Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten und die Heuchelei der westlichen Regierungen

Misshandelte Gastarbeiterinnen_ Der real existierende Rassismus Arabiens

Die Zustände in den arabischen Golfstaaten in punkto Rassismus und Misshandlung von Gastarbeitern und Migraten sind katastrophal. Doch internationale Sanktionen müssen die Ölländer nicht befürchten. Im Westen kritisiert man lieber Europäer für politisch unkorrekte Aussagen. Die Heuchelei und der doppelte Standard sind unverkennbar.

Die Mainstream-Medien fallen gerne über jeden Europäer und weißen Amerikaner her, der sich versehentlich politisch unkorrekt über andere Kulturen äußert oder die unkontrollierte Masseneinwanderung nach Europa kritisiert. Bei wirklichem Rassismus schweigen sie viel zu oft. Doch manchmal kommen auch die Mainstream-Medien nicht umhin, um über die katastrophalen Menschenrechtszustände in den arabischen Ländern am Golf zu berichten [siehe Berichte »BBC News Africa«, »RT-Russia Today«, »ZDF info«, »ARD Weltspiegel«]

Länder, in denen der Rassismus alltägliche Realität ist, sind die arabischen Staaten am Golf. In Saudi-Arabien, Kuweit, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai und Abu Dhabi) sowie Oman leben und arbeiten Millionen Gastarbeiter aus Indien, Bangladesch, Pakistan, Indonesien, Malaysia, Somalia, Kenia, den Philippinen und anderen Ländern. Sie werden miserabel untergebracht,
schlecht bezahlt und wie Menschen zweiter Klasse behandelt.

Besonders schlimm ist die Lage oftmals für junge Mädchen und Frauen aus Kenia, Tansania, Indien, Bangladesch oder den Philippinen, die als Haushälterin, Dienerin, Kindermädchen oder sonstige Haushaltshilfe bei reichen arabischen Familien leben [siehe Bericht »Solidarity Center«]. Missbrauch ist hier alltäglich. Sie werden geschlagen oder gar sexuell missbraucht, von den arabischen Familienmitgliedern gedemütigt und manchmal sogar in den Selbstmord getrieben. Wenn die jungen Mädchen und Frauen ihren Dienst bei einer arabischen Familie antreten, müssen sie oft ihren Pass abgeben. Damit sind sie praktisch rechtlos und Freiwild.

Wenn die Frauen von den arabischen Familienpatriarchen sexuell missbraucht werden, haben sie fast keine Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Denn wenn sie den Fall den Behörden melden, haben sie auch die arabischen Frauen in der »Gast«-Familie gegen sich. Wenn ihnen dann eine Falschaussage vorgeworfen wird, drohen ihnen grausame Strafen.


Internet ist voll von verzweifelten Hilferufen afrikanischer und südostasiatischer Frauen

Die Botschaften oder Konsulate ihrer Heimatländer können nur selten helfen. Das Internet ist voll von verzweifelten Hilferufen afrikanischer und südostasiatischer Frauen, die am Golf missbraucht und gequält werden und nicht wissen, wie sie ihrer Hölle entkommen sollen.

Und hier kommt auch gleich das nächste Problem: Die Strafen in Staaten wie Saudi-Arabien sind grausam und gehen weit über jedes Strafmaß hinaus, das man aus anderen Staaten kennt. Für viele Migranten und Gastarbeiter wirkt das aufs Äußerste einschüchternd. Sie haben sozusagen Todesangst, wenn sie in eine rechtliche Grauzone kommen. Und in diese können sie schnell durch Falschaussagen der arabischen Arbeitgeber oder Gastfamilien kommen.

Auch wenn es sich in den Herkunftsländern längst herumgesprochen hat, dass es gefährlich ist, am Golf als Gastarbeiter zu leben, sind dennoch viele ohne Wahl: Denn sie müssen ihre Familien in der Heimat ernähren. Die Armut treibt sie in die Falle.

Sven von Storch

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