Die Reduzierung des Bargeldverkehrs nimmt seinen Lauf. Nachdem in Schweden und Dänemark die allermeisten Geschäftsaktionen mit Kreditkarte abgewickelt werden, in Dänemark bald kleine Restaurants und Tankstellen nicht mehr verpflichtet sind, Bargeld anzunehmen, setzt sich auch anderswo der Kampf gegen das Bargeld durch.
Auch in den angelsäschsischen Länder wird der Bargeldverkehr zunehmend reduziert. In Großbritannien ist die 50-Pfundnote der höchste Geldschein. Die EU und EZB haben auf die Abschaffung des 500-Euro-Scheins gedrängt. In Italien sind Bargeldgeschäfte über 1.000 Euro nicht mehr erlaubt. Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger und die US-Ökonomen Larry Summers und Kenneth Rogoff wollen das Bargeld ganz abschaffen.
Ein Schock war der große Schritt, den die Regierung in Indien vollzogen hatte. Dort wurden alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien (rund 1,38 Euro) für ungültig erklärt. Die Reform ist im Chaos gemündet und hat zu Unruhen geführt. Die Opposition hat die Bevölkerung zu Protesten auf die Straßen gebracht. Der indische Premierminister hat sich dagegen für eine bargeldlose Gesellschaft ausgesprochen.
In Deutschland wird trotz Abschaffung des 500-Euro-Scheins "entwarnt". Finanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesbankchef Jens Weidmann behaupten, dass angeblich keine Abschaffung des Bargeldes zu befürchten sei. Eine Bargeldobergrenze haben sie trotzdem verteidigt.
Doch die Anti-Bargeld-Lobbyisten sind seid Jahren massiv auch in Deutschland zu gange. "Es gibt kein Grundrecht auf Bargeld" titelte die Zeit im Februar. Viele Zeitungen werben offen für eine bargeldlose Gesellschaft.
Deutschland gilt beim Thema Bargeld als traditionell und konservativ: Die Bürger sehen im Bargeld gelebte Freiheit. Die Frage, die sich jetzt viele Bürger stellen, lautet: Was ist Beruhigung und was ist tatsächlich dran an der drohenden Bargeldabschaffung?


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