Wer schützt uns und unsere Kinder auf den Bahnhöfen?

Nach dem Mordanschlag in Frankfurt_ Warnung vor Nachahmungstätern

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor Nachahmungstätern. Er wies darauf hin, dass aus Großstädten wie Berlin schon verschiedene Fälle sogenannter S- und U-Bahn-Schubser länger bekannt seien.

Am Montagmorgen waren im Frankfurter Hauptbahnhof eine Mutter und ihr 8-jähriger Sohn vor einen hereinfahrenden ICE gestoßen worden. Die Mutter konnte sich retten und liegt im Krankenhaus. Der kleine Junge kam grausam zu Tode. Der Täter war ein etwa 40-jähriger Afrikaner aus Eritrea, der die Opfer wohl nicht kannte. Im Bahnhof kam es danach zu chaotischen Szenen. Viele Bahnreisende waren wegen des schockierenden Anblicks heulend zusammengebrochen.

Kann so etwas wieder passieren? Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), warnt vor Nachahmungstätern [siehe Bericht »Focus-Online«]. Er wies darauf hin, dass aus Großstädten wie Berlin verschiedene Fälle sogenannter S- und U-Bahn-Schubser schon länger bekannt seien.

Solche Taten zu verhindern sei schwierig. Es gibt rund 5600 Bahnhöfe und Haltestellen in Deutschland. Da könne man nicht mit schnellen Lösungen rechnen. »Die sind alle so unterschiedlich strukturiert, dass es schwer sein dürfte, ein Konzept für alle zu entwickeln«, erklärte Radek.

Zahlreiche Politiker aller Couleur kommen mit allerlei Sicherheitsvorschlägen aus dem Schatten gesprungen. Auch Innenminister Horst Seehofer will sich mit den Chefs der Sicherheitsbehörden beraten. Manche fordern mehr Sicherheitspersonal und Polizei auf den Bahnhöfen. Andere halten es für utopisch, solche Vorfälle in Zukunft völlig verhindern zu können.

Erst vor wenigen Tagen war am Bahnhof im niederrheinischen Voerde eine 34-jährige Frau vom Bahnsteig vor einen einfahrenden Zug gestoßen worden. Die Mutter einer 13-jährigen Tochter war von einem Regionalexpress überrollt worden [siehe Bericht »Freie Welt«].

Sven von Storch

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