Das Chaos der Welt ist zu komplex für jede KI

Trotz Künstlicher Intelligenz bleibt der Mensch als Entscheider unersetzbar

Man kann eine Firma oder eine Industrie-Produktion mittels KI effizienter gestalten. Doch zu viele Faktoren spielen in der Wirtschaft, Gesellschaft und Natur eine Rolle, als dass das Chaos vorausgesagt werden kann.

Freie Welt

Die Verwendung der »Künstlichen Intelligenz« greift um sich. Es gibt KI-Programme, die die Nutzung anderer KI-Programme organisieren. Sie sollen helfen, etwa ein Unternehmen aufzubauen oder eine Firma zu lenken und zu verwalten.

Doch es gibt Probleme. Denn die KI weiß nur, was online ist oder was sich daraus logisch Schlussfolgern lässt. Eine KI kann nicht das realweltliche Chaos und das menschliche Verhalten in Gruppen voraussagen. Ein Unternehmen ist so komplex, dass es sich nicht logisch aufschlüsseln lässt, weil das Verhalten der Menschen mit- und untereinander nicht logisch ist.

Kleinste Trendwenden können Märkte durcheinanderwirbeln. Konflikte können neue Situationen entstehen lassen. Wer sich auf KI verlässt, der kann sein blaues Wunder erleben.

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen zögerlich sind, KI einzusetzen. Eine KI muss dazu gebracht werden, genau das zu machen, was man von ihr fordert.

Eine der größten Herausforderungen ist das KI-Prompt-Engineering. Das ist die Kunst oder Wissenschaft, Anweisungen (Prompts) für KI-Modelle so zu gestalten, dass sie die gewünschten Ergebnisse liefern. Genau hier liegt der Haken: KI eignet sich für alles, was sich wiederholt oder in bestimmten Bahnen verläuft, aber nicht für unvorhersehbare Abläufe.

Man kann das mit einem Schachcomputer vergleichen: Er kann die wahrscheinlichsten Züge berechnen. Aber er kann niemals alle Möglichkeiten eines Schachspiels berechnen und allesamt in die Entscheidungen einbeziehen.

Die Zahl der möglichen Züge in einem Schachspiel ist nämlich so enorm, dass sie selbst für die leistungsfähigsten Schach-Computer der Welt praktisch unmöglich vollständig zu erfassen ist. Diese Zahl wird durch die Shannon-Zahl beschrieben, die eine grobe Abschätzung der Komplexität von Schach angibt. Claude Shannon, ein Pionier der Informationstheorie, schätzte 1950, dass die Anzahl der möglichen Schachstellungen etwa 10^120 beträgt. Zum Vergleich: Die geschätzte Anzahl der Atome im beobachtbaren Universum liegt bei etwa 10^80.

Nun übertragen Sie das bitte auf die Möglichkeiten menschlichen Verhaltens von 8 Mrd. Individuen in einer komplexen Umwelt aus natürlichen und gesellschaftlichen Phänomenen. Die völlständige KI-Steuerung eines Unternehmens ist quasi unmöglich. Nur automatisierte Prozesse können angegangen und effizienter gestaltet werden. Aber das Chaos der Realität ist grenzenlos.

Sven von Storch

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