen, wo die syrischen Dschihadisten AI/KI-Unterstützung aus der Türkei bekommen haben.
In Zukunft wird es immer einfacher werden, Drohnen auch mit Künstlicher Intelligenz (AI/KI) zu steuern. Dann werden AI-gesteuerte Drohnen die Feinde verfolgen und ihren Weg zum Ziel suchen.
In Zukunft wird in der Kriegsführung zunehmend darauf gesetzt werden, mit KI gesteuerte Kamikaze-Drohnen mit Sprengladungen auf Schiffe, Fahrzeuge oder Flugzeuge zu steuern. Das habe man nun bei den Attacken der Huthi auf Schiffe im Roten Meer gesehen.
Da KI immer mehr Menschen zugänglich und Drohnen billig in großen Mengen produziert werden können, ist es auch Milizen und Rebellen-Gruppen möglich, gegen moderne Armeen zu kämpfen.
Für die Rüstungsindustrie ist das alarmierend: Denn ihre teure und aufwendige Technologie rentiert sich immer weniger. Das ist insbesondere für die USA ein Problem.
China kann diese Produkte zu sehr viel günstigeren Preisen in sehr viel größerer Stückzahl produzieren. Und die Russen erproben in der Praxis diese Technologien auf dem Schlachtfeld in der Ukraine.
Die Russen statten deshalb alte Fahrzeuge mit günstigen neuen Waffen aus. Daher ist es unsinnig, wenn der Einsatz veralteter Fahrzeuge auf russischer Seite als Schwäche ausgelegt wird. Vielmehr ist dies intelligente Ressourcennutzung.
Erik Prince lobte die Sparmaßnahmen und die Effizienz-Strategie von Elon Musk. Auch im Militär müsse man auf die Kosten achten und den Sinn von teuren Ausgaben hinterfragen. Wichtig sei, die optimale Effizienz aus dem Einsatz von Waffen zu erlangen, nicht die teuerste Technologie zu haben, die dann womöglich durch billigere Technologien ausgetrickst wird.
Für die USA bedeutet dies, so argumentiert Erik Prince, dass man den privaten Sektor in der Entwicklung kostengünstiger und effektiver Waffen und Künstlicher Intelligenz fördern müsse. Private Bastler, Waffennarren und Informatiker würden manchmal die besten und kostengünstigsten Ideen für neue Waffensysteme hervorbringen.


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