Der Börsencrash von 1929 war kein Unfall und kein chaotisches Versagen eines überhitzten Marktes, sondern ein kalkulierter Schritt. Ein präzise getimter Eingriff orchestriert von jenen, die am meisten zu gewinnen hatten und am wenigsten zu verlieren. Es war der bis dahin größte Raubzug der Finanzgeschichte.
Das transatlantische Machtnetzwerk aus City of London, Wall Street und Federal Reserve
Im Zentrum stand die City of London, das alte Machtzentrum des globalen Kapitals. Ihre Banken waren eng mit den amerikanischen Häusern verflochten, ihre Interessen deckungsgleich, ihre Informationskanäle schneller als jede Zeitung. Auf der anderen Seite des Atlantiks pulsierte die Wall Street, ein Ort, an dem Gerüchte zu Fakten wurden und Fakten zu Vermögen. Beide Zentren verband ein gemeinsames Ziel: Kontrolle über die Ströme des Geldes, über die Bewegungen der Märkte, über die Zukunft der Wirtschaft. Doch ein dritter Akteur verlieh diesem Netzwerk seine Durchschlagskraft. Die Federal Reserve verfügte über das mächtigste Werkzeug der damaligen Zeit, die Macht, die Zinsen zu erhöhen oder zu senken, ein Instrument, das die Märkte beruhigen oder erschüttern konnte. Genau dieses Instrument setzte sie 1929 ein, nicht aus Sorge um Stabilität, sondern als Startschuss.
Die goldenen Zwanziger: Aufbau der Spekulationsblase durch expansive Geldpolitik
Die goldenen Zwanziger Jahre strahlten eine unaufhaltsame Dynamik aus. Die amerikanische Wirtschaft wuchs scheinbar grenzenlos. Die Spekulationsblase der 1920er Jahre war gigantisch. Kredite wurden leichtfertig vergeben, Aktienkäufe auf Pump waren alltäglich und die Kurse stiegen schneller als jede reale Grundlage. Die Federal Reserve hatte den Boom angeheizt und durch eine geplante Kehrtwende den Crash ausgelöst. Von 1928 bis 1929 wirkte sie wie ein unsichtbarer Architekt des Schwarzen Oktobers. In den frühen Zwanziger Jahren entfesselte sie durch niedrige Zinsen und expansive Geldpolitik einen Spekulationsboom, der sich wie ein Lauffeuer ausbreitete. Das Kreditvolumen wuchs schneller als die reale Wirtschaft, Banken vergaben Margin-Kredite in nie dagewesenem Umfang und Anleger setzten ihr Vermögen auf riskante Positionen, die nur durch ständige Liquidität am Leben gehalten wurden. Ab 1928 begann die Fed, ihren Plan umzusetzen. Zwischen Januar und Juli wurden die Zinsen von 3,5 Prozent auf fünf Prozent angehoben. Für die breite Öffentlichkeit war dies nur eine technische Anpassung, für Spekulanten jedoch ein erstes Donnergrollen. Kredite verteuerten sich und Liquidität versiegte. Die großen Häuser wussten, dass dieses Spiel nicht ewig weitergehen konnte, zogen sich rechtzeitig zurück, liquidierten Positionen und starteten Leerverkäufe, während Millionen Kleinanleger weiter im Rausch der steigenden Kurse kauften.
Der entscheidende Zinsschock und der Ausbruch des Crashs
Dann kam der entscheidende Moment. Die Federal Reserve erhöhte im August 1929 die Zinsen auf sechs Prozent, begleitet von einer strikten Reduktion der Bankreserven durch Offenmarktoperationen. Das System, jahrelang auf billigem Geld aufgebaut, geriet ins Wanken und die fragile Marktstruktur wurde stark erschüttert. Banken mussten Kapital zurückhalten, Broker-Kredite wurden abrupt verknappt und wer auf Kredit gehandelt hatte, sah sich gezwungen, Aktien panisch zu verkaufen, um Forderungen zu bedienen. Der unsichtbare Druck entlud sich im Oktober 1929 mit zerstörerischer Wirkung. Die Liquidität trocknete endgültig aus und Kredite wurden sehr viel teurer. Die ersten Verkäufe begannen und was als Zittern startete, wurde zur Lawine. Ein Dominoeffekt setzte ein, der die Börse innerhalb weniger Tage ins Chaos stürzte.
