Marco Rubio droht zurück: Sperrung der Meerenge wäre Suizid des Iran

Iran droht mit Sperrung der Straße von Hormus_ Gefahr für den Welthandel

Die iranische Führung sucht nach Möglichkeiten, ein Drohszenario aufzubauen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit der Sperrung der Meerenge von Hormus zwischen Oman und dem Iran?

Die Luftschläge durch Israel und nun auch durch die USA zwingen das Ajatollah-Regime zu einer martialischen Antwort, um vor den Anhängern in der eigenen Bevölkerung und den Verbündeten (Hamas, Hisbollah, Huthi) nicht das Gesicht zu verlieren. Das Regime in Teheren muss zeigen, dass es weiterhin die Initiative hat. Doch die iranische Luftwaffe ist kaum noch handlungsfähig. Die Sperrung der Straße von Hormus jedoch hätte genügend Drohpotenzial.

Denn eine Blockade durch den Iran könnte die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise stürzen, da etwa 20 bis 25 Prozent des globalen Rohöls und ein Drittel des Flüssiggases (LNG) diese Meerenge passieren [siehe Bericht »Freie Welt«]. Besonders betroffen wären Deutschland, Europa, die USA, Lateinamerika, Japan, China, Indien und Russland.

US-Außenminister Marco Rubio droht mit schweren Konsequenzen, falls der Iran die Straße von Hormus sperren sollte

Wie »t-online« berichtete, hat US-Verteidigungsminister Marco Rubio den Iran vor einer Schließung der wichtigen Straße von Hormus gewarnt.

»Falls sie das tun, wäre das ein weiterer schwerer Fehler. Es wäre wirtschaftlicher Suizid für sie«, sagte er Fernsehsender Fox News. Die USA hätten Möglichkeiten, um mit einer solchen Situation umzugehen, meint Rubio.

Hat der Iran rein praktisch die Möglichkeit, die Meerenge zu sperren?

Wie die »Frankfurter Allgemeine« berichtet, bezweifeln einige Experten jedoch Irans Fähigkeit zur Umsetzung dieser Drohung. Denn einerseits sind große Teile der iranischen Luftstreitkräfte durch israelische Angriffe zerstört. Andererseits sind Flottenverbände der U.S. Navy sowie britische und EU-Schiffe vor Ort.

Die »Eurasia Group«, ein international tätiges Beratungsunternehmen, dass sich auf die Analyse von geopolitischen Ereignissen und der Ermittlung der sich daraus ergebenden Risiken spezialisiert hat, schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Blockade auf 20 Prozent.

Es ist also wenig wahrscheinlich, dass dies gelingt, denn die Straße ist selbst an ihrer schmalsten Stelle zwischen den Inseln Larak (Iran) und Great Quoin/Salāma (Oman) etwa 38 Kilometer (ca. 20 Seemeilen) breit.

Aber es ist auch nicht ausgeschlossen. So könnten zum Beispiel Minen usw. ins Wasser gelassen werden, die nicht so schnell geräumt werden können. Hohe Versicherungsprämien für Kriegsrisiken könnten den Schiffsverkehr zusätzlich beeinträchtigen.

Eine Blockade würde den Ölpreis stark steigen lassen. Doch das würde auch dem Iran selbst schaden. Denn das Land ist von Ölexporten, vor allem nach China, abhängig. Zudem ist China wichtigster Waffenlieferant für den Iran.

Frühere Konflikte, wie der Tankerkrieg (1980–1988) [siehe Bericht »Freie Welt«], zeigten, dass die Meerenge trotz Angriffen offen blieb.

Die Drohung des Iran wird dennoch sehr ernst genommen.

Sven von Storch

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