Unfruchtbarkeit nimmt zu, Testosteron-Werte der Männer sinken

Geburtenrate_ Menschen in Industriestaaten bekommen zu wenig Kinder

In Nordamerika, Europa und Ostasien sinken die Geburtenraten drastisch. Auch die biologische Fruchtbarkeit der Frauen und Männer lässt messbar nach. Nur in Afrika ticken die Uhren noch anders. Das wird zu demographischen Veränderungen führen.

Fast überall auf der Welt flacht sich die Kurve bei der Fertilitätsrate deutlich ab. Die Frauen bekommen später und weniger Kinder als früher. Besonders deutlich zeigt sich dies in Ländern und Regionen wie Hongkong (0,75 Kinder pro Frau), Südkorea (0,88), Singapur (1,01), Macau (1,09), Taiwan (1,11), Volksrepublik China (1,16), Ukraine (1,25), Italien und Spanien (je 1,28), Japan (1,30). Die Daten stammen aus dem Jahr 2021 von den Vereinten Nationen.

Für Elon Musk sind die rapide sinkenden Geburten- bzw. Reproduktionsraten eine Gefahr für die Zivilisation.

In Deutschland ist die Geburtenrate mit 1,53 etwas höher. Doch hier muss man bedenken, dass die hier lebenden Ausländer und Einwohner mit Migrationshintergrund generell eher mehr Kinder bekommen als Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Die einzigen Regionen, in denen die Geburtenraten noch relativ hoch sind, sind große Teile Afrikas.

Neben den sozialen Faktoren wie Geburtenkontrolle, Verstädterung, hoher Anteil berufstätiger Frauen, lange Ausbildungs- und Studienzeiten kommen noch biologische und umweltbedingte Faktoren hinzu.

Auch in den USA, Indien, Großbritannien und anderen Ländern erreichen die Geburtenraten kritische Werte.

Dr. Shanna Swan, Epidemiologin, die vor allem für ihre 2017 veröffentlichten Forschungsergebnisse bekannt ist, beschreibt mit ihrer Arbeit die vielen Faktoren, die zu einem Rückgang der Fruchtbarkeitsraten, des Testosterons und der Fortpflanzungsfunktion um 50 Prozent beitragen. Shannas diesbezügliche Arbeit wurde zu einem am häufigsten zitierten wissenschaftlichen Artikel der Welt.

Sie zählt vor allem folgende Faktoren auf, die zu einem hohen Rückgang der Fruchtbarkeit führen:

- Chemikalien in unserer Umwelt und in den Nahrungsmitteln tragen zur Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen bei.

- Die Bildung und das Recht der Frauen auf Empfängnisverhütung sowie die Urbanisierung tragen dazu bei, dass Frauen kein Interesse daran haben, mehrere Kinder zur Welt zu bringen.

- Die Unter-Maskulinisierung von Männern ist ein tatsächliches Problem, das sich auf ihre Gesundheit und Lebensdauer auswirkt.

- Lebensstil-Faktoren wir Fettleibigkeit, Stress, Alkohol und eine schlechte Stoffwechsel-Gesundheit tragen dazu bei, dass weniger Kinder geboren werden.

In Japan wird bereits diskutiert, Menschen zu belohnen, die Sex haben und sich fortpflanzen.

Für die Umwelt und die Ressourcen mag der Bevölkerungsrückgang positiv sein. Die großen Gefahren der einst befürchteten Bevölkerungsexplosion können der Menschheit erspart bleiben. Doch das rasante Schrumpfen in manchen Regionen der Erde führt zu einer umgekehrten Alterspyramide mit entsprechenden Folgeproblemen. Im weniger junge Menschen müssen immer mehr alte Menschen versorgen.

Auch die internationale Schuldenlast wird auf immer weniger Schultern verteilt werden.

Ob das Bevölkerungswachstum in Afrika ein guter Ausgleich ist, sei dahingestellt. Denn es sind die industriell unproduktivsten und ärmsten Gesellschaften, die zurzeit die höchsten Geburtenraten haben.

Sven von Storch

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