Black Thursday und Black Tuesday: Der Kollaps und die Rolle der Großbanken
Der Black Thursday am 24. Oktober und der Black Tuesday am 29. Oktober markierten den abrupten Übergang vom Optimismus zu einem wirtschaftlichen Absturz historischen Ausmaßes. Die Fed verharrte in ihrer restriktiven Haltung, obwohl die Krise außer Kontrolle geraten war. Diese Untätigkeit beschleunigte tausende Bankpleiten. Banken, ohnehin unter Liquiditätsdruck, brachen ohne Unterstützung zusammen und mit ihnen das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem. Gleichzeitig wirkte die restriktive Haltung wie ein strategischer Hebel. Kleinere Banken scheiterten, Kapital und Macht konzentrierten sich bei großen Banken und die Federal Reserve festigte ihre Kontrolle über das Finanzsystem. Der Crash war brutal. Binnen weniger Wochen verloren Aktien ein Drittel ihres Wertes, Millionen Menschen sahen ihre Ersparnisse vernichtet, verloren ihre Arbeit und Häuser. Zahllose Unternehmen gingen bankrott. Zuvor finanziell und wirtschaftlich unabhängige Menschen wurden über Nacht mittellos und staatliche Transferempfänger. Die Weltwirtschaft glitt in eine Depression, die ein ganzes Jahrzehnt prägen sollte. Über 9000 Banken, ein Drittel aller Banken in den USA, scheiterten zwischen 1929 und 1933. Doch während die Masse im Chaos versank, standen die US-Großbanken wie J.P. Morgan, Chase Manhattan Bank, National City Bank und Bank of America bereit. Sie kauften Vermögenswerte zu Spottpreisen auf, denn sie verfügten über gewaltige Reserven. Grundstücke, Häuser, Industrien, Bankportfolios und Forderungen wechselten den Besitzer. Die Krise wurde zu einem gigantischen Transfer von Eigentum und Einfluss. Die restriktive Intervention der Federal Reserve beschleunigte die Konzentration von Macht bei den großen Instituten. Der Plan der City of London und der Wall Street Banker ging auf. Vermögenswerte wurden zu Bruchteilen ihres Wertes übernommen und die Mittelschicht durch Verarmung unter Kontrolle gebracht.
Die inszenierte Beruhigung und der finale Absturz
Zwischen dem 24. und 29. Oktober 1929 spielte sich an der New Yorker Börse ein Schauspiel ab, das bis heute wie ein düsteres Ritual in der Finanzgeschichte nachhallt. Am Black Thursday stürzten die Kurse ins Bodenlose und Panik ergriff die Händler. Einige der mächtigsten Banker der Wall Street erschienen demonstrativ auf dem Parkett. Vertreter von J.P. Morgan, der National City Bank und anderen Großinstituten kauften in großen Blöcken Blue-Chip-Aktien wie U.S. Steel, AT&T und General Electric. Es war ein kalkulierter Akt der Psychologie, ein inszeniertes Zeichen der Stärke, das den Anlegern suggerieren sollte, dass die Elite Vertrauen hatte, dass der Markt stabil sei und dass es sich lohne, zu bleiben oder zurückzukehren. Für einen kurzen Moment schien die Inszenierung zu wirken. Die Kurse stabilisierten sich, die Panik ebbte ab und die Zeitungen berichteten am nächsten Morgen von einer koordinierten Rettungsaktion der Finanzführer, die den Markt gerettet habe. Doch diese Ruhe war nur ein flüchtiger Atemzug vor dem Sturm. Am Black Tuesday brach der Markt endgültig zusammen. Die Verkäufe überrollten die Börse wie eine Flutwelle, die selbst die symbolischen Käufe der Banker hinwegspülte. Anleger, die sich das Schauspiel vom 24. Oktober hatten beruhigen lassen, wurden nun mit voller Wucht getroffen. Zwischen dem Allzeithoch vom 3. September 1929 und dem ersten Tiefpunkt am 13. November desselben Jahres verlor der Dow Jones fast die Hälfte seines Wertes, rund 47 Prozent. Allein