Kampf gegen Abhängigkeit von US-amerikanischer Überwachungssoftware

Immer mehr europäische Länder lösen sich von Palantir

Nach jahrelanger enger Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Palantir ziehen sich nun Frankreich, Spanien, Italien und weitere europäische Länder aus strategischen Partnerschaften zurück. Gründe: Datenschutz, nationale Sicherheit und die Vermeidung neuer Abhängigkeiten.

Symbolbild zur Palantir Software


Europäische Regierungen priorisieren zunehmend heimische Technologie, um Abhängigkeiten zu minimieren und die eigene Sicherheit zu stärken.

Frankreich beendet langjährige Partnerschaft

Frankreich hat einen klaren Schritt in Richtung digitaler Unabhängigkeit unternommen. Der Inlandsgeheimdienst DGSI, der seit 2016 mit Palantir zusammenarbeitete, beendet die Kooperation. Stattdessen setzt die Behörde auf die französische Firma ChapsVision. Premierminister Sébastien Lecornu betonte, dass Frankreich keine neuen strategischen Abhängigkeiten im digitalen Bereich akzeptieren könne. Obwohl ein Vertrag noch bis 2028 laufen sollte, wird nun schrittweise auf einheimische Lösungen umgestellt.

Dieser Wechsel passt zur französischen Strategie, eigene KI- und Datenverarbeitungskapazitäten aufzubauen. ChapsVision gilt als starke europäische Alternative und wird bereits in französischen Sicherheitskreisen genutzt.

Spanien verhängt De-facto-Blacklist

Auch Spanien distanziert sich zunehmend. Die Regierung hat staatliche und staatsnahe Unternehmen, darunter solche unter dem Dach des Sovereign Wealth Fund SEPI wie Telefónica oder Indra, angewiesen, keine neuen Verträge mit Palantir abzuschließen. Grund sind Bedenken hinsichtlich nationaler Souveränität und möglicher Datenlecks. Bestehende Verträge, etwa im militärischen Bereich, laufen vorerst weiter, doch neue Projekte in sensiblen Bereichen sind blockiert.

Diese Entscheidung spiegelt eine breitere europäische Skepsis wider und kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Datenschutz und Unabhängigkeit von US-Technologie hoch im Kurs stehen.

Italien und weitere Staaten folgen dem Trend

Italien hält sich bei neuen strategischen Verträgen mit Palantir zurück und prüft bestehende Vereinbarungen. Das Land schließt sich damit der wachsenden Gruppe europäischer Nationen an, die eine Abkehr von dem US-Unternehmen vollziehen.

In Deutschland hat das Bundesamt für Verfassungsschutz bereits eine Software von ChapsVision statt Palantir gewählt. Auch in anderen Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden gibt es Diskussionen über Alternativen.

Hintergründe des Umdenkens

Palantir, bekannt für seine leistungsstarken Datenanalysetools, war in den vergangenen Jahren in vielen europäischen Sicherheits- und Polizeibehörden im Einsatz, oft im Kontext von Terrorbekämpfung oder Krisenmanagement. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch vor, zu enge Verbindungen zur US-Politik zu haben und Datensouveränität zu gefährden. Der Aufstieg europäischer Anbieter wie ChapsVision ermöglicht nun einen realistischen Wechsel.

Die Entwicklung zeigt, wie wenig Vertrauen in solche globalen Software-Unternehmen gesetzt wird. Nieman traut diesen Tech-Riesen über den Weg. Jeder weiß, wie die Daten missbraucht werden können.

Sven von Storch

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Kommentare

Vermutlich ist die Palantir-Software neben den NVidea-Grafikchips und Microsoft-Windows ein weiteres trojanisches Pferd, das nicht nur den "Feind" beobachtet, sondern auch die Tätigkeiten der Spionagebehörden. Es kann sehr interessant sein für die U.S.A., was ausländische Palantirbenutzer alles so beobachten wollen.

Facherfahrener

06.07.2026 | 17:56

Der eine ist der Teufel - der andere der Satan??? Aber  ALLES auf's Handy.

Worin besteht der Unterschied???  

Oder gehört das Ganze in die Kategorie  ( Kriegsvorbereitung ) ??

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