Interview mit dem Lateinamerika-Experten René Fuchslocher

Feuer im Amazonas_ Sündenbock für einen globalistischen Putsch_

Die Mainstream-Medien kritisieren Bolsonaro wegen der Waldbrände in Brasilien, ignorieren aber, dass es unter seinen sozialistischen Vorgängern viel schlimmer war und dass in anderen Staaten, wie zum Beispiel Bolivien, die Lage viel dringlicher ist.

Freie Welt: Herr Fuchslocher, was haben Sie von Südamerika aus im Zusammenhang mit den Waldbränden in Brasilien beobachtet, die gerade die Aufmerksamkeit der internationalen Medien erregen?

René Fuchslocher: Ich bin überrascht, dass sich der überwiegende Teil der Nachrichten ausschließlich auf die aktuellen Brände im brasilianischen Amazonas und die Äußerungen von Präsident Jair Bolsonaro konzentriert.

Die Massenmedien verbergen, dass die Brände in Brasilien während der vorherigen Regierungen viel größer waren. Die Regierung des Sozialisten Luis Inácio Lula da Silva war die kritischste Zeit seit 1998, dem Jahr, in dem zum ersten Mal die Statistiken der Waldbrände in diesem Land erhoben wurden. In den acht Jahren der Präsidentschaft des ehemaligen Gewerkschafters gab es zwischen 2003 und 2010 nicht weniger als 2.413.773 Brände auf dem grünen Territorium des südamerikanischen Riesen. Bisher sind es in diesem Jahr weniger als 80.000, und nur die Hälfte davon hat die Amazonasregion betroffen.

Freie Welt: Glauben Sie, dass die Art der medialen Berichterstattung sich deshalb auf Brände in Brasilien und auf Bolsonaro konzentriert, weil der brasilianische Präsident den Globalismus kritisiert?

René Fuchslocher: Ja, zum Beispiel wurde nicht öffentlich bekannt gegeben, dass die schlimmsten Brände im Amazonasgebiet in Bolivien stattgefunden haben, wo mehr als 800.000 Hektar verbrannt wurden. Dort erließ der sozialistische Präsident Evo Morales Gesetze, die die Entwaldung um 200% erhöhten. Im Juli letzten Jahres erließ er beispielsweise das Dekret 3973, das das Abholzen und Verbrennen in zuvor geschützten Sektoren gestattet.

Auf der anderen Seite konzentrieren sich laut NASA-Satellitendaten 70% der weltweiten Quellen auf Waldbrände in Afrika, einem Kontinent, der von der Linken dominiert wird und über den kaum berichtet wird. Hauptsächlich sind Angola und die Demokratischen Republik Kongo betroffen, die in den letzten Tagen rund 10.000 aktive Waldbrände verzeichneten, eine viel höhere Zahl als die rund 2.000 in Brasilien registrierten. Das Verhalten der Medien ist jedoch völlig anders, vielleicht weil die Besetzung des Amazonas durch »grüne Helme« der UN ein seit langem geschätztes Ziel des globalen Establishments ist.

Freie Welt: Mit welchem Ansatz würden Sie an das Problem herangehen?

René Fuchslocher: Ich glaube, dass, obwohl Brände im brasilianischen Amazonas in den letzten Wochen ein quasi exklusives Thema waren, nur sehr wenig über die Bewohner der zerstörten Regionen gesprochen wurde. Das übermittelte Bild ist, dass die Erhaltung des Amazonas-Regenwaldes die gesamte Menschheit betrifft und dass seine Zerstörung auf die Unfähigkeit der lokalen Regierungen zurückzuführen ist.

Zum Beispiel fragte sich ein Editorial in »Le Monde« am 24. August: »Wem gehört der Amazonas? Die neun Länder Lateinamerikas, in deren Hoheitsgebiet sich dieser riesige Urwald erstreckt? Brasilien, dem 60% gehört? Oder gehört es dem Planeten, dessen Schicksal mit der Gesundheit dieses Dschungels verbunden ist?«. Dieses »fortschrittliche« französische Magazin hat daraufhin die EU öffentlich aufgefordert, das kürzlich unterzeichneten Abkommen mit dem Mercosur zu blockieren. Sie hatte sogar den »Mut«, sich als Verteidigerin der Ureinwohner Völker zu präsentieren, die übrigens Frankreich weder in seiner Kolonialzeit noch jetzt respektiert. Dieses Land behält Guyana als Kolonie, die einzige Kolonie, die in Südamerika überlebt hat.

Die Pflege des Amazonas muss in den Händen der neun Länder liegen, die ihn teilen und brauchen, um zu leben. Und es liegt an seinen Menschen und ihren Regierungen nach ihren eigenen Prioritäten zu wählen.

Den Amazonas vom Norden des Planeten her zu »retten« ist nicht der richtige Weg. Dies ignoriert die dortigen Menschen und Länder, deren Souveränität nicht verletzt werden kann und darf. Noch weniger sollte die Ökologie als Ausrede für einen neuen Kolonialismus verwendet werden.


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René Fuchslocher wuchs in Osorno auf, wo er auch die Deutschen Schule besuchte. Anschließend studierte er an der Universidad Católica de Chile Jura und machte sein Magister in Steuerecht an der Universidad Adolfo Ibáñez. Seit elf Jahren wohnt er in Puerto Montt, wo er mit seinem Geschäftspartner die Kanzlei Fuchslocher, Bogdanic & Asociados gegründet hat. Dazu ist der 40-Jährige Mitglied in verschiedenen Institutionen der deutsch-chilenischen Gemeinschaft: als Erster Vorsitzender des Deutschen Vereins zu Puerto Montt und Vorstandmitglied der Corporación de Beneficencia Osorno (Deutsche Klinik in Osorno) sowie von Agrollanquihue A.G. (Verband der Landwirte der Provinz Llanquihue). 

Sven von Storch

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