Fragt man europäischstämmige Amerikaner nach ihren Wurzeln, haben diese meist konkrete Antworten parat. Man bekommt dann Antworten wie beispielsweise diese: »Mein Urgroßvater mütterlicherseits war aus Deutschland eingewandert und die Vorfahren meines Vaters kamen aus England und Irland.«
Afroamerikaner können zumeist keine genauen Antworten geben. Ihre Vorfahren kamen über den historischen transatlantischen Sklavenhandel nach Amerika oder in die Karibik. Aber aus welcher Region ihre Vorfahren stammen, welchem Stamm oder Volk sie angehörten, all dies bleibt nebulös.
Doch der Wunsche nach Wurzeln ist universell den meisten Menschen zu eigen. Gerade in einer multikulturellen Welt. Auch viele Afroamerikaner wollen ihre »real Ethnicity« herausfinden. Dies wurde unlängst als Marktlücke erkannt. Verschiedene BioTech-Firmen bieten DNA-Tests an, um Licht in das Dunkel der eigenen Herkunft zu werfen. Zu den derzeit bekanntesten DNA-Test-Anbietern in den USA gehören »Family Tree DNA«, »Ancestry DNA« und »MyHeritage DNA«.
Es gibt verschiedene Tests mit verschiedenen Schwerpunkten. Gerade US-Afroamerikaner sind daran interessiert, ihre afrikanische Herkunft näher zu lokalisieren (West-, Nord-, Ost- oder Südafrika? Ghana? Kamerun? Nigeria? Äthiopien? Kongo? Und wieviel nicht-afrikanische Herkunft ist dabei?). Manchmal lassen sich sogar große Stammesgruppen zuordnen.
Tatsächlich gibt es sogar immer mehr Afroamerikaner, die sich anschließend ein Flugticket kaufen, um als Tourist das Land ihrer Vorfahren zu erkunden.
Es ist erstaunlich, dass ein uraltes Bedürfnis, die Verbindung zu den Vorfahren und Ahnen aufrechtzuerhalten, heutzutage einerseits kommerziell ausgenutzt, andererseits ideologisch verteufelt wird.
Das Internet jedenfalls ist übersät mit Tausenden von Erfahrungsberichten über DNA-Tests. Es ist geradezu ein Trend geworden, mehr über sich selbst, seine Vorfahren und Vergangenheit herauszubekommen und dies anderen online (via YouTube oder Facebook) mitzuteilen.


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