Der Kremlstratege, Außenpolitik-Experte und Putin-Berater Sergej Karaganow sieht Europas Ideal-Zukunft in einem eurasischen Bündnis mit Russland und China – sozusagen von Shanghai bis Lissabon. Alleine wäre Europa nicht lebensfähig. Europa sei »geostrategisch nackt« [siehe Bericht »Welt«].
Nach Karanagow kommen neue Impulse und Entwicklungen primär aus dem Osten, das heißt Ostasien. Russland orientiere sich daher stärker im Osten. Die Annäherung an China werde immer enger. Die Sanktionen gegen Russland hätten diese Entwicklung verstärkt, meint Karaganow.
Bisher war der »Deal«, dass Russland die Rohstoffe liefert und der Westen die neuen Technologien und Fertigprodukte. Doch jetzt kommen diese Dinge verstärkt aus Ostasien, vor allem China. Europa wird immer unwichtiger.
Sergej Karanagow gibt sich, so berichet die »Welt«, enttäuscht vom Westen. Russland habe versucht, dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegne. Aber Europa hat sich nicht darauf eingelassen. Stattdessen ist die NATO weiter nach Osten gerückt.
Nach Karaganow ist die EU nur noch ein Bündel von Problemen: Masseneinwanderung, »politische Korrektheit« und sinkende Konkurrenzfähigkeit gegenüber Asien.
[ Schlagwort: GeoAußenPolitik ]


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