Automatisierung, Maschinen und Künstliche Intelligenz sorgen für Arbeitsplatzabbau

Wo sollen all die Rentner arbeiten_

Als Möglichkeit, die drohende Renten-Krise abzumildern, wird angedacht, Rentner zu ermutigen, freiwillig länger zu arbeiten. Doch selbst für jene, die dies gerne täten, gibt es ein Problem: Es gibt nicht genügend Arbeit für Senioren, zumindest keine ausreichend bezahlte.

Weil in den letzten Jahrzehnten gigantische Summen aus der Rentenkasse zweckentfremdet wurden und weil wegen des demographischen Wandels immer weniger Jüngere für immer mehr Ältere einzahlen müssen, wird die Rente immer knapper.

Immer mehr Senioren werden auf Sozialleistungen zum Lebensunterhalt bzw. auf eine Grundsicherung angewiesen sein. Und das betrifft auch viele Menschen, die immerzu gearbeitet haben. Erst recht für all jene, die Kinder großgezogen oder sich um ihre Angehörigen gekümmert haben.

Und so wird in der Politik und Wirtschaft immer wieder diskutiert, das Renteneintrittsalter auf einen immer späteren Zeitpunkt zu verlagern. Rente ab 70? Oder sogar noch später?

Vermutlich wird man darauf setzen, dass es immer mehr ältere Leute gibt, die freiwillig länger arbeiten wollen, können oder müssen.

Doch wo sollen die alle arbeiten?

Körperlich anstrengende Tätigkeiten kommen kaum infrage. Bürotätigkeiten werden zunehmend durch Künstliche Intelligenz ersetzt. Lehrer sind oft ausgebrannt und bekommen sowieso ihre Pension. Pflegekräfte können ab einem bestimmten Alter nicht mehr, weil sie keine Kraft mehr haben.

Was also tun mit einem Rentner, der noch rüstig ist und arbeiten will? Wo soll er denn arbeiten? Welche Unternehmen stellen Senioren ein? Im Handwerk wird es oft zu körperlich anstrengend. Und die Industrie baut Arbeitsplätze ab.

Wird der Arbeitsmarkt in den nächsten 20-30 Jahren die Senioren als Arbeitskräfte überhaupt brauchen?

Hier liegt ein großes Problem begraben: Selbst wenn ein großer Teil der Senioren nach 70 noch rüstig ist und halbtags arbeiten möchte, so wird es doch zu wenig bezahlte Arbeit für sie geben.

Außerdem ist unser Wirtschaftssystem darauf ausgelegt, dass Senioren freiwillig ohne Entgelt arbeiten, sozusagen als Ehrenmitarbeiter beispielsweise in der Enkelbetreuung oder in der Kirchengemeinde.

Und bei den Stellen, bei denen die Älteren nicht von ihrem Posten lassen können, wie zum Beispiel bei den Universitätsprofessoren, die auf ihrem Lehrstuhl kleben, ist es eher so, dass man sie loshaben will, um den Jüngeren bei der Karriere nicht im Wege zu stehen.

Was also sollen die ganzen Senioren arbeiten? Wie sollen sie ihre nicht ausreichenden Renten aufstocken? Wo sollen sie eingesetzt werden?

Und ganz am Lebensende wird es selbst für diejenigen, die eine ausreichende Pension oder Rente beziehen, noch mal eng, und zwar spätestens dann, wenn sie in ein Altersheim oder Pflegeheim müssen. Da reichen dann auch überdurchschnittliche Renten nicht mehr aus, um alles zu bezahlen.

Und zu erben gibt es dann auch immer weniger, weil vorher alles für die Alterspflege aufgebraucht wird.

Man sieht also: Verarmung findet in Deutschland auf allen Ebenen statt. Und die Senioren können selbst mit ihrer Hände oder ihres Geistes Arbeit kaum dagegen ankämpfen.

Vielen bleiben nur Elend und das Sammeln von Pflandflaschen.

Sven von Storch

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