Am 21. Juni wurden zwei katholische Kirchen in British Columbia niedergebrannt. Die 110 Jahre alte Sacred Heart Church wurde gegen 1:30 Uhr im Penticton Reserve niedergebrannt. 1910 erbaut, liegt die Kirche heute in Schutt und Asche. Ein weiterer Brand ereignete sich um 3 Uhr morgens in der St. Gregory Church in Oliver.
Diese Brandstiftung war der feurige Beginn eines Musters, nach welchem weitere Kirchen in Schutt und Asche gelegt werden sollten. Am 27. Juni wurden in British Columbia zwei weitere katholische Kirchen niedergebrannt. Ähnlich wie im ersten Fall wurden sie fast gleichzeitig angezündet. Später am Tag wurde eine fünfte Kirche in Brand gesteckt, aber vor der totalen Zerstörung gerettet.
Am 30. Juni wurde die große und historische katholische Kirche St. Jean Baptiste in Edmonton/Alberta bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Am 1. Juli wurde eine anglikanische Kirche in British Columbia niedergebrannt.
Der Erzbischof von Edmonton, Richard Smith, und der kanadische Premierminister, Justin Trudeau, verurteilten die Taten.
Vorausgegangen waren öffentliche Debatten um Kolonialismus und Unterdrückung und Benachteiligung von amerikanischen Ureinwohnern in der Geschichte Kanadas.
Es waren kurz zuvor anonyme Gräber von indianischen Schulkindern auf Schulgeländen gefunden worden, die wohl vor Jahrzehnten einer Tuberkulose-Epidemie zum Opfer fielen. Daran entzündete sich der Streit um historische Verantwortung. Denn viele einheimische Kinder seien unter schlechten hygienischen Bedingungen zum Schulbesuch gezwungen worden, lautet einer der Vorwürfe. Die indianischen Kinder sollten zwangsweise in anglo-kanadischen Kultur und Sprache erzogen werden, lautet ein anderer Vorwurf.
Die Kirche wird in den USA und Kanada von linken Aktivisten zunehmend als Symbol für Kolonialismus und »Weißen Imperialismus« verstanden. Begleitet wurden die jüngsten Kirchenbrände in Kanada von Umstürzen und Schändungen historischer Denkmäler.


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