Immer mehr Personen aus verschiedenen Bundesländern berichten uns, wie schwierig es ist, getestet zu werden. Man muss schon besondere Symptome haben und bewusst riskante Kontakte gehabt oder aus Italien gekommen sein, um unverzüglich getestet zu werden.
Es gibt sogar Fälle, bei denen Menschen mit Infizierten direkt oder indirekt in Kontakt gekommen sind, ohne dass sie anschließend getestet werden. Dann heißt es beispielsweise bei manchen Gesundheitsämtern, dass die Personen sich selbst in Quarantäne begeben sollen.
Das Problem: Wenn nicht umfassend getestet wird, bleibt die wirkliche Verbreitung des Virus verschleiert. Denn man weiß im Nachhinein nicht, ob jemand zu Hause eine Erkältung auskuriert hat oder eine Coronavirus-Infektion mit milden Symptomen hatte.
In Südkorea geht man anders vor: Dort wird massiv, schnell und flächendeckend getestet. Der »Spiegel« berichtet:
»Durchschnittlich 12.000 Menschen werden in Südkorea jeden Tag auf Covid-19 getestet, maximal können die Labors 20.000 Tests täglich durchführen. Die Ergebnisse erhalten die Behörden in sechs bis 24 Stunden, deutlich schneller als in anderen Ländern. Dass aus Südkorea so hohe Infektionszahlen gemeldet werden, liegt somit auch daran, dass besonders viele Menschen auf eine mögliche Infektion untersucht werden.«
Das Vorgehen in Südkorea gilt weltweit als vorbildlich. Der Schweizer Rundfunk (SRF) berichtet:
»Südkorea testete von Beginn weg breitflächig. Die Kapazität dazu hat das Land, denn es baute als Folge der Krankheiten SARS und MERS seine Kapazität für Tests stark aus.«
In Südkorea gibt es sogar Schnelltests mit Drive-In, wo sich besorgte Bürger schnell testen lassen können.
Sogar in der Dokumentationssendung zur ARD-Sendung »Hart aber Fair« beschwerte sich ein Bürger, dass man in Deutschland mit seiner Corona-Angst alleingelassen werde, während man in Südkorea sich schnell ein Testergebnis holen könnte. Außerdem beschwerte sich in selbiger ARD-Sendung eine Bürgerin, dass ihre Mutter nach einen Urlaub in Südtirol fünf Stunden für einen Test anstand und dann um 13 Uhr wieder nach Hause geschickt wurde.
Der Mediziner Prof. Dr. Jochen Werner bemängelte in genannter ARD-Sendung ebenfalls, dass es eine Diskrepanz zwischen dem Bedarf nach Tests und den tatsächlichen Kapazitäten gebe.
Sogar Wirtschaftsminister Peter Altmaier lobte Südkorea.
Hier wird klar: Deutschland ist mit Test-Kits und Verfahren und Testmöglichkeiten prozentual zur Bevölkerung weitaus schlechter ausgestattet als Südkorea.
Auch in Taiwan, Singapur und Japan ist man wesentlich besser gerüstet. Mehr Tests, bessere Verfolgung der Kontakte, mehr Sauberkeit. Für die Vorbereitung für die nächste Krise sollte klar sein: Deutschland kann sich in Ostasien abgucken, wie man richtig mit der Krise umgeht.


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