Ziel ist die Rückeroberung der Krim und der Ostukraine

Soziale Medien zeigen massive Truppenbewegungen in der Ukraine

Soziale Medien zeigen Bilder und Videos von massiven Truppenbewegungen in der Ukraine. Der stellvertretende Leiter des militärischen Geheimdienstes, Vadym Skybyjskyi, erklärte, dass man die Krim zurückerobern und die Ukraine in den Grenzen von 1991 wieder herstellen wolle,

In den sozialen Medien sind mehrere Fotos und Videos aufgetaucht, die Tausende von ukrainischen Soldaten und Hunderte von Panzern zeigen, die durch das Land gen Osten fahren [siehe Berichte aus Tschechien HIER]. Die Kämpfe in der Ostukraine nehmen an Intensität zu. Es wird zunehmend von einer ukrainischen Gegenoffensive gesprochen. 

Der stellvertretende Leiter des militärischen Geheimdienstes, Vadym Skybyjskyi, äußerte sich kürzlich zu den Zielen des ukrainischen Militärs in den kommenden Monaten. Ihm zufolge besteht das Ziel der ukrainischen Offensive darin, die Krim vom russischen Festland abzuschneiden und zurückzuerobern. Die Ukraine soll wieder ihre Grenzen von 1991 zurückbekommen. »Unser Ziel ist es, einen Keil zwischen die Krim und Russland zu treiben«, wird Skybyjskyi zitiert. Und er erklärte weiterhin: »Das Ziel unserer Gegenoffensive ist die Befreiung aller besetzten ukrainischen Gebiete, einschließlich der Krim. Wir werden nicht aufhören, bis unser Land innerhalb der Grenzen von 1991 ist«.

Auch US-General Ben Hodges hat in den letzten Wochen von der Notwendigkeit gesprochen, die Halbinsel Krim Russland zu entreißen, wie die britische Zeitung The Telegraph berichtet. Filmaufnahmen, die Massen von Soldaten und schweres militärisches Gerät zeigen, könnten diese Vermutungen bestätigen. Allerdings ist nicht bekannt, wo und wann die Aufnahmen gemacht wurden. Es ist daher unklar, ob die große Ansammlung von Personal und Ausrüstung bereits in der Nähe der Front stattfand oder noch weiter davon entfernt.

Die Russen selbst vermuten wohl einen bevorstehenden ukrainischen Gegenangriff, da sie an der Front zahlreiche Tunnel bauen. Auch der Anführer der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, scheint nervös zu sein, nachdem er kürzlich mit einem überraschenden Artikel auf sich aufmerksam gemacht hat, in dem er schrieb, dass die russische Regierung und Gesellschaft eine »dicke Linie« hinter die »Special Military Operation« (SMO), wie die Russen den Einmarsch in die Ukraine nennen, stellen müsse. Seiner Ansicht nach wäre es die »ideale Option«, das Ende der Operation anzukündigen. Die Ziele sind im Wesentlichen erreicht, sagt der erste einflussreiche Russe, der sich öffentlich für ein Ende des Krieges ausspricht.

Kürzlich haben auch Regierungsvertreter in Kiew, westliche Verbündete, darunter Vertreter aus den USA, und die russische Seite eine Gegenoffensive im Frühjahr angedeutet. Mehr oder weniger im Einklang mit diesen Andeutungen stehen Militäranalysten, die sich mit den Ereignissen an der Kriegsfront befassen, darunter auch der US-amerikanische Think-Tank Institute for the Study of War (ISW).

Auf Twitter ist eine Reihe von Videos und Bildern aufgetaucht, die Hunderte von marschierenden Mitgliedern der ukrainischen Streitkräfte und Dutzende von Panzern zeigen. Militärischen Insidern zufolge handelt es sich dabei um die Ausrüstung und die Kämpfer, die in die Kämpfe bei Bakhmut ziehen. Einige Beobachter des Krieges in der Ukraine meinen auch, dass dies die ersten Anzeichen einer bevorstehenden ukrainischen Gegenoffensive sein könnten.

In den letzten Monaten hat die Ukraine die Brücke von Kertsch, die die Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet, durch Sabotageakte zerstört. Bei einer Explosion im Oktober letzten Jahres wurden sowohl der Straßen- als auch der Schienenabschnitt der Brücke beschädigt. Russland hat sie jedoch in den letzten Tagen nach Reparaturen wieder geöffnet. Der Erklärung von Skybyjskyi zufolge ist die Unterbrechung der Verbindung zwischen der Halbinsel und Russland eines der Ziele der Frühjahrsoffensive der Ukraine.

Sven von Storch

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