Das wird ein seltsamer Fernsehspaß: Am 30. März wird die 16-jährige Greta Thunberg mit der Goldenen Kamera geehrt werden. Sie soll den Preis in der Sonderkategorie Klimaschutz erhalten. Dies verkündeten die Veranstalter der Funk-Mediengruppe [siehe Berichte »Welt«, »RP-Online«, »Neue Osnabrücker Zeitung«].
Als Begründung wird angegeben, dass Fräulein Thunberg zur Ikone einer neuen Jugend- und Protestbewegung avanciert sei. Jeden Freitag würden mittlerweile weltweit Hunderttausende von Schülern und Studenten auf die Straßen gehen.
Die weiteren Goldenen Kameras gehen wie immer an die Prominenz aus Funk und Fernsehen. Wir kennen das. Dort spielen sich die Prominenten die Bälle gegenseitig zu und bedanken sich bei ihren Sponsoren und Gönnern.
Doch zurück zu Greta: Vielleicht wird die schwedische Klimaschutzaktivistin dieses Jahr auch noch den Friedensnobelpreis erhalten. Nominiert ist sie ja schon. Eine Überraschung wäre es nicht. Der Medien-Zirkus um das Mädchen hat schon längst groteske Züge angenommen.
Egal, ob man den Klimawandel als menschengemacht ansieht oder nicht: Mittlerweile muss wohl jeder erkannt haben, dass der Hype um die junge Thunberg zumindest in seinem jetzigen Stadium inszeniert sein muss.
Spätestens seit ihrem Auftritt in Davos im Januar muss klar sein, dass hier eine riesige PR-Aktion läuft. Denn welches junge 16-jährige Mädchen kommt denn schon nach Davos und wird dort sogleich von der ganzen Weltpresse hofiert? Welches Mädchen wird klimatauglich im Elektroauto zu UNO-Veranstaltungen gefahren? Interessant ist auch die Tatsache, dass einer ihrer Vorfahren der schwedische Wissenschaftler Savante Arrhenius ist, der 1903 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Er war einer der ersten Wissenschaftler überhaupt, der auf eine mögliche Klimaerwärmung durch CO2-Ausstoß hinwies. Das war 1908.
Doch das kann man Greta Thunberg selbst nicht anlasten. Sie scheint ein intelligentes und eloquentes Mädchen zu sein. Und sie hat sich gut in die Materie eingearbeitet. Sie glaubt an ihre Mission. Sie selbst und ihr Vater geben in Interviews zu, dass ihr Asperger-Syndrom sie dazu bringt, in klaren Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken und sich auf Themen zu fokussieren. Der Gedanke an das Klima habe sie eine Zeit lang depressiv gemacht, so dass sie nichts mehr essen konnte und nicht mehr sprechen wollte und der Schule fernbleiben musste.
Man kann ihr nur wünschen, dass sie nicht den Boden unter den Füßen verliert. Und man muss hoffen, dass die Klimadebatte wieder auf den Boden einer sachlichen Auseinandersetzung zurückgeholt wird und nicht ins Ideologisch-Quasi-Religiöse abgleitet.
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