Das Jahr beginnt mit einem Schock im Vatikan: Veteran-Journalist und Sprecher des Pressebüros des Vatikans, Greg Burke und seine Vize-Direktorin, Paloma García Ovejero sind zurück getreten.
„Paloma und ich sind zurückgetreten, was ab 1. Januar wirksam wird. In dieser Zeit des Übergangs in der Vatikankommunikation, denken wir, dass es das Beste sein wird, wenn der Heilige Vater vollkommen frei ist, ein neues Team zusammenzustellen“, schrieb Burke auf Twitter am 31. Dezember. „Die Erfahrung [im Vatikan] war faszinierend, um es einmal milde auszudrücken,“ folgte ein weiterer Tweet.
Burke (59) hatte vor seiner Berufung zur wichtigsten Pressestelle im Vatikan bei Fox News und für Time gearbeitet. Er ist Teil des Opus Dei und gilt als konservativ.
Der Rücktritt Greg Burkes geht mit anderen wichtigen Veränderungen in der Vatikankommunikation einher. Andrea Tornielli, ein italienischer Vatikanist, der für „Vatican Insider“ verantwortlich ist und seit langem als „inoffizieller“ Sprecher des Papstes gilt (zusammen mit P. Antonio Spadaro SJ) wurde als neuer Chefredakteur für das Vatikandikasterium für Kommunikation ernannt.
Im Pontifikat Papst Franziskus hatte sich Tornielli immer mehr als Vatikansprecher herauskristallisiert. Greg Burke mochte zwar der Pressesprecher des Vatikans gewesen sein, Tornielli war dagegen der Pressesprecher der „Casa Santa Marta“, wo der Papst residiert.
Mit der Beförderung Torniellis zum Chefredakteur von praktisch der gesamten vatikanischen Kommunikation, wären Greg Burke sowieso die Hände gebunden, was die Beziehung zu den Medien angeht. Sein Rücktritt war damit der einzige ihm bleibende Ausweg.
Das Pressebüro sprach seit geraumer Zeit bereits polarisierend nicht mehr von „Kritikern“ dieser oder jener Papstentscheidung, sondern von „Feindes des Papstes“. Ganze Nachrichtenagenturen und Zeitungen, voll von gläubigen Katholiken, wurden als treulos und feindselig bezeichnet.
Papst Franziskus hat nun ein überzeugten Loyalisten und „Hofberichterstatter“ eingestellt, um sicher zu gehen, dass genau die Botschaft an die Öffentlichkeit kommt, die er bezweckt. Unabhängige journalistische Kapazitäten, wie sie Burke und Garcia aufzuweisen hatten, schienen für diese Art der Regierung unpassend zu sein.
Ab sofort wird Torniellis Meinung die gesamte Vatikanberichterstattung leiten. Damit ist die „politische“ und „absolutistische“ Linie von Papst Franziskus gesichert. Einmal mehr wurde damit eine Stelle mit einem „unkritischen“ Papstfreund besetzt.
(jp)


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