in der Woche zwischen Black Thursday und Black Tuesday brach der Markt um etwa ein Viertel ein. Doch dies war nur der Anfang. Der wahre Absturz vollzog sich in den folgenden Jahren, als die Wirtschaft in die Tiefe rutschte und die Federal Reserve ihre restriktive Haltung beibehielt. Am 8. Juli 1932 erreichte der Dow Jones seinen absoluten Tiefstand, ein Verlust von 89 Prozent gegenüber dem Hoch von 1929. Eine Aktie, die einst hundert Dollar wert gewesen war, war nur noch elf Dollar wert. Ganze Vermögen lösten sich auf wie Staub im Wind. Die Erholung kam nicht in Monaten, nicht in Jahren, sondern in einem Vierteljahrhundert nach dem Crash erreichte der Dow Jones wieder den Stand von 1929. Fünfundzwanzig Jahre, eine ganze Epoche, in der eine Generation von Anlegern alt wurde, ohne je wieder den Wert zu sehen, den sie einst besessen hatte. Der Crash war kein Moment, sondern ein Zeitalter.
Globale Ausstrahlung durch Goldstandard und internationale Zinspolitik
Die Wirkung der Federal Reserve blieb nicht auf die USA beschränkt. Durch den Goldstandard strahlte die amerikanische Zinspolitik weltweit aus. Europäische Zentralbanken sahen sich gezwungen, ähnliche Schritte zu gehen, um Kapitalflüsse und Währungsreserven zu stabilisieren. Die restriktive Politik der Fed löste eine internationale Kreditklemme aus, die viele Volkswirtschaften zusätzlich in die Rezession trieb. Die Paradoxie war unübersehbar. Die Federal Reserve hatte den Boom angeheizt, um Wachstum und Spekulation zu fördern, und wandelte sich dann zur treibenden Kraft des Busts. Offiziell wollte sie übermäßige Spekulation bremsen, doch die Folgen waren massiver wirtschaftlicher Schmerz und eine langfristige Konzentration von Macht. Wer Geldschöpfung und Zinspolitik steuert, kann Booms erzeugen, Blasen platzen lassen und wirtschaftliche wie politische Macht verschieben, ein Muster, das bis heute fortwirkt.
Auswirkungen in Deutschland und Österreich: Bankenkrisen und Radikalisierung
Die globale Dimension der Krise zeigte sich deutlich. In Deutschland verschärfte die Reichsbank die Lage durch drastische Zinserhöhungen und eine strikte Deflationspolitik, um den Goldstandard zu halten. In Verbindung mit den Reparationszahlungen und dem Abzug amerikanischer Kredite trieb dies die deutsche Wirtschaft in eine tiefe Krise. Banken gerieten unter Liquiditätsdruck, Unternehmen brachen zusammen und Arbeitslosigkeit explodierte. Im Juli 1931 brach die Danat-Bank zusammen. Dies führte dazu, dass die Reichsregierung die Banken für mehrere Tage schließen musste und das gesamte deutsche Bankensystem praktisch unter staatliche Kontrolle stellte. Auch in Österreich markierte der Zusammenbruch der Credit-Anstalt 1931 einen Wendepunkt und löste eine europaweite Finanzkrise aus. Die Bankenkrise war damit globalisiert. Die restriktive Geldpolitik der Federal Reserve und internationaler Zentralbanken führte zu einer weltweiten Deflation, die Volkswirtschaften und Millionen Menschen in den Ruin trieb. Die US-Großbanken profitierten strategisch, während andere Länder litten. Gleichzeitig wirkte im Hintergrund die City of London, deren Bankiers, Investmentgesellschaften und Versicherer seit Jahrhunderten globale Finanzströme koordinierten. Die City hatte erheblichen Einfluss auf internationale Anleihen, Kredite, Zentralbankpolitik und die globale Vermögensallokation. Durch die enge Verflechtung von US-Banken und der City of London wurde der Zusammenbruch der Banken und die weltweite Deflation gesteuert, während die Macht in wenigen Händen konzentriert wurde.
