Der Molekularbiologe James Watson und sein Kollege Francis Crick entwickelten 1953 das Doppelhelixmodell der Molekularstruktur der Desoxyribonukleinsäure (DNS, international DNA genannt). Das war ein gewaltiger Schritt für die Genetik und Evolutionsbiologie.
Doch sein Ruf als Koryphäe schützt ihn nicht vor dem Vorwurf, gegen die »political correctness« verstoßen zu haben.
Sein Vergehen: Er nahm in einem Fernsehinterview Stellung zu den Ergebnissen von Intelligenztests [siehe Bericht »New York Times«]. Diese zeigen seit Jahrzehnten eine Differenz zwischen dem Durchschnitts-IQ von Schwarzen und Weißen in den USA sowie international zwischen Afrikanern und Europäern. Watson erklärte in der Fernsehsendung, dass dies mit den Genen in Zusammenhang stünde. Das war politisch nicht korrekt.
Daraufhin entzog ihm sein früherer Arbeitgeber, das »Cold Spring Harbor Laboratory« in der Nähe von New York auf Long Island, seine akademischen Ehrentitel. Nun wird er mit dem Vorwurf konfrontiert, »rassistische Aussagen« gemacht zu haben [siehe Berichte »Spiegel-Online«, »Der Standard«, »NZZ«].
Bereits 2007 hatte er mit einer ähnlichen Aussage für Aufsehen gesorgt. Damals kritisierte er die Sozialpolitik und Entwicklungshilfe, da diese seiner Meinung nach fälschlicherweise davon ausginge, dass alle Bevölkerungsgruppen denselben Durchschnitts-IQ und somit dieselben Voraussetzungen hätten. Damals hatte sich Watson noch rechtzeitig entschuldigt und konnte seine akademischen Ehrentitel behalten. Diesmal wird ihm eine Entschuldigung nicht mehr helfen.


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