Enthüllungen von Max Blumenthal

Iran-Angriff_ Wie Trump manipuliert wurde

Blumenthal enthüllt, wie Trump durch israelische Berater und Geheimdienstinformationen manipuliert wurde, um einen symbolischen Bombenangriff mit dem Codenamen »Midnight Hammer« zu befehlen.

[Español]

Trumps umstrittener Angriff auf den Iran

In einem aufschlussreichen Interview mit Richter Andrew Napolitano in der Sendung »Judging Freedom« vom 25. Juni 2025 analysiert der Journalist Max Blumenthal die Hintergründe von Donald Trumps jüngstem militärischen Vorgehen gegen den Iran. Blumenthal enthüllt, wie Trump durch israelische Berater und Geheimdienstinformationen manipuliert wurde, um einen symbolischen Bombenangriff mit dem Codenamen »Midnight Hammer« zu befehlen. Dieser Angriff, der das iranische Atomprogramm zerstören sollte, entpuppte sich jedoch als »Midnight Scammer«, da die angegriffenen Ziele – leere Tunnel – keine strategische Bedeutung hatten.

Die Manipulation durch den Mossad

Blumenthal zufolge wurde Trump maßgeblich von israelischen Beratern, insbesondere vom Mossad und dessen Direktor David Barnea, beeinflusst. Unterstützt von Ron Dermer, einem engen Vertrauten des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, setzten sie Trump unter Druck, einen Angriff zu starten. Sie suggerierten, der Iran sei kurz davor, Atomwaffen an die jemenitischen Huthis zu liefern – eine Behauptung, die Blumenthal als »lächerlich« bezeichnet. Diese Informationen wurden von John Ratcliffe, dem ehemaligen Direktor des Nationalen Geheimdienstes und späteren CIA-Direktor, an Trump weitergeleitet, der laut Blumenthal als »Stenograf des Mossad« agierte. Ratcliffe, der keinerlei Geheimdienst- oder Militärerfahrung mitbrachte, wurde von der Israel-Lobby, insbesondere AIPAC, gefördert und in Trumps Umfeld platziert.

Symbolischer Schlag ohne Wirkung

Der Angriff auf die iranische Atomanlage in Fordow wurde von Trump als entscheidender Schlag gegen das iranische Atomprogramm vermarktet. Doch laut Blumenthal und Berichten der Defense Intelligence Agency (DIA) waren die Zentrifugen und das angereicherte Uran bereits vorab entfernt worden. Satellitenbilder und öffentliche Erklärungen des Irans bestätigten dies. Israelische Experten bezeichneten den Angriff als symbolisch, was darauf hindeutet, dass er primär dazu diente, Trump in ein größeres Regimewechsel-Szenario im Iran zu verwickeln. Die fehlenden Beweise für eine Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen führten dazu, dass Trump nicht einmal versuchte, die amerikanische Öffentlichkeit mit einer detaillierten Rechtfertigung zu überzeugen – ein Ansatz, der an George W. Bushs Irak-Krieg erinnert, aber noch weniger glaubwürdig war.

Reaktionen in den USA: Zweifel und Kritik

Die Reaktionen in den USA waren gespalten. Selbst prominente Unterstützer der »America First«-Bewegung wie Tucker Carlson und Steve Bannon distanzierten sich von Trump und warfen ihm vor, die Prinzipien der Bewegung zu verraten. Sie bezeichneten ihn spöttisch als »Orange McCain«, in Anlehnung an den kriegsbefürwortenden Senator John McCain. Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna und der libertäre Republikaner Thomas Massey kritisierten den Angriff als verfassungswidrig und wiesen darauf hin, dass er die Unterstützung vieler MAGA-Anhänger verloren habe. Die amerikanische Öffentlichkeit, die laut Blumenthal kriegsmüde ist, zeigte ebenfalls wenig Begeisterung: Eine CNN-Umfrage ergab, dass nur 20 Prozent der Republikaner unter 45 Jahren den Angriff unterstützten.

Israelische Agenda und Trumps Frustration

Blumenthal betont, dass Israel mit dem Angriff versuchte, die USA in einen umfassenderen Konflikt mit dem Iran zu ziehen, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Doch der Plan scheiterte. Der Iran, der durch den Angriff geeint wurde, zeigte einen starken nationalen Zusammenhalt, während westliche und israelische Medienkanäle an Glaubwürdigkeit verloren. Trump selbst äußerte Frustration über Israel, insbesondere über Netanjahus Verletzung eines Waffenstillstands, indem israelische Streitkräfte Munition über Teheran abwarfen. Trump klagte öffentlich, dass Israel „nicht wisse, was es tue“, und zeigte sich besorgt über die Eskalation des Konflikts.

Langfristige Folgen für Israel

Der Krieg hat laut Blumenthal Israel geschwächt. Die iranischen Vergeltungsschläge durchbrachen Israels Luftabwehrsysteme wie Iron Dome und THAAD, was die koloniale Mentalität des Landes erschütterte. In Gaza verliert die israelische Armee weiterhin Soldaten, während die Hamas intakt bleibt. Die israelische Wirtschaft leidet unter den hohen Kosten des Krieges, und ausländische Investitionen, insbesondere im Technologiesektor, sind gefährdet. Blumenthal verweist auf die »Spinnennetz-Theorie« von Hassan Nasrallah, die besagt, dass anhaltender militärischer Druck die israelische Gesellschaft zermürbt und politische Zugeständnisse erzwingt. Netanjahu steht vor einer drohenden politischen Krise, da seine Koalition an Rückhalt verliert und das Land gespalten ist.

Schlussfolgerung: Ein gefährliches Spiel

Blumenthal schließt mit der Warnung, dass Trumps Angriff die Region destabilisiert hat. Durch die Zerstörung des IAEO-Inspektionsregimes könnte der Iran nun aus dem Atomwaffensperrvertrag austreten und ein eigenes Atomprogramm beschleunigen. In den USA wächst die Empörung über die Manipulation durch ausländische Akteure, und die Geheimdienstgemeinschaft ist über Trumps Umgang mit Informationen verärgert. Für Israel hat Netanjahu nicht nur sein Ziel eines Regimewechsels im Iran verfehlt, sondern auch die Unterstützung eines Teils der amerikanischen Öffentlichkeit verloren. Die Zukunft bleibt ungewiss, doch Blumenthals Analyse zeigt, wie gefährlich die Verflechtung von geopolitischen Interessen und Fehlinformationen sein kann.

Sven von Storch

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