Vom Crash zur Kriegsökonomie: Politische Radikalisierung und neue Profite
Der Crash von 1929 war nicht nur das Ende einer Ära, sondern der Auftakt zu einer neuen, einer Ära, in der der kommende Zweite Weltkrieg als gigantische Profitmaschine diente. Die wirtschaftliche Verelendung, die Massenarbeitslosigkeit und der Vertrauensverlust in politische Institutionen bildeten den Nährboden für den Aufstieg extremistischer Kräfte. In Deutschland nutzte die NSDAP die ökonomische Notlage, die durch US-Großbanken und die City of London begünstigt wurde, um politische Kontrolle zu gewinnen. Die globale Depression trug somit zur Machtergreifung der Nationalsozialisten bei, die dann den Weg in den Zweiten Weltkrieg ermöglichte. Von dieser Entwicklung profitierte die City of London und die Wall Street in nie dagewesenem Ausmaß. Staaten, die verzweifelt nach wirtschaftlicher Erholung suchten, begannen aufzurüsten. Rüstungsaufträge flossen in die Industrien, die eng mit denselben Finanzhäusern verbunden waren, die den Crash eingefädelt hatten. Kredite wurden vergeben, Fabriken liefen heiß und die wirtschaftliche Erholung vieler Länder basierte zunehmend auf militärischer Produktion. Amerikanische Unternehmen erweiterten ihre industrielle Basis, sicherten Rohstoffe und verdienten ein Vermögen durch die Aufrüstung Europas. Die City of London und die Wall Street konnten von dieser Entwicklung, vom Krieg, dem anschließenden Wiederaufbau und dem Kalten Krieg massiv profitieren und ein bis heute bestehendes globales Finanzsystem errichten, das die Welt kontrolliert. Die Weltwirtschaftskrise schuf die Voraussetzungen für politische Radikalisierung, für den Aufstieg autoritärer Regime und den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. In dieser Sichtweise erscheint der Zweite Weltkrieg nicht als geopolitischer Konflikt, sondern als ökonomischer Motor. Ein Motor, der die Weltwirtschaft aus der Depression zog und gleichzeitig enorme Gewinne für jene erzeugte, die die Produktionsmittel und das Kapital kontrollierten. Banken, Stahl, Öl, Maschinenbau, Chemie und Logistik, die Kriegswirtschaft wurde zur größten Umverteilungsmaschine des Jahrhunderts.
