Lars Klingbeil (SPD) scheint noch gar nicht begriffen zu haben, dass der Zug bereits abgefahren ist und die Politik viel Schuld daran trägt. Deutschland ist technologisch abgehängt, weil es hier keine geeigneten Rahmenbedingungen für neue Tech-Konzerne gibt. Die Steuern und Abgaben sind zu hoch, die Bürokratie ist zu kompliziert, es werden neuen Unternehmen viele Steine in den Weg geräumt.
Fast alle neue großen Tech-Konzerne der letzten Zeit sind in Amerika und Asien gewachsen.
Nun denkt Klingbeil, weil sich in den USA einige Wissenschaftler über die Politik von Donald Trump (und dessen Programm gegen die Diversity-Politik) aufregen, dass dies die Chance sei, die US-Forscher nach Deutschland zu locken [siehe Bericht »Apollo-News«].
Weil man sich im CDU/CSU-SPD-Koalitionsvertrag auf die Förderung der Zukunftsbereiche wie Quantencomputing, Künstliche Intelligenz und Biotech geeinigt habe, können man Gelder aus dem sogenannten Zukunfts-Fonds verwenden, um Forschung und Wissenschaft anzulocken, so die Idee von Klingbeil.
Klingbeil richtet seine Botschaft an die US-Wissenschaftler: »Hier könnt ihr die Zukunft gestalten, hier werdet ihr alle Möglichkeiten der freien Forschung und gute Voraussetzungen an den Universitäten finden.«
Das Problem ist: In der EU ist die Wissenschaft weniger frei als in den USA. Es gibt viele Vorschriften und vor allem fehlt das Verständnis für ausgefallene Ideen und Zukunftsprojekte. Deutschland ist nicht mehr das Land des Fortschritts, weil der Glaube an den Fortschritt verloren gegangen ist. Gerade die Grünen, Linken und Sozialdemokraten haben sich immer wieder als fortschrittsfeindlich erwiesen und sich eher auf »grünes Schrumpfen« fokussiert.
Forschung braucht einen großen Pool von Investoren und maximale Freiheiten für die Forscher, Wissenschaftler und Erfinder sowie die Freiheit unternehmerisch Tätig zu sein. Die USA sind seit Jahrzehnten an der Spitze. Das belegen die Nobelpreise.
Die Idee, Deutschland könne mal eben mit ein paar Milliarden an Staats-(!)-Investitionen in der Forschung und Entwicklung aufholen, ist genauso weltfremd, wie die Idee, Deutschland könne mal eben so aufrüsten, um Russland militärisch Paroli bieten zu können. Beides ist mit dem heutigen Deutschland völlig utopisch.
Denn was nützt es uns, wenn in Zunkunft zwar mehr Erfindungen und Entdeckungen an deutschen Universitäten gemacht werden, die unternehmerische Umsetzung aber weiterhin in den USA stattfindet?


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