London ist die Stadt der zwei Welten. Früher war es die Trennung zwischen der reichen Oberschicht und der Arbeiterklasse. Heute ist es die Trennung zwischen Finanz-Elite und Prekariat. Während verschiedene Stadtviertel im Zentrum und im Westen Londons durch die Gentrifizierung für normale Büger unbezahlbar werden, gibt es andere Viertel - vornehmlich im Osten der Stadt - die immer mehr zu Slums herabkommen.
In diesen Stadtvierteln herrscht hohe Arbeitslosigkeit, gibt es einen hohen Anteil von Migranten aus Afrika, dem Mittleren Osten und Südasien sowie viele Menschen der sogenannten »working poor«, das heißt Bürger, die auch mit zwei bis drei Jobs und einer 80-Stunden-Woche nicht über die Runden kommen, weil die Lebenshaltungskosten so hoch und die Löhne so niedrig sind.
Die Folge: Radikalisierung und Gewalt. Die neueste Schreckensnachricht: Die Zahl der Säure-Angriffe hat zugenommen. Wie CNN berichtete, hat es im Jahre 2014 166 solcher Attacken gegeben. 2015 waren es schon 261. Und 2016 stieg die Zahl auf 454. Das bedeutet, dass im letzten Jahr 454 Menschen durch Säureangriffe grausam entstellt und für den Rest ihres Lebens gezeichnet wurden. Damit ist London zur Hauptstadt der Säure-Angriffe geworden.
Dabei trifft es nicht nur Frauen, sondern vor allem Männer. Clans, Gangs und Jugendbanden oder schlicht junge Kriminelle haben die Säure als Waffe entdeckt. Wenn ihn jemand falsch kommt, schütten sie im Säure ins Gesicht. Inspiriert sind sie durch die Säure-Attacken im Nahen und Mittleren Osten, wo es seit Jahren immer wieder zu schlimmen Fällen von Säureangriffen gekommen ist.


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