Parallelen zur Gegenwart: Neue Blasen und anhaltende Mechanismen
Fast ein Jahrhundert später wirkt die Geschichte von 1929 wie ein Spiegel der Gegenwart. Wir erleben eine Ära von vierzig Jahren Niedrigzinsen bis hin zu null Prozent, massiver Liquidität und einer beispiellosen Ausweitung der Geldmenge. Wieder steigen Vermögenspreise schneller als die reale Wirtschaft. Wieder entstehen spekulative Exzesse bei Tech-Aktien, Immobilien, Kryptowährungen und Derivaten. Und wieder hängt das globale Finanzsystem vollständig von billiger Liquidität ab. Parallelen zu den späten 1920er Jahren sind unübersehbar. Ein System, das auf expansiver Geldschöpfung basiert, reagiert empfindlich, sobald die Liquidität versiegt. Die Dominanz des US-Dollars zwingt andere Länder, den Kurs der Federal Reserve nachzuvollziehen. Kapitalströme verschieben sich, Währungen geraten unter Druck und internationale Kreditketten spannen sich gefährlich an. Auch die Konzentration wirtschaftlicher Macht zeigt frappierende Ähnlichkeiten. Während in den frühen 1930er Jahren Tausende kleiner Banken scheiterten und große Institute ihre Position ausbauten, erleben wir heute eine globale Entwicklung. Finanzgiganten, Tech-Konzerne und Vermögensverwalter dominieren Märkte in einem Ausmaß, das historische Konzerne und Vermögensverwalter sprengt. Parallel dazu entstehen neue Bruchlinien. Der explosionsartig gewachsene Private-Credit-Sektor und die sich aufblähende KI-Blase. Der Private-Credit-Markt, einst ein Nischensegment, ist zu einem Schattenbanksystem gigantischen Ausmaßes geworden. Milliarden flossen in Fonds, die Kredite an Unternehmen vergeben, die im traditionellen Bankensystem keinen Zugang mehr finden. Niedrige Zinsen machten diese Anlagen attraktiv, doch mit steigenden Zinsen bröckelt das Fundament. Viele Kredite waren nur unter Bedingungen billigen Geldes tragfähig. Unternehmen stehen nun vor Refinanzierungskosten, die ihre Geschäftsmodelle infrage stellen. Die Risiken sind unsichtbar im System verteilt, außerhalb regulierter Banken, aber eng verknüpft mit Pensionsfonds, Versicherern und globalen Vermögensverwaltern. Parallel dazu wächst eine neue Form spekulativer Euphorie. Die KI-Blase, getrieben von technologischer Faszination, medialer Überhöhung und gigantischen Kapitalzuflüssen, treibt die Bewertungen von KI-Unternehmen in Höhen, die kaum durch reale Gewinne gedeckt sind. Die Versprechen sind grenzenlos. Effizienzrevolutionen, neue Industrien, unbegrenztes Wachstum. Wie in den späten Zwanzigern basiert ein großer Teil dieser Erwartungen auf Projektionen, nicht auf belastbaren Fundamenten. Milliarden fließen in Rechenzentren, Chips und Modelle, während viele Geschäftsmodelle noch unbewiesen sind. Die Parallelen zur Radioblase der 1920er, zur Dotcom-Euphorie der 1990er und zur Immobilienblase der 2000er sind unverkennbar. Technologie wird zur Erzählung, die Kapitalströme lenkt und Bewertungen in die Höhe treibt, bis die Realität die Fantasie einholt. Beide Entwicklungen, Private Credit und KI-Spekulation, sind eng mit der Ära des billigen Geldes verknüpft, die enden wird. Wie 1928 und 1929 werden Unternehmen unter Druck geraten, Investitionen werden auf die Probe gestellt und Unsicherheit wächst. Die Mechanismen von Boom und Bust sind zeitlos, nur die Formen ändern sich. Wo einst Margin-Kredite und spekulative Aktienkäufe das System destabilisierten, sind es heute Private-Credit-Strukturen und KI-Investitionen, die als neue Fault Lines wirken. Und wie 1929 entscheidet nicht der Markt, sondern die Hand jener Institutionen, die über Kredit, Zinsen und Liquidität bestimmen.
