In der Volksrepublik China hat in den letzten Jahren immer mehr die Tradition des Weihnachtsfestes Verbreitung gefunden. Allerdings zumeist nur die oberflächliche nicht-christliche Konsum-Version mit Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum, Lichtern, Kerzen und vor allem Geschenken. Das sollte den Konsum anfeuern. Außerdem haben immer mehr Chinesen Gefallen an Weihnachtsdekorationen gefunden. Der tiefere Sinn hinter dem Fest wird in der Regel übergangen. Es geht um Atmosphärisches.
Demgegenüber gibt es auch immer mehr chinesische Christen, die offen und frei das heilige Weihnachtsfest nach westlich-christlicher Tradition zelebrieren.
Doch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) beobachtet diese Entwicklung mit Argwohn. Seit dem Handelsstreit mit den USA und der gespaltenen Meinung zur Taiwan-Frage sowie den Vorwürfen aus dem Westen, China würde die Menschenrechte missachten, sieht die KPCh die Übernahme westlicher Feste kritisch. Schließlich ist Weihnachten ein christliches Fest: Und die Ausübung des Christentums wird seit einigen Jahren in China wieder stärker reglementiert und zensiert. Weihnachten und Christentum gelten der Kommunistischen Partei als »un-chinesisch«. Die christlichen Traditionen und vor allen Dingen das Weihnachtsfest würden dazu beitragen, die Bevölkerung zu verwestlichen.
Wie»Domdradio.de« und die »FAZ« berichteten, hatte dieses Jahr die KPCh weitere Einschränkungen für Weihnachtsfeierlichkeiten angeordnet. Weihnachten sei Presseberichten zufolge zu einem Tabu geworden, zu einem ungewollten »westlichen Fest«.
Personen oder Gruppen, die das Weihnachtsfest feiern, sollten den Behörden gemeldet werden. Besonders an Schulen sollte das Fest unterbleiben.
Allerdings solle diese Politik nicht an die große Glocke gehängt werden, In den Medien solle so getan werden, als gebe es keine Einschränkungen oder Restriktionen bezüglich des Weihnachtsfestes.


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