Öffentliche Inszenierungen und warnende Stimmen heute
Die Episode, in der Banker symbolträchtig Aktien kauften, um Zuversicht zu erzeugen, nur damit der Markt kurz darauf endgültig kollabierte, steht wie ein Sinnbild für die Mechanik von Boom und Bust. Sie findet heute ihre Spiegelbilder in jenen Stimmen, die mit großer Reichweite und Selbstsicherheit verkünden, dass die Märkte stark seien, dass sie noch nie so gesund gewesen seien und dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Investieren sei. Ob es Donald Trump und Scott Bessent sind, die mantraartig öffentliche Stärke und Optimismus betonen, oder prominente Investoren wie Bill Ackman, Stanley Druckenmiller oder Paul Tudor Jones, immer wieder entsteht der Eindruck, dass bestimmte Motive nicht mehr hervorbringen. Paul Tudor Jones, der kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 stark in Tech-Werte investierte und dabei erhebliche Verluste erlitt, erklärte noch vor kurzem, der Tech-Sektor sei massiv überbewertet, nur um wenige Tage später öffentlich mitzuteilen, er sei massiv investiert. Solche Wendungen erinnern an die Inszenierungen von 1929. Worte, die Vertrauen schaffen sollen, während die Realität bereits Risse zeigt, Botschaften, die Anleger anziehen sollen, während die Fundamente bröckeln, Signale der Stärke, die oft dann gesendet werden, wenn die Unsicherheit am größten ist. Anleger sollten sich bewusst sein, dass öffentliche Äußerungen von Investoren oft strategische Motive haben können. Diese Leute sind letztlich immer einen Schritt voraus und brauchen Käufer, die ihre Aktien oft zum Höchstkurs abkaufen. Während manche lautstark Optimismus verbreiten, gibt es andere, deren Warnungen wie ein fernes Grollen wirken. Warren Buffett, der seit Jahrzehnten als Inbegriff langfristiger Vernunft gilt, spricht davon, dass sich die aktuelle Marktdynamik von fundamentalen Realitäten gelöst habe, dass Bewertungen sich von Erträgen entkoppeln und dass die kommenden Jahre, nicht zuletzt durch geopolitische Spannungen und eine sich abzeichnende Energiekrise, eine Unsicherheit bergen, die sich nicht mehr mit klassischen Modellen erklären lasse. Seine Worte wirken wie das Gegenteil jener euphorischen Parolen, die andere verbreiten, weniger laut, aber schwerer, dichter, mit dem Gewicht eines Mannes, der mehr Marktzyklen erlebt hat als die meisten Investoren Lebensjahre. Michael Burry, der Mann, der die Hypothekenblase vor 2008 erkannte, positioniert sich erneut mit Short-Investitionen, als sähe er wieder etwas, das andere übersehen. Seine Warnungen wirken nüchtern, fast resigniert, wie Schattenrisse einer kommenden Entwicklung.
Die ewige Logik von Macht und Krisen
Der wirtschaftliche Niedergang, soziale Verwerfungen und geopolitische Konflikte lassen auch hier Parallelen zu damals ziehen. Aufrüstung und Militarisierung, das Errichten von Feindbildern und Kriegsrhetorik lassen dunkle Zeiten wach werden. Krieg als ökonomischer Motor, finanziert von der City und der Wall Street, es ist immer das gleiche Spiel. Am Ende bleibt die Geschichte des Schwarzen Oktobers mehr als nur eine Warnung. Sie ist der Preis, den Gesellschaften zahlen, wenn sie glauben, die Macht Institutionen zu übergeben, die sich dem finanziellen digitalen Komplex unterworfen haben. Die Logik der Macht bleibt bestehen. Die City, Wall Street, Schattenbanken, globale Vermögensverwalter, Algorithmen und künstliche Intelligenzen sind die Strippenzieher eines Systems, das größer, schneller und undurchsichtiger ist als alles, was 1929 existierte. Die Hebel sind länger geworden, die Zahnräder komplexer, die Abhängigkeiten global. Das Unheimlichste ist, dass die Geschichte nicht nur wiederholt wird, sondern sich weiterentwickelt. Jede neue Krise ist raffinierter, verschlungener und schwerer zu erkennen. Warnsignale werden leiser, während die Risiken wachsen. Eines aber ist gewiss, wenn die Musik aufhört zu spielen, wird es nicht genug Stühle geben.


Comments
schwarzer Freitag
Der Schwarze Freitag von 1929 war nicht für jeden schwarz. Sicher gab es Millionäre, die alles verloren haben und darob aus dem Fenster gesprungen sind, und sicher läutete es ein Krise ein, die - wieder mal - in erster Linie, der kleine Mann ausbaden durfte. Es gehört aber auch zu den - gerne verschwiegenen - Wahrheiten, daß an diesem ominösen Freitag etliche Vermögen GEMACHT wurden. Es gibt sogar heute noch in den USA einen "Freundeskreis 1929". Die hätten nichts dagegen, wenn es wieder mal ordentlich scheppern würde... .
... „Ein Netzwerk aus…
... „Ein Netzwerk aus Londoner und New Yorker Bankiers, der Federal Reserve und politischen Strippenziehern spann sich über den Atlantik wie ein unsichtbares Spinnennetz. Eine Elite, die nicht nur die Märkte beobachtete, sondern sie verstand, kontrollierte und im entscheidenden Moment bewusst zum Einsturz brachte.“ ...
Schenke dieses Ole dem Warburg https://www.google.com/search?q=warburg+und+fie+fed&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=warburg+und+fie+fed&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOTIICAEQABgWGB4yCAgCEAAYFhgeMggIAxAAGBYYHjIKCAQQABiiBBiJBTIHCAUQABjvBdIBCDkxNjFqMGo0qAIAsAIB&sourceid=chrome&ie=UTF-8 etwa deshalb die 47 Millionen aus CumEx???https://www.deutschlandfunk.de/olaf-scholz-cum-ex-hamburg-warburg-bank-steuern-47-millionen-100.html
Wenn man alles SCHWARZ sieht muss man wohl blind sein ?
Der schwarze Oktober 1929 hatte immerhin einen Sonnenaufgang und damit Licht ! Doch bisher ist vielen das Licht noch nicht aufgegangen ,da ihre schwarze Seele nach wie vor im Finanzkeller sitzt und ihre Gier bis zum Größenwahn aufgestiegen ist .
Der nächste Wahn ,weswegen vermutlich auch viele Bürger in England aufstehen ,und das hat mit der Schiete of London wenig zu tun ,sind die geplanten dystopischen 15Minutenstädte .Dabei geht eine Idiotenpolitik nicht nur 15 Minuten ,sondern soll zum Dauerregulationsgefängnis für eine vollkontrollierte Bevölkerung werden ! Hierbei ist der KI-Oxe bereits fortgeschritten ,denn OXFORD macht den Anfang und der Toni von der Blair-Hexe reibt sich schon die schmutzigen Hände .Die Irakschweinereien noch nicht abgewaschen kommt schon der nächste KI-Diditalscheiß ! Britische Regierung treibt digitale Überwachung voran – trotz Widerstand der Bevölkerung www.kla.tv/40830
Wer einen Krieg zur Bevölkerungsreduzierung mit Russland oder anderen Ländern nicht hinbekommt ,wird ihn im eigenen Land provuzieren ,mit Lügen -Geld -Bestechung -und Macht !
Die sogen. Börse ist ein…
Die sogen. Börse ist ein Casino. Wie kann ein Niemand wie Soros, entlaufen aus Ungarn, ebenso steinreich werden wie sämtliche Präsidenten aus dem Ostblock in etwas mehr als 35 Jahren? Das gesamte Finanzsystem gehört vom Tisch gewischt, ebenso wie sämtliche Glücksspielhallen. Mit Geld spielt man nicht, man verdient es, indem man Produktives schafft. Dieses System ist krank und zutiefst böse. Ich wundere mich, wie Massenmörder, die die Impfmaschinerie in Gang gesetzt haben, alle noch frei herumlaufen. Satan regiert die Welt.
